Der Iran-Krieg und seine Folgen für den Ölmarkt sorgen weiterhin für viel Volatilität bei den international gehandelten Rohölpreisen. Entsprechend legten auch die Heizölpreise im Bundesgebiet gestern eine regelrechte Achterbahnfahrt hin. Nach einem frühen Preisanstieg fielen die Preise im Tagesverlauf um fast 20 Euro pro 100 Liter. Trump verspricht Kriegsende und Sanktionslockerungen Am Montagabend hatte [...]
Der Iran-Krieg und seine Folgen für den Ölmarkt sorgen weiterhin für viel Volatilität bei den international gehandelten Rohölpreisen. Entsprechend legten auch die Heizölpreise im Bundesgebiet gestern eine regelrechte Achterbahnfahrt hin. Nach einem frühen Preisanstieg fielen die Preise im Tagesverlauf um fast 20 Euro pro 100 Liter.
Trump verspricht Kriegsende und Sanktionslockerungen
Am Montagabend hatte vor allem ein Kommentar von Donald Trump für Abwärtsdynamik gesorgt, denn er bezeichnete den Krieg im Iran als „so gut wie beendet“ und stellte gleichzeitig Sanktionslockerungen gegen Russland in Aussicht. Damit könnte russisches Öl einen Teil der Angebotsausfälle aus dem Nahen Osten auffangen. Konkrete Angaben machte der US-Präsident aber wie üblich nicht.
Bereits am Montagnachmittag hatten die G7 Staaten, bestehend aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA, über eine mögliche Freigabe aus den strategischen Notreserven diskutiert. Diese sind für den Fall angelegt, um Angebotsschocks durch geopolitische Verwerfungen oder Naturkatastrophen aufzufangen.
G7 sieht noch keine Notwendigkeit für Notreserven
Allerdings entschieden die G7 Nationen gestern in Absprache mit der Internationalen Energieagentur (IEA), die die Notreserven verwaltet, dass eine solche Maßnahme noch nicht nötig sei. Obwohl damit erst mal kein zusätzliches Öl auf den Markt kommt, schien die Entscheidung an die Märkte doch das Signal zu senden, dass die Lage noch nicht so dramatisch ist, wie man noch am Montagmorgen fürchtete.
Volatilität dürfte hoch bleiben
Insgesamt wird die Lage aber aller Voraussicht nach volatil bleiben. Entgegen der Aussagen des US-Präsidenten scheint ein Ende des Krieges am Persischen Golf nicht wirklich spürbar und mehr und mehr ölproduzierende Länder in der Region müssen ihre Förderung drosseln. Da die wichtigste Exportroute durch die Straße von Hormus weiterhin komplett gesperrt bleibt, werden die Lagerkapazitäten immer knapper, so dass die Ölpumpen still stehen müssen.
Inlandspreise
Auch bei den Inlandspreisen sind die starken Preisschwankungen spürbar und die durchschnittlichen Heizölpreise weisen starke Spannen auf – je nach Region können die Preisunterschiede aktuell bis zu 6 Euro betragen. Im Bundesdurchschnitt kann allerdings heute im Vergleich zu Montagmorgen mit einem Abschlag von etwa -15,90 bis -13,90 Euro pro 100 Liter Heizöl gerechnet werden.
Der aktuelle Krieg rund um den Iran geht in den mittlerweile zehnten Tag. Die Preisrallye am Ölmarkt, die seit dem Start des Konflikts die Preise für Erdöl und dessen Produkte in die Höhe reißt, setzt sich damit auch weiter fort. Vereinzelt rechnen Experten bereits damit, dass in kürzester Zeit ein Preisniveau wie zum frühen Beginn [...]
Der aktuelle Krieg rund um den Iran geht in den mittlerweile zehnten Tag. Die Preisrallye am Ölmarkt, die seit dem Start des Konflikts die Preise für Erdöl und dessen Produkte in die Höhe reißt, setzt sich damit auch weiter fort. Vereinzelt rechnen Experten bereits damit, dass in kürzester Zeit ein Preisniveau wie zum frühen Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts erreicht wurden, als die Heizölpreise in der Bundesrepublik kurzzeitig über 180 Euro je 100 Liter ragten.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Da knapp 20% des weltweiten Ölbedarfs durch die Straße von Hormus transportiert werden, und diese im Rahmen des Nahostkonflikts nahezu komplett gesperrt ist, schießen die Ölpreise am Weltmarkt derzeit erheblich in die Höhe. So stiegen die Preise für Heizöl in der Bundesrepublik über das Wochenende hinweg um +10,97 Euro bzw. +8,2 Prozent. Verglichen zu vor einer Woche zahlen Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl aktuell +31,12 Euro mehr, und im Vergleich zu vor einem Monat ganze +49,91 Euro mehr, entsprechend einem Preisanstieg von +52,2 Prozent seit Anfang Februar.
Langfristige Preisentwicklung
Betrachten wir die längerfristige Preisentwicklung, zeichnet sich das Ausmaß der aktuellen Heizölpreis-Anstiege mittlerweile sehr deutlich ab. So zahlen Käufer von Heizöl derzeit +56,61 Euro mehr als vergangenen Dezember, entsprechend Aufschlägen von +63,7 Prozent. Blicken wir auf die vergangenen Jahre, stieg der Preis des Heizmittels im Vergleich zu Anfang März 2025 um +51,79 Euro, und auch gegenüber März 2024 stiegen die Kosten um mittlerweile +42,28 Euro, bzw. +41,0 Prozent.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Angriffe in und um den Iran
Die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten setzen sich fort. Dabei werden besonders im Iran aber auch in anderen, nahen Ländern immer wieder Ölanlagen und Lagertanks beschädigt. Doch nicht nur Krieg und Konflikt beschädigen direkt die Produktion.
– Mehrere Golfstaaten drosseln Ölförderung aufgrund Lagerknappheit
Auch ein Mangel an freien Speicherkapazitäten sorgt dafür, dass einige Produktionen eingestellt werden müssen, da das geförderte Rohöl kaum mehr gelagert werden kann. Diese Produktionen wieder hochzufahren, sobald die Exporte aus dem Nahen Osten fortgesetzt werden, könnte einige Wochen dauern und das verkaufbare Ölangebot mittelfristig schädigen.
– Durchfahrt der Straße von Hormus gestoppt
Die Straße von Hormus, eine zentrale Exportstrecke im Schiffverkehr im Nahen Osten, durch welche täglich rund 20% der Ölexporte laufen, wird derzeit durch den Iran gesperrt und darf nicht passiert werden. Dadurch steht ein großer Teil der weltweiten Ölversorgung still, was das verfügbare Ölangebot erheblich strapaziert.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– G7-Staaten wollen um Nutzung strategischer Ölreserven beraten
Während mehrere Institute vergangene Woche noch von der Nutzung der strategischen Ölreserven zur Entlastung der Märkte abrieten, soll nun doch über deren Freigabe beraten werden. Genauere Infos werden sich im Lauf des heutigen Montagmittags ergeben.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 09.03.2026
Die erste laufende Woche des Irankonflikts neigt sich dem Ende und die Märkte sind weiterhin angespannt. Die Ölversorgung ist aktuell im großen und ganzen noch einigermaßen stabil, die ausbleibenden Exporte sorgen jedoch bald nicht nur für Ölmangel bei den Importen, sondern lassen auch die Exporthäfen überfüllen. In direkter Folge kann es passieren, dass bei ausbleibenden [...]
Die erste laufende Woche des Irankonflikts neigt sich dem Ende und die Märkte sind weiterhin angespannt. Die Ölversorgung ist aktuell im großen und ganzen noch einigermaßen stabil, die ausbleibenden Exporte sorgen jedoch bald nicht nur für Ölmangel bei den Importen, sondern lassen auch die Exporthäfen überfüllen. In direkter Folge kann es passieren, dass bei ausbleibenden Exporten bald mehr Ölproduktionen abgestoppt werden müssen.
Überfüllte Ölspeicher im Nahen Osten erwartet
Der Mangel an Exporten im Nahen Osten durch die weiterhin gesperrte, zentrale Transportroute „Straße von Hormus“ sorgt bei einigen Ländern und Ölproduzenten bereits für volle Öltanks. Denn wo kein verladen, verschifft und exportiert werden kann, muss die Ware erstmal in die Vorräte laufen. Sobald diese voll sind und es keine entsprechenden Lager-Alternativen wie freie Schiffe mehr gibt, bleibt nichts anderes übrig als die Ölproduktion abzustoppen.
Der Irak macht genau das bereits durch, hier wurde die Ölproduktion im Land bereits um mehr als 1 Millionen Barrel Öl pro Tag reduziert, da die Ölspeicher bereits sehr weit gefüllt sind. Weitere Produktionskürzungen sind für die nächsten Tage und Wochen geplant. Und auch in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emirate werden in den nächsten Tagen deutliche Produktionskürzungen an den Ölfeldern erwartet, da die Lagertanks auch hier nur noch Neuproduktionen von 2-3 Wochen auffangen können, bevor sie randvoll sind.
USA gibt Indien Sondergenehmigung für Ölimporte aus Russland
Da kaum bis kein Öl aus dem Nahen Osten importiert werden kann, brauchen andere Länder umso dringender Zuflüsse von Öl um Wirtschaft und Versorgung zu sichern. Da Indiens Ölimporte zuletzt mit etwa 40% Waren aus dem Nahen Osten gedeckt wurden, sieht sich das Land zeitnah vor schweren Versorgungsengpässen und sucht daher dringendst nach möglichen Ölzuflüssen.
Hierzu vergab die USA gestern eine Sondergenehmigung an Indien, welche den vorübergehenden Import von sanktioniertem, russischem Öl erlaubt. Dabei waren es die USA selbst, die im vergangenen Jahr vehement gegen die Nutzung von russischem Öl in Indien vorgegangen sind und diesen Standpunkt mit der Erhebung von Strafzöllen und harschen Drohungen gegen Indien mehrfach untermauerten. Die aktuelle Sondergenehmigung hingegen akzeptiert die USA mit der Aussage, dass diese Maßnahme Russland „keinen nennenswerten, finanziellen Nutzen“ bringen soll.
Die neuen Freigaben ermöglichen es Neu-Delhi und dessen Raffineriebetrieben, bereits auf Schiffen verladenes, russisches Rohöl bis einschließlich 03. April zu importieren. Waren die erst neu auf russische Schiffe geladen werden müssen sind verboten, wie genau das nachverfolgt wird bleibt derzeit noch offen. Indien importierte bis Herbst 2025 noch durchschnittlich 1,5 bis 2,0 Mio. B/T Rohöl aus Russland, kürzte diese Warenkäufe gegen Jahreswechsel jedoch auf knapp 1 Mio. B/T.
Heizöl etwas teurer erwartet
Der Aufwärtskurs an den Ölbörsen bleibt weiter bestehen, fällt aktuellen Entwicklungen zufolge heute jedoch etwas schwächer aus als in den letzten Tagen. In direkter Folge steigen die Heizölpreise heute zwar weiter an, jedoch nicht so deutlich wie zuletzt. Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik müssen beim Heizölkauf aktuell dennoch mit Aufschlägen in Höhe von ca. +0,50 bis +1,50 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag rechnen.