- Spannungen am Weltmarkt treiben Rohölpreise auf 2-Monats-Hoch – Heizöl etwas teurer
Die Spannungen und Unsicherheiten am globalen Ölmarkt reißen nicht ab und brachten die europäische Rohöl-Sorte Brent erstmals seit 2 Monaten auf einen Börsenpreis über 100 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Lieferausfälle und Engpässe für das "flüssige Gold" werden mit der anhaltenden Dauer der Sperre der Straße von Hormus, sowie den weiteren Auseinandersetzungen zwischen der [...] - Mehrere Faktoren verstärken Angebotssorgen – Heizölpreise ziehen weiter an
Die Angebotssorgen am Ölmarkt nehmen weiter zu, was vor allem an den geopolitischen Konflikten im Nahen Osten und der Ukraine liegt. Aber auch die Hurrikan-Saison über dem Atlantik, die zuletzt den Tropensturm Bertha hervorgebracht hat, trägt dazu bei, da Berthas Kurs den Prognosen zufolge direkt über den Ölanlagen im Golf von Mexiko und an der [...] - Krisenherde auf der ganzen Welt bringen Energiepreisanstiege – Heizöl wird teurer
Im gestrigen Tagesverlauf wie auch am heutigen Mittwochmorgen bleiben die Energiemärkte angespannt. Krisenherde auf der ganzen Welt bringen Versorgungsengpässe bei Öl und dessen Produkten, was Börsenkurse und Handelspreise gleichermaßen weiter nach oben treibt. Mittlerweile gehen die Probleme jedoch über Kriege und Konflikte hinaus, da neben den Auseinandersetzungen im Nahen Osten und Russland nun auch ein [...]

Die Spannungen und Unsicherheiten am globalen Ölmarkt reißen nicht ab und brachten die europäische Rohöl-Sorte Brent erstmals seit 2 Monaten auf einen Börsenpreis über 100 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Lieferausfälle und Engpässe für das „flüssige Gold“ werden mit der anhaltenden Dauer der Sperre der Straße von Hormus, sowie den weiteren Auseinandersetzungen zwischen der Ukraine und Russland, immer deutlicher und wirken sich erheblich auf die Preisentwicklung am Markt aus.
Schiffsverkehr durch Straße von Hormus auf tiefstem Stand seit Mai
Die Seeroute der Straße von Hormus, südwestlich des Iran und nahe einer Vielzahl wichtiger Exporthäfen des Nahen Osten, ist weiterhin in den Konflikt zwischen den USA und dem Iran verwickelt. Dabei kam es in den letzten beiden Wochen immer wieder zu Angriffen auf Handelsschiffe in der Wasserstraße, welche die Sicherheit des Frachtverkehrs schwer einschränken.
Dennoch versuchen Schiffe weiterhin die Meerenge zu passieren, um inmitten der explodierenden Ölpreise irgendwie die Versorgung ihrer Raffinerien und Bevölkerungen zu sichern. Doch die Zahl der Öltanker, die das Gefahrengebiet durchqueren, sinkt stetig und fiel Daten des Analyseunternehmen Kpler zufolge auf den tiefsten Stand seit 11 Wochen, da nur ein einziger Öltanker die Meerenge am Mittwoch durchquerte.
Schiffsverkehr durch das Rote Meer scheinbar weiterhin möglich
Knapp 2000 Kilometer weiter südwestlich, im Roten Meer, scheint der Schiffsverkehr durch das Rote Meer und die Meerenge von Bab el-Mandeb im Süden des Gewässers weiterhin möglich zu sein. Anfang der Woche kündigte die jemenitische Huthi-Miliz an, die Engstelle für saudische Schiffe zu blockieren, zur Wochenmitte griffen sie bestätigt ein Schiff aus Saudi Arabien an. Jedoch scheint der Verkehr für nicht-saudische Schiffe weiter freigegeben zu sein. So kreuzten am Donnerstag 32 Schiffe die Meerenge, gegenüber 26 Schiffe am Mittwoch, darunter auch 9 beladene Öltanker.
Heizölpreise steigen vor dem Wochenende leicht an
Die geopolitischen Spannungen und Engpässe am Markt aufgrund der Exporteinschränkungen aus dem Nahen Osten treiben die Ölpreise in den letzten Tagen weiter nach oben. Und auch wenn die Börsenpreise am Freitagmorgen moderate Abwärtsbewegungen anzeigen, muss aktuell mit Preisanstiegen bei Heizöl über +0,70 bis +1,70 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag gerechnet werden. Aufgrund der unsicheren Entwicklungen sind diese Preise jedoch nur näherungsweise Richtwerte und können sich jederzeit wieder ändern.

Die Angebotssorgen am Ölmarkt nehmen weiter zu, was vor allem an den geopolitischen Konflikten im Nahen Osten und der Ukraine liegt. Aber auch die Hurrikan-Saison über dem Atlantik, die zuletzt den Tropensturm Bertha hervorgebracht hat, trägt dazu bei, da Berthas Kurs den Prognosen zufolge direkt über den Ölanlagen im Golf von Mexiko und an der US-Golfküste verlaufen dürfte. Damit könnte der Tropensturm die Erholung der US-Ölbestände, die sich in den vergangenen beiden Wochen ergeben hatte, wieder in Gefahr bringen.
US-Ölbestände legten vergangene Woche erneut zu
Nachdem die Gesamtölreserven der USA (Rohöl und sämtliche Produkte) in der Woche zum 3. Juli noch auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gesunken waren, zeigten sie in den vergangenen beiden Wochen wieder Anzeichen einer Erholung. Während die landesweiten Rohölvorräte in der Woche zum 17. Juli laut dem gestern veröffentlichten Wochenbericht des US-Energieministeriums (DOE) ebenfalls zunahmen, bleibt die Bestandssituation im US-Zentrallager in Cushing (Oklahoma) jedoch kritisch, was einen Rückgang des US-Rohölpreises nach Erscheinen der Daten gestern verhinderte.
Die US-Rohölproduktion ging unterdessen vergangene Woche leicht zurück, nachdem sie in der Vorwoche noch im Bereich des Allzeithochs von 13,9 Mio. B/T, das sie bislang in der Wochenstatistik des DOE verzeichnet hat. Sollte nun Bertha nur langsam über die Ölanlagen im Golf von Mexiko hinwegziehen, könnte dies dazu führen, dass der Produktionsbetrieb stärker beeinträchtigt wird – und damit auch die Fördermengen. Aber auch beim Raffineriesektor entlang der US-Golfküste wären in diesem Falle mit stärkeren Einschnitten zu rechnen. So könnten Überschwemmungen und/oder Stromausfälle den Betrieb der Raffinerien behindern oder gar vollständig lahmlegen, was wiederum die Verfügbarkeit an Produkten dezimieren könnte.
Geopolitische Konflikte treiben Ölpreise weiterhin nach oben
Derweil bleiben die geopolitischen Konflikte ein Preistreiber an den Ölbörsen, zumal sich statt einer Deeskalation eher eine weitere Verschärfung der Lage abzeichnet. So drohte US-Präsident Trump dem Iran beispielsweise am gestrigen Mittwoch, dass die USA für jedes Schiff, das in der Straße von Hormus von iranischer Seite angegriffen werde, eine Brücke oder ein Stromkraftwerk im Iran zerstören würden. Teheran drohte wenig überraschend mit entsprechenden Vergeltungsmaßnahmen, sollte es soweit kommen.
In der Straße von Bab el-Mandeb, die das Rote Meer vom Golf von Aden trennt, haben die Huthi-Miliz mittlerweile mit der Seeblockade Saudi-Arabiens begonnen und erste Tanker angegriffen. Damit wird nun auch die Schifffahrt auf einer wichtigen Alternativroute zur Straße von Hormus zu einem Risiko, das vor allem das Ölangebot Saudi-Arabiens zusätzlich beeinträchtigen dürfte.
Heizölpreise ziehen weiter an
An den Ölbörsen zogen die Kontrakte heute Morgen daher erneut an. Während der Nordsee-Rohölkontrakt Brent zeitweise schon wieder die 100 Dollar-Marke ins Visier nahm, verringerte Gasoil den Abstand zum Hoch vom 6. Mai. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher der Bundesrepublik bedeutet dies, dass sie ebenfalls mit einem Preisanstieg rechnen müssen. So ist bei Heizöl mit Aufschlägen von +0,65 bis +1,25 Euro pro 100 Liter gegenüber Mittwochvormittag zu erwarten. Da die Preisentwicklungen aktuell jedoch sehr empfindlich sind und teils erhebliche Anstiege und Rückgänge erleben, sind die genannten Zahlen nur Richtwerte und können sich jederzeit ändern.

Im gestrigen Tagesverlauf wie auch am heutigen Mittwochmorgen bleiben die Energiemärkte angespannt. Krisenherde auf der ganzen Welt bringen Versorgungsengpässe bei Öl und dessen Produkten, was Börsenkurse und Handelspreise gleichermaßen weiter nach oben treibt. Mittlerweile gehen die Probleme jedoch über Kriege und Konflikte hinaus, da neben den Auseinandersetzungen im Nahen Osten und Russland nun auch ein Hurrikan durch Teile der US-Ölindustrie im Golf von Mexiko zieht.
Seeblockaden im Nahen Osten sorgen für Angebotsdruck
Der Seeweg „Straße von Hormus“ südlich des Iran ist und bleibt weiterhin im Zentrum der Spannungen. Fast täglich gibt es kriegerische Auseinandersetzungen rund um die Meerenge und immer wieder werden Handelsschiffe und Öltransporter, die versuchen die Route zu durchqueren, von Projektilen getroffen oder anderweitig von Explosionen erfasst. In den meisten Fällen gibt sich der Iran unschuldig und weißt darauf hin, dass die Schiffe oftmals ungefragt die Kreuzung der Meerenge wagten, oder auf einer nicht freigegebenen Position gefahren seien.
Mittlerweile breiten sich die Spannungen jedoch noch weiter aus. knapp zweitausend Kilometer weiter süd-westlich liegt das Rote Meer und in dessen Süden die Meerenge Bab el-Mandeb. Diese soll aktuell von der jemenitischen Huthi-Miliz bewacht werden und für den Schiffsverkehr aus Saudi Arabien gesperrt sein, nachdem das Land in den letzten Monaten große Teile seiner Ölexporte dorthin verlagert hat. Umleitungen über den Suezkanal wären auf dieser Strecke zwar möglich, machen die Öltransporte jedoch viel aufwendiger und teurer und sind daher eher unbeliebt.
Russland-Konflikt sorgt für Exportausfälle aus Kasachstan
In den letzten Tagen wurden mehrfach Schiffe am Schwarzmeerhafen von Noworossijsk im Südwesten Russlands, nahe der Krim, angegriffen. Dort steht auch das CPC-Terminal, die wichtigste Exportpipeline und Verladestelle Kasachstans für Ölexporte auf den Weltmarkt. Da dort immer wieder Schiffe angegriffen und damit auch das Verladeterminal in große Gefahr gebracht wurde, meldete Kasachstan bereits am Montag kurzzeitige, und am Dienstag mögliche längere Ölexportstopps, was die Versorgung am Weltmarkt noch weiter einschränkt.
Tropensturm Bertha kurz davor durch US-Ölanlagen zu ziehen
Das US-Hurricane Center gab in den letzten Tagen Warnungen vor dem US-Tropensturm Bertha, welcher sich aktuell von der Südwestküste Floridas in Richtung Texas bewegt. Mehr als 1000 Ölplattformen liegen auf dieser Route im nördlichen Bereich des Golf von Mexiko. Sollte Bertha seine Bewegungsrichtung beibehalten, könnte der Tropensturm durch hunderte davon ziehen. Ölproduzenten haben deshalb bereits mit Sicherungsmaßnahmen begonnen, um die Ölanlagen zu stabilisieren und mögliche Schäden auf ein Minimum zu reduzieren.
Heizölpreise steigen weiter an
Die geopolitischen Spannungen, gemeinsam mit den Sturmwarnungen im Süden der USA, sorgen am Ölmarkt für Unsicherheiten in der Energieversorgung. Das zieht sich bis in den deutschen Heizölmarkt, weshalb in der Bundesrepublik aktuell mit Preisanstiegen über +2,75 bis +3,35 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag gerechnet werden muss. Da die Preisentwicklungen aktuell jedoch sehr empfindlich sind und teils erhebliche Anstiege und Rückgänge erleben, sind die genannten Zahlen nur Richtwerte und können sich jederzeit ändern.