Nachdem in der vergangenen Woche mehr und mehr positive Meldungen zu den Entwicklungen im Iran-Konflikt kamen, stieg auch der Optimismus an den Ölmärkten, dass die Lage sich bald wieder beruhigt. Kurz tat sie das auch am Freitag, als die Straße von Hormus geöffnet wurde. Genauso schnell verflog die gute Laune jedoch, als die Lage schon [...]
Nachdem in der vergangenen Woche mehr und mehr positive Meldungen zu den Entwicklungen im Iran-Konflikt kamen, stieg auch der Optimismus an den Ölmärkten, dass die Lage sich bald wieder beruhigt. Kurz tat sie das auch am Freitag, als die Straße von Hormus geöffnet wurde. Genauso schnell verflog die gute Laune jedoch, als die Lage schon am Samstag eskalierte und die Seestraße wieder gesperrt wurde. Dennoch konnten die Ölbörsen seit letztem Montag moderate Preissenkungen verzeichnen.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Mit der plötzlichen, wenn auch kurzen Öffnung der Straße von Hormus am Wochenende kam es an den Ölbörsen zu einem deutlichen Preisrutsch, welcher mittlerweile wieder weitgehend verflogen ist, aber dennoch leichte Rabatte zur Vorwoche mit sich bringt. So zahlen Abnehmer für Heizöl aktuell noch -3,04 Euro weniger als vergangenen Freitag. Dass die komplette letzte Woche von Preisrückgängen markiert war, zeigt der Vergleich mit den Ölpreisen von vor eine Woche, zu welchem aktuell Abschläge von -16,35 Euro gemeldet werden. Und auch mit dem Vormonatswert verglichen sind die aktuellen Heizölpreise für Abnehmer -19,61 Euro günstiger als am 20. März.
Langfristige Preisentwicklung
Die langfristige Preisentwicklung macht weiterhin deutlich, wie viel Höher die aktuellen Preise im Vergleich zu den letzten Monaten und Jahren sind. So zahlen Abnehmer von Heizöl aktuell +39,68 Euro mehr als zur Vorsaison im Januar. Und auch mit den vorherigen beiden Jahreswerten verglichen sind die aktuellen Preise in der Bundesrepublik noch immer deutlich teurer. So zahlen Käufer von Heizöl aktuell +41,80 Euro mehr als noch vor einem Jahr, und +29,30 Euro mehr als im April 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Spannungen im Irankonflikt verschärfen sich
Im Irankonflikt setzt sich das Hin und Her zwischen Ruhen und Entgegenkommen, aber auch Eskalationen und scharfen Worten aller Seiten fort. Das hält die Anleger und Märkte unsicher und sorgt für höhere Ölpreise aufgrund größerer Sorgen und Risikoaufschläge zu Versorgungsengpässen.
– Sanktionsausnahmen für iranisches Öl abgelaufen
Bis vergangene Woche galten noch Sanktionsausnahmen für iranisches Öl, welches sich vor dem 20. März bereits auf den Weltmeeren befand. Diese Ausnahmen sind mittlerweile abgelaufen und beschränken entsprechend die risikofrei-kaufbaren Ölmengen.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Fragile Waffenruhen im Nahen Osten
Während die Spannungen im Nahen Osten weiter anhalten, gelten prinzipiell noch immer Waffenruhen zwischen Libanon und Israel sowie zwischen den USA und dem Iran. Besonders letztere soll aktuellen Plänen zufolge jedoch Mittwochnacht auslaufen.
– Ölkartell-Untergruppe OPEC+ beschließt Förderanhebung um 206.000 B/T
Aufgrund der Exporteinbrüche aus dem Nahen Osten will die OPEC+, eine Gruppe ölproduzierender Länder außerhalb der USA, ihre Produktionen ab Mai um insgesamt 206.000 Barrel pro Tag anheben. Letztlich sind diese Produktionsanstiege jedoch nur ein Tropfen inmitten der blockierten Exportmengen von weit mehr als 10 Millionen Barrel pro Tag.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 20.04.2026
As dem Nahen Osten und von den USA häufen sich immer wieder gegenseitig die Stimmen, dass ein Kriegsende allgemein wünschenswert sei. Dennoch zeigen alle betroffenen Parteien weiterhin ihre Zähne. Während die Ölbörsen dadurch allgemein von Unsicherheiten geprägt sind, bleiben allgemein Hoffnungen und Optimismus auf ein baldiges Ende des Konflikts bestehen. Waffenruhe zwischen Libanon und Israel [...]
As dem Nahen Osten und von den USA häufen sich immer wieder gegenseitig die Stimmen, dass ein Kriegsende allgemein wünschenswert sei. Dennoch zeigen alle betroffenen Parteien weiterhin ihre Zähne. Während die Ölbörsen dadurch allgemein von Unsicherheiten geprägt sind, bleiben allgemein Hoffnungen und Optimismus auf ein baldiges Ende des Konflikts bestehen.
Waffenruhe zwischen Libanon und Israel fragil
Am gestrigen Donnerstag verkündete US-Präsident Donald Trump, dass sich Israel und Libanon auf einen 10-tägigen Waffenstillstand geeinigt hätten. Da die Hisbollah-Miliz als einer der engsten Verbündeten des Irans besonders im Libanon aktiv ist, könnte eine potentielle Waffenruhe die Verhandlungen zwischen USA und Iran deutlich vereinfachen.
Wie fragil eine solche Waffenruhe sein kann, zeigte sich jedoch schon wenige Stunden nach ihrem Beginn, als die libanesische Armee direkt eine angebliche Verletzung der Waffenruhe durch israelische Streitkräfte meldete. In direkter Konsequenz führte die Hisbollah einen Vergeltungsschlag gegen israelische Soldaten durch.
Trump will mit dem Iran auf Abkommen statt Waffenruhe setzen
Währenddessen ist sich US-Präsident Trump, trotz häufiger Anstachelungen zwischen den Parteien, sicher, dass eine verlängerte Waffenruhe mit dem Iran nicht nötig sein wird. Stattdessen geht er davon aus, dass es schon „ziemlich bald“ ein vollständiges Abkommen geben wird, möglicherweise noch dieses Wochenende. Sollte es nicht klappen, will er jedoch auch weitere Waffenruhen in Betracht ziehen.
Zwar ist es nichts ungewöhnliches, dass der US-Präsident voreilige Aussagen trifft und diese gerne nochmal situativ bedingt revidiert. Dennoch sorgt der allgemeine Optimismus auch bei den Marktteilnehmern für Hoffnungen, weshalb die Preislage zwar weiterhin angespannt bleibt, aber dennoch deutlich entspannter als es einige Experten aufgrund der Schwere der Situation einschätzen würden.
Heizöl etwas teurer erwartet
Die anhaltenden Unsicherheiten am Ölmarkt halten die Preisentwicklungen allgemein angespannt, wobei der allgemeine Optimismus aktuell vor scharfen Preisspitzen schützt. In direkter Folge werden in der Bundesrepublik aktuell leichte Schwankungen im Heizölpreis über -0,10 bis +0,90 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Donnerstagvormittag erwartet. Dennoch bleibt der Markt stark vom Konflikt im Nahen Osten beeinflusst, weshalb Entwicklungen im Krieg unerwartet starken Einfluss auf die Inlandspreise in Deutschland haben können.
Der Iran-Krieg bleibt weiterhin das Kernthema am Energiemarkt. Immer noch müssen sich die Marktteilnehmer fragen, wann die Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr wieder frei sein wird und ob Washington und Teheran den Krieg auf diplomatischem Wege beenden können. Straße von Hormus bleibt gesperrt Seit Beginn des Krieges am Persischen Golf sind die [...]
Der Iran-Krieg bleibt weiterhin das Kernthema am Energiemarkt. Immer noch müssen sich die Marktteilnehmer fragen, wann die Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr wieder frei sein wird und ob Washington und Teheran den Krieg auf diplomatischem Wege beenden können.
Straße von Hormus bleibt gesperrt
Seit Beginn des Krieges am Persischen Golf sind die Exporte aus der Region wegen der Sperrung der wichtigen Meerenge quasi zum Erliegen gekommen. Zunächst hatte nur der Iran die meisten Schiffe an der Durchfahrt gehindert und gleichzeitig seine eigenen Ölexporte fortgesetzt. Doch seit Montag blockieren nun auch die USA die Passage, mit dem Ziel, die iranischen Ausfuhren zu stoppen.
Zwar hält die fragile Waffenruhe, auf die sich beide Seiten letzte Woche geeinigt hatten, doch die Drohspirale hat sich dennoch wieder in Gang gesetzt. So hieß es gestern vom Kommandeur der iranischen Streitkräfte, Generalmajor Ali Abdollahi, man werde nicht nur die Im- und Exporte im Persischen Golf und dem Omanischen Meer zu verhindern suchen, sondern auch im Roten Meer, sollten die USA mit ihrer Seeblockade fortfahren.
Iran droht mit Intervention im Roten Meer
Gerade Saudi-Arabien hatte in den vergangenen Wochen seine Ölexporte über den Exporthafen Yanbu am Roten Meer deutlich aufgestockt – als Alternativroute zur Straße von Hormus. Das Königreich war damit so ziemlich das einzige Land in der Region, dass seine Ausfuhrmengen auf relativ hohem Niveau halten konnte. Sollte der Iran nun auch im Roten Meer intervenieren, hat auch der größte OPEC-Produzent keine Alternative mehr, um sein Öl loszuwerden.
Hoffnung auf Verhandlungslösung wird kleiner
Die neuen Drohungen liefern nicht gerade die besten Voraussetzungen für die möglichen neuen Verhandlungen, die angeblich noch diese Woche fortgesetzt werden sollen. Am gestrigen Mittwoch soll eine Delegation um den Chef der pakistanischen Streitkräfte in Teheran eingetroffen sein, die der iranischen Regierung unter anderem die US-Vorschläge für ein Abkommen überbrachte.
Während die USA von der Forderung nach einer Aufgabe der Uran-Anreicherung nicht ablassen dürften, gab US-Präsident Trump am gestrigen Mittwoch an, er wolle Israel davon überzeugen, auch den Libanon in die Waffenruhe mit einzubeziehen – eine Bedingung, die Iran wichtig ist. Israels Premierminister Netanjahu hatte zuletzt noch mitgeteilt, die israelischen Angriffe auf Stellungen der Hisbollah im Libanon würden fortgesetzt werden.
Inlandspreise
An der Preisentwicklung der letzten Tage zeigt sich, dass die Hoffnungen auf eine friedliche Lösung und eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus allmählich schwinden, denn die börsengehandelten Rohölpreise haben zuletzt wieder zugelegt. Dies zeigt sich auch bei den Inlandspreisen, wo sich Verbraucherinnen und Verbraucher auch heute wieder auf deutliche Preisaufschläge von ca. +1,10 bis +2,10 Euro/100l zu Mittwochvormittag einstellen müssen.