USA und Iran nähern sich bei Hormus-Verhandlungen an – Heizölpreise geben nachWährend die geopolitischen Spannungen rund um den Russland-Ukraine-Krieg, den Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz gegen Saudi Arabien und der Konflikt zwischen den USA und dem Iran den Ölmarkt weiter eng im Griff hat, scheint es bei letzterem Fortschritte zu Friedensvereinbarungen zu geben. Im Rahmen der UN-Generalversammlung hieß es, man prüfe derzeit eine schrittweise Entschärfung und würde [...]
Während die geopolitischen Spannungen rund um den Russland-Ukraine-Krieg, den Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz gegen Saudi Arabien und der Konflikt zwischen den USA und dem Iran den Ölmarkt weiter eng im Griff hat, scheint es bei letzterem Fortschritte zu Friedensvereinbarungen zu geben. Im Rahmen der UN-Generalversammlung hieß es, man prüfe derzeit eine schrittweise Entschärfung und würde sich dabei ein wenig entgegenkommen. Bei den Ölmärkten löste dies am späten Donnerstagshandel bis in den heutigen Freitag moderate Preisrückgänge bei Ölprodukten aus.
USA und Iran prüfen Friedensvereinbarungen Scheinbar zeigen die aktuellen Verhandlungen am Rand der UN-Generalversammlung Erfolge. Aus Insiderkreisen hieß es gestern, dass Unterhändler und Vertreter der Kriegsparteien derzeit schrittweise Vereinbarungen zur Entschärfung des Hormus-Konflikts und damit auch der Blockade der zentralen Nahost-Meerenge und Handelsroute prüfen würden. Demnach plane der Iran, die Blockade internationaler Schiffe und entsprechende Angriffe aufzuheben, wenn die USA die Seeblockade iranischer Schiffe beenden würden.
Auch zum Thema Atomanlagen und angereichertem Uran würde es demnach Fortschritte geben. So erklärte der iranische Präsident Massud Peseschkian selbst, dass man zur Herausgabe von hochangereichertem Uran bereit sei. Gegenüber Fox News habe er erklärt, dass man sich „im Rahmen des Völkerrechts, auf der Grundlage des Atomwaffensperrvertrags“ an alles halten werde, wozu man verpflichtet sei, darunter auch die Vermeidung der Weiterverbreitung von Nuklearwaffen. Auch eine gezielte Verdünnung des bereits angereicherten Urans, um es Waffenunfähig zu machen, und Kontrollen der Atomprogramme des Landes seien möglich.
An den Finanz- und Rohstoffmärkten sorgten diese Infos für vorsichtigen Optimismus, wenn auch noch kein volles Durchatmen. Schon mehrfach gab es Annäherungen zwischen den Konfliktparteien, die innerhalb weniger Tage bis Wochen nichtig waren. Entsprechend warten die Märkte auf klarere Signale und Entwicklungen, um wirkliche Preisentlastungen in Betracht zu ziehen, auch wenn zumindest ein wenig positive Stimmung zu erkennen ist.
Heizölpreise geben zum Wochenende nach
Nachdem es in den letzten Tagen zu deutlichen Preisanstiegen am Heizölmarkt kam, sorgen die aktuellen Meldungen für ein wenig Entspannung in der Preisentwicklung. Für Abnehmer in der Bundesrepublik bedeutet dies leichte Abschläge vor dem Start ins Wochenende. Diese werden aktuell bei durchschnittlich -2,70 bis -3,70 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag erwartet. Diese Preise sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich je nach geopolitischen und wirtschaftlichen Veränderungen nahezu jederzeit wieder ändern.
Iran pocht auf Ende der US-Seeblockade – Produktbestände der USA wieder rückläufig – Heizöl etwas günstiger erwartetUS-Präsident Trump hatte bereits am Dienstag seine Rede vor der UN-Generalversammlung gehalten und am Rande der Veranstaltung auch erste "produktive" indirekte Gespräche der USA mit dem Iran erwähnt. Am gestrigen Mittwoch ergriff nun der iranische Präsident Masud Peseschkian bei der UN-Generalversammlung das Wort und stellte noch einmal klar, dass der Iran zwar dialogbereit sei, sich [...]
US-Präsident Trump hatte bereits am Dienstag seine Rede vor der UN-Generalversammlung gehalten und am Rande der Veranstaltung auch erste „produktive“ indirekte Gespräche der USA mit dem Iran erwähnt. Am gestrigen Mittwoch ergriff nun der iranische Präsident Masud Peseschkian bei der UN-Generalversammlung das Wort und stellte noch einmal klar, dass der Iran zwar dialogbereit sei, sich aber nicht der „Sprache der Gewalt“ beugen werde.
Peseschkian: Ohne Ende der US-Seeblockade keine Freigabe von Hormus
Bei seiner Rede sprach Peseschkian auch die Situation in der Straße von Hormus an. „Es kann nicht sein, dass alle von der Straße von Hormus profitieren, während uns der Zugang verwehrt wird“, sagte er Bezug nehmend auf die US-Seeblockade Irans. Peseschkian gab an, die Islamische Republik werde die Meerenge erst wieder freigeben, wenn auch die USA ihre Seeblockade beenden. Darüber hinaus wiederholte er weitere Forderungen Teherans für ein Abkommen, wie beispielsweise die Freigabe im Ausland eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie das Recht auf die zivile Nutzung von Atomkraft.
US-Produktbestände wieder rückläufig
Während also abzuwarten bleibt, ob sich die Schifffahrt in der Straße von Hormus in naher Zukunft wieder normalisieren kann, meldete das US-Energieministerium (DOE) am Mittwochnachmittag für die vergangene Woche einen deutlichen Anstieg der US-Rohölvorräte. Die leichte Erholung, die sich bei den Destillat- und Benzinbeständen zuletzt ergeben hatte, geriet in der vergangenen Woche dagegen allerdings bereits wieder ins Stocken. So lagen die Vorräte in den beiden Produktkategorien im saisonalen Vergleich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.
Washington prüft Diesel-Exportverbot
Da die Dieselpreise in den USA am Dienstag laut dem US-Automobilclub (AAA) ein neues Rekordniveau erreichten, prüft Washington mittlerweile sogar die potenzielle Wirkung eines teilweisen oder vollständigen Diesel-Exportverbots. US-Präsident Trump gab am Dienstag an, er habe sich für ein Exportverbot des Kraftstoffs ausgesprochen. Sollten die USA die Ausfuhr von Diesel tatsächlich verbieten, würde dies das Angebot auf dem internationalen Markt weiter schmälern, was die Preise weiter nach oben treiben dürfte.
Heizölpreise teils noch etwas günstiger erwartet
An den Ölbörsen bleibt der Gasoil-Kontrakt heute Morgen noch unterhalb des Vortageshochs. Zudem startet der EUR/USD nach den gestrigen Kursverlusten einen Erholungsversuch. Daher können Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet aktuell noch mit leichten Abschlägen von -0,75 bis -0,15 Euro pro 100 Liter Heizöl gegenüber Mittwochvormittag rechnen. Diese Zahlen können sich aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Tagesverlauf ändern und sind daher nur als Momentaufnahme zu verstehen.
Spritpreise: Benzin fällt leicht, Diesel stabil – Ölpreis deutlich gesunken – Preisniveau aus Sicht des ADAC zu hochMünchen (ots) - Wie aktuelle Zahlen des ADAC zeigen, kostet Super E10 im Wochenvergleich im bundesweiten Mittel rund 2,267 Euro je Liter. Damit sinkt der Preis um 3,3 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Der Dieselpreis bleibt im selben Zeitraum nahezu unverändert: 2,428 Euro müssen Verbraucher durchschnittlich je Liter bezahlen - das entspricht einem leichten Anstieg [...]
München (ots) – Wie aktuelle Zahlen des ADAC zeigen, kostet Super E10 im Wochenvergleich im bundesweiten Mittel rund 2,267 Euro je Liter. Damit sinkt der Preis um 3,3 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Der Dieselpreis bleibt im selben Zeitraum nahezu unverändert: 2,428 Euro müssen Verbraucher durchschnittlich je Liter bezahlen – das entspricht einem leichten Anstieg von 0,6 Cent im Vergleich zur vergangenen Woche.
Der Ölpreis hat im selben Zeitraum jedoch deutlich nachgegeben: Ein Barrel der Nordseesorte Brent notierte gestern zum Handelsschluss unter der Marke von 100 US-Dollar – das sind mehr als zehn US-Dollar weniger als noch in der Vorwoche. Trotz des zuletzt deutlich gesunkenen Ölpreises ist das Preisniveau aus Sicht des ADAC weiterhin zu hoch. Zwar beeinflussen neben dem Rohölpreis auch der Euro-Dollar-Wechselkurs und die internationalen Produktmärkte die Kraftstoffpreise, der deutliche Rückgang des Ölpreises spiegelt sich bislang jedoch nur teilweise in den Preisen an den Zapfsäulen wider. Aus Sicht des ADAC besteht daher insbesondere auf Raffinerie- und Großhandelsebene weiterhin Erklärungsbedarf.
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken, denn dann sind die Spritpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend langsam wieder. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.