Jeden Monat veröffentlicht die U.S. Energy Information Administration (EIA), ein Zweig des amerikanischen Energieministeriums, ihren Bericht zum Stand des globalen Ölmarktes. Er gilt als eine der wichtigsten unabhängigen Quellen für aktuelle Energiedaten und wird jeden Monat mit Spannung erwartet. Der gestern veröffentlichte Juni-Bericht zeigt, dass die EIA die Auswirkungen des Krieges am Persischen Golf im [...]
Jeden Monat veröffentlicht die U.S. Energy Information Administration (EIA), ein Zweig des amerikanischen Energieministeriums, ihren Bericht zum Stand des globalen Ölmarktes. Er gilt als eine der wichtigsten unabhängigen Quellen für aktuelle Energiedaten und wird jeden Monat mit Spannung erwartet. Der gestern veröffentlichte Juni-Bericht zeigt, dass die EIA die Auswirkungen des Krieges am Persischen Golf im laufenden Jahr dramatischer einschätzt als noch vor vier Wochen, allerdings rechnet sie auch mit einer schnellen Erholung in 2027.
Nahost-Krise belastet länger als gedacht
Die Krise im Nahen Osten wird mit der Sperrung der Straße von Hormus den Markt wohl länger und härter treffen als bisher angenommen, das geht aus dem gestrigen Zahlenwerk der EIA klar hervor. So hat die Behörde die Prognosen zur globalen Ölproduktion 2026 wegen der Ausfälle im Nahen Osten auf durchschnittlich 98,99 Millionen Barrel pro Tag nach unten korrigiert. Zum Vergleich: der globale Ölverbrauch 2025 betrug 106,07 Millionen Barrel täglich.
Insgesamt rechnet die EIA mit einer Unterversorgung von fast 4 Millionen Barrel täglich. Der Markt bleibt damit nicht nur länger als erwartet, sondern auch in der physischen Verfügbarkeit knapper versorgt, was die Ölpreise verteuert. So hat die EIA ihre Ölpreisprognosen für das laufende Jahr noch einmal deutlich nach oben korrigiert.
Normalisierung und Überversorgung schon 2027
Auf der anderen Seite aber geht man bei der EIA davon aus, dass die Unterversorgung 2026 nur eine „Delle“ darstellt. Diese ist zwar größer und tiefer als bisher angenommen, doch schon 2027 rechnet die US-Behörde dann wieder mit einer schnellen Rückkehr zum Normalzustand. Aus der Unterversorgung könnte dann schon im nächsten Jahr eine Überversorgung in Höhe von +4,00 Millionen Barrel täglich werden.
Auch preislich wird sich dies dann stark auswirken: Im ersten Quartal 2027 wird der Durchschnittspreis der europäischen Referenzsorte Brent bei 83,95 US-Dollar gesehen. Dieser soll bis zum vierten Quartal 2027 dann auf 75,00 US-Dollar absinken. Aktuell notiert Brent an der Ölbörse in London bei ca. 92 US-Dollar.
Inlandspreise etwas günstiger
Auch die Heizölpreise im Bundesgebiet fallen heute wieder etwas niedriger aus als gestern morgen. Verbraucherinnen und Verbraucher können heute – je nach Region – von Abschlägen von ca. -1,40 bis -2,00 Euro/100l zu Dienstagvormittag profitieren.
Nachdem die Rohölpreise an den Ölbörsen dies- und jenseits des Atlantiks am Montagvormittag noch gestiegen waren, kam es am Nachmittag zu einem Preisrutsch. Dieser wurde ausgelöst durch die Mitteilung des Zentralkommandos des iranischen Militärs, dass die Islamische Republik ihre Vergeltungsschläge gegen Israel für dessen Angriffe vom Wochenende beendet habe. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gab nach [...]
Nachdem die Rohölpreise an den Ölbörsen dies- und jenseits des Atlantiks am Montagvormittag noch gestiegen waren, kam es am Nachmittag zu einem Preisrutsch. Dieser wurde ausgelöst durch die Mitteilung des Zentralkommandos des iranischen Militärs, dass die Islamische Republik ihre Vergeltungsschläge gegen Israel für dessen Angriffe vom Wochenende beendet habe. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu gab nach einem Telefonat mit US-Präsident Trump bekannt, Israel werde seine Angriffe auf Ziele im Iran vorerst auch einstellen. Für Posten der Hisbollah-Miliz im Libanon galt dies jedoch nicht.
Lage bleibt angespannt
Wenngleich die Vergeltungsmaßnahmen Irans abgeschlossen sind, warnte das Zentralkommando des Militärs gestern, dass „viel härtere und zerstörerischere Maßnahmen“ folgen würden, sollte Israel weiterhin Angriffe auf Ziele in der Islamischen Republik oder auch im Libanon durchführen. Israels Premierminister teilte allerdings wenig später mit, man werde auch weiterhin Ziele im Libanon ins Visier nehmen, sollte die Hisbollah israelische Siedlungen angreifen.
Trump rechnet mit zügigem Abschluss der Verhandlungen mit Iran
US-Präsident Trump schrieb in einem Post auf seiner Kommunikationsplattform am Montagnachmittag, Israel und Iran würden einen „sofortigen“ Waffenstillstand anstreben und teilte darüber hinaus mit, dass es „abschließende Verhandlungen“ zwischen Washington und Teheran gebe, die zügig abgeschlossen werden dürften. Bis es eine „endgültige Einigung“ gebe, werden die USA die Blockade der Straße von Hormus laut Trump jedoch aufrechterhalten.
Inlandspreise nach gestrigem Preisrückgang an den Ölbörsen günstiger erwartet
Heute Morgen setzten die Kontrakte an den Ölbörsen die Abwärtskorrektur von gestern Nachmittag fort. Bei den Inlandspreisen macht sich dies heute ebenso bemerkbar, wie der Euro, der nach seinem Rutsch auf 1,15 Dollar gestern Nachmittag wieder Boden gutmachen konnte und sich im bisherigen Handel heute Vormittag als stabil erweist. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können im Vergleich zu Montagvormittag daher mit weiteren Abschlägen von ca. -4,20 bis -5,20 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen.
Neue Woche - Gleiches Spiel. Die Ölmärkte sehen sich mit stark schwankenden Ölpreisen konfrontiert, da Hoffnungen auf zeitnahe Friedensabkommen im Nahen Osten aufgrund neuer Angriffe zwischen dem Iran und Israel vorerst verflogen sind. In direkter Konsequenz stiegen die allgemeinen Ölpreise wie auch die Heizölpreise in der vergangenen Woche teils deutlich an. Mittlerweile besteht der Nahost-Konflikt [...]
Neue Woche – Gleiches Spiel. Die Ölmärkte sehen sich mit stark schwankenden Ölpreisen konfrontiert, da Hoffnungen auf zeitnahe Friedensabkommen im Nahen Osten aufgrund neuer Angriffe zwischen dem Iran und Israel vorerst verflogen sind. In direkter Konsequenz stiegen die allgemeinen Ölpreise wie auch die Heizölpreise in der vergangenen Woche teils deutlich an. Mittlerweile besteht der Nahost-Konflikt seit mehr als 3 Monaten, eine eindeutige und klare Friedensfindung scheint noch nicht in Sicht.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Da am vergangenen Wochenende neue Angriffe zwischen dem Iran und Israel gemeldet wurden, stiegen die Unsicherheiten am Ölmarkt, weshalb sich auch die Heizölpreise zum Wochenbeginn um +4,52 Euro pro 100 Liter gegenüber Freitagabend erhöhten. Verglichen mit dem Montag der Vorwoche sorgte dies sogar für Preisanstiege um +6,51 Euro. Dennoch blieb Heizöl etwas günstiger als noch vor einem Monat, als die geopolitischen Spannungen noch schärfer waren als zuletzt. Entsprechend sind derzeit leichte Preisabschläge von durchschnittlich -2,20 Euro gegenüber der zweiten Maiwoche zu verzeichnen.
Langfristige Preisentwicklung
Blicken wir auf die langfristige Preisentwicklung, sind die durchschnittlichen Heizölpreise in der Bundesrepublik pro 100 Liter derzeit -2,54 Euro günstiger als vor 3 Monaten, kurz nach Beginn des weiterhin anhaltenden US-Iran-Konflikts. Schaut man jedoch noch weiter zurück und auf die Vorjahre, wird deutlich, wie stark die Heizöl-Preisanstiege aufgrund der anhaltenden Markteinschränkungen und Auseinandersetzungen ausfallen. So kostet Heizöl derzeit, verglichen mit dem Vorjahresmonat, +42,63 Euro mehr pro 100 Liter. Gegenüber Juni 2024 sind Aufschläge von +34,75 Euro zu sehen.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Erste Raketenangriffe des Iran gegen Israel seit April
Während ein Friedensabkommen der USA mit dem Iran weiter ausbleibt, verschärften sich zuletzt die Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und Israel. Dabei kam es erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe im April zu iranischem Raketenbeschuss gegen Israel, gefolgt von Vergeltungsschlägen aus Israel.
– Russland meldet sinkende Ölproduktion
Die Ukraine hält weiterhin ihre Angriffe gegen die russische Ölindustrie aufrecht. Nachdem die Situation die längste Zeit heruntergespielt wurde bestätigen mittlerweile auch russische Politiker, dass Ölproduktion und Rohölverarbeitung in diesem Jahr bisher deutlich gefallen sind.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise?
– Ölproduzenten im Nahen Osten setzen auf Nicht-Hormus-Exporte
Der Iran kontrolliert große Teile der Straße von Hormus, eine der wichtigsten Öltransitrouten weltweit. Um die Exporte aus dem Nahen Osten aufrecht zu erhalten, suchen und bauen mehrere Länder nun Pipelines, um Umleitungen um die Seeroute bei Hormus zu ermöglichen.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 08.06.2026