Mit den Spannungen rund um den Nahen Osten, die in den letzten Wochen aufgrund von Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auch in Saudi Arabien für umfassende Probleme im Ölexport sorgen, steigen die Preise am Weltmarkt deutlich an. Unternehmen und Länder sehen die internationalen Exporte gefährdet und eingeschränkt, während die Nachfrage nach Öl und dessen Produkten durch [...]
Mit den Spannungen rund um den Nahen Osten, die in den letzten Wochen aufgrund von Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auch in Saudi Arabien für umfassende Probleme im Ölexport sorgen, steigen die Preise am Weltmarkt deutlich an. Unternehmen und Länder sehen die internationalen Exporte gefährdet und eingeschränkt, während die Nachfrage nach Öl und dessen Produkten durch Monate knapper Versorgung weiter steigt. Die kürzlichen Angriffe auf eine Pipeline in Saudi Arabien scheinen diesmal auch bestätigt Exporte nach Europa zu betreffen und einzuschränken.
Saudische Ölgesellschaft stoppt erste Lieferungen nach Europa
Ende letzte Woche kam es zu Meldungen von Bränden an der Ost-West-Pipeline in Saudi Arabien, welche Öltransporte vom Osten des Landes bis durch zur Westküste ermöglicht, von wo auch öfters Exporte nach Europa getätigt wurden. Die Pipeline musste vergangene Woche abgeschaltet werden, weshalb Handelsquellen schon sicher damit rechneten, dass es auch zu Einschränkungen bei den Exporten Saudi Arabiens kommt. Genau diese Befürchtungen wurden heute bestätigt.
Einem Insider zufolge teilte die saudisch-staatliche Ölgesellschaft „Saudi Aramco“ ihren europäischen Kunden mit, dass einige für September geplante Lieferungen ausfallen könnten. Verladungen aus dem Rotmeerhafen Yanbu, die so ziemlich wichtigste Exportstelle der Westküste Saudi Arabiens, werden vorübergehend sogar komplett ausgesetzt. Wie viele Ladungen betroffen sind und wie lange die Exportstopps andauern werden, ist bislang unklar.
Die Exportstopps und Lieferabbrüche sorgen nun jedoch für Druck am Rohöl- und Ölproduktmarkt, auch in Europa, da Länder wie Polen und Litauen in den letzten Monaten erhebliche Anteile ihrer Ölversorgung durch Saudi Arabien bezogen haben. Die lokalen Unternehmen wollen sich nun dafür einsetzen, die fehlenden Waren schnellstmöglich aus anderen Regionen zu importieren, was im Rahmen des knappen Angebots auf dem Weltmarkt zusätzliche Spannungen und Versorgungsunsicherheiten verursacht.
Heizölpreise steigen weiter an
Nachdem sich die Befürchtungen zu anhaltenden Exportschwierigkeiten aus Saudi Arabien mit der Info der Lieferstopps bestätigt hat, fürchten die Märkte sich verschlimmernde Engpässe in der globalen Versorgung mit Erdöl und dessen Produkten. Das sinkende Angebot sorgte dabei direkt für Preisanstiege am Markt, weshalb Abnehmerinnen und Abnehmer für Heizöl in der Bundesrepublik derzeit mit moderaten Preisanstiegen in Höhe von +2,45 bis +3,45 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag rechnen müssen. Diese Zahlen sind Näherungswerte und Momentaufnahmen, und können sich im Tagesverlauf aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen jederzeit ändern.
Nach wie vor ist im Nahen Osten keine Entspannung in Sicht - eher im Gegenteil. Der Konflikt zwischen den USA und Iran hat sich wieder ausgeweitet und so kam in den letzten Tagen vor allem Saudi-Arabien unter Beschuss. Schon am Freitag wurde eine der wichtigsten Pipelines im Land stark beschädigt und könnte über Wochen ausfallen. [...]
Nach wie vor ist im Nahen Osten keine Entspannung in Sicht – eher im Gegenteil. Der Konflikt zwischen den USA und Iran hat sich wieder ausgeweitet und so kam in den letzten Tagen vor allem Saudi-Arabien unter Beschuss. Schon am Freitag wurde eine der wichtigsten Pipelines im Land stark beschädigt und könnte über Wochen ausfallen.
Wichtige Pipeline bleibt abgeschaltete
Die Ost-West-Pipeline, die Saudi-Arabiens Ölfelder im Westen mit dem Roten Meer verbindet, ist aktuell die wichtigste Alternativroute zur Verschiffung der Ölmengen über den Persischen Golf. Riad transportierte bis zum Angriff am Freitag täglich etwa 4 Mio. Barrel Rohöl über die Pipeline an den Rotmeerhafen in Yanbu. Aktuell steht die Versorgungsleitung allerdings still.
Wie lange der Ausfall dauern wird, ist aktuell noch nicht sicher. Offizielle Angaben des staatlichen Energiekonzerns Saudi Aramco gibt es bisher nicht. Aus Insiderkreisen hieß es allerdings gestern, die Reparaturarbeiten könnten bis zu fünf Wochen dauern. Klar ist: Je länger die Exportunterbrechung anhält, desto mehr verschärft sich die Angebotslage auf dem Weltmarkt.
Huthi-Angriffe im Roten Meer erhöhen Risiko
Dabei ist der Pipeline-Ausfall noch nicht einmal das einzige Problem. Zusätzlich ist das Risiko für die Schifffahrt im Roten Meer in den letzten Tagen wieder enorm gestiegen. Grund sind die mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen, die im Jemen einen erbitterten Bürgerkrieg gegen Saudi-Arabien führen. Sie haben ihre Angriffe auf Tanker in der Region zuletzt wieder ausgeweitet, so dass immer weniger Reedereien und Tankerunternehmen das Risiko tragen wollen.
Damit sind Saudi-Arabien nun effektiv beide Seewege abgeschnitten, denn auch die Straße von Hormus im Persischen Golf bleibt gesperrt. Hier ist nichts mehr zu spüren von möglichen diplomatischen Bemühungen, ein Treffen der angrenzenden Golfstaaten mit dem Iran, das für Montag geplant war, wurde kurzfristig abgesagt. Entsprechend stellt man sich am Ölmarkt wieder auf größere und vor allem anhaltende Unterbrechungen ein.
Heizölpreise etwas günstiger
Dies macht sich auch bei den Inlandspreisen bemerkbar, die grundsätzlich auf hohem Niveau bleiben. Da die Preisrally aber in der letzten Woche sehr steil verlief, kam es gestern an den Börsen zu einer leichten Abwärtskorrektur. Diese macht Heizöl im Bundesgebiet heute im Durchschnitt etwas günstiger als gestern Morgen und so kann mit Abschlägen von -0,65 bis -1,25 Euro/100l gerechnet werden.
Die Auseinandersetzungen im Nahen Osten laufen seit mittlerweile 6 1/2 Monaten, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Tatsächlich verschlimmerte sich die Lage im Nahen Osten in den letzten Tagen deutlich, nach eskalierenden Schiffsangriffen zwischen den USA und Iran sowie durch verstärkte Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz gegen Saudi Arabien. Neue Angriffe auf saudische Ölanlagen verschärfen [...]
Die Auseinandersetzungen im Nahen Osten laufen seit mittlerweile 6 1/2 Monaten, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Tatsächlich verschlimmerte sich die Lage im Nahen Osten in den letzten Tagen deutlich, nach eskalierenden Schiffsangriffen zwischen den USA und Iran sowie durch verstärkte Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz gegen Saudi Arabien. Neue Angriffe auf saudische Ölanlagen verschärfen die Einschränkungen in den Öllieferungen aus Nahost seit Ende der vergangenen Woche erheblich. Die Ölbörsen reagierten darauf mit deutlichen Preisaufschlägen bei Öl und dessen Produkten, darunter Heizöl, welches auf dem derzeit teuersten Stand seit März 2022 gehandelt wird.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die kürzlichen Eskalationen im Kampf zwischen den USA und dem Iran rund um den Verkehr in der Straße von Hormus, sowie der hochkochende Konflikt rund um die jemenitische Huthi-Miliz, sorgten für Druck am Ölmarkt und anhaltende Versorgungs-Sorgen für den Markt. Die Heizölpreise in der Bundesrepublik stiegen in direkter Folge im Vergleich zu vergangenem Freitag um +2,57 Euro pro 100 Liter und erreichten damit ein 4 1/2 – Jahres-Hoch. Im Vergleich zu vergangenem Montag kostet Heizöl heute Vormittag durchschnittlich +12,61 Euro mehr, und gegenüber Mitte August knapp +28,85 Euro mehr.
Langfristige Preisentwicklung
Die langfristigen Preisverläufe zeigen weiterhin eindrucksvoll, wie stark der Nahost-Konflikt die Preise an den Ölmärkten in die Höhe katapultiert hat. So kosten 100 Liter Heizöl aktuell +54,75 Euro mehr als vor drei Monaten, als die schlimmsten Spannungen des Konflikts sich für eine Weile beruhigt hatten. Blicken wir weiter zurück auf die Vorjahreswerte, als die Situation rund um Nahost und insbesondere den Iran deutlich ruhiger war, zahlen Käufer von Heizöl aktuell +76,95 Euro mehr als vor einem Jahr, und +79,38 Euro mehr als im September 2024. Der Preisanstieg bei letzterem entspricht einer Verteuerung von +90,4 Prozent innerhalb der letzten zwei Jahre.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Vorläufige Außerbetriebnahme saudischer Ost-West-Pipeline
Im Rahmen der Auseinandersetzungen im Nahen Osten wurde eine der wichtigsten saudischen Export-Pipelines getroffen und vorübergehend außer Betrieb genommen. Wie umfassend die Schäden sind, ist nicht bekannt, auch wann die Anlage wieder in Betrieb geht ist noch offen.
– Iran und USA offen für Eskalation des Krieges
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA haben in den letzten Wochen erheblich zugenommen, keines der Länder möchte klein beigeben und beide Seiten deuteten mehrfach an, für weitere Eskalationen bereit zu sein, sollte das jeweils andere Land seine Aggressionen und Angriffe auf Schiffe und Ölanlagen nicht unterlassen.
– China baut Ölimporte wieder aus
Während die Versorgungslage aufgrund der geopolitischen Spannungen deutlich angespannt bleibt, sucht auch China derzeit wieder deutlich mehr Ölimporte als in den letzten Monaten. Damit wird das bereits knappe Angebot auf noch mehr Kunden gestreckt, was die Preise am Weltmarkt weiter erhöht.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 14.09.2026