USA kündigt aufgrund Hormus-Streit größte wirtschaftliche Isolierung aller Zeiten an – Heizöl etwas günstigerDie Ölmärkte bleiben auch vor dem Wochenende nervös und unsicher, während die USA ihren Griff gegen den Iran weiter festigen will. Während die Ölmärkte dabei vorsichtig bleiben und die Preisentwicklungen immer wieder von moderatem Auf und Ab betroffen sind, bleiben die Reaktionen weitaus entspannter als zum Krisenbeginn, zu dem die USA sehr viel aggressiver auf [...]
Die Ölmärkte bleiben auch vor dem Wochenende nervös und unsicher, während die USA ihren Griff gegen den Iran weiter festigen will. Während die Ölmärkte dabei vorsichtig bleiben und die Preisentwicklungen immer wieder von moderatem Auf und Ab betroffen sind, bleiben die Reaktionen weitaus entspannter als zum Krisenbeginn, zu dem die USA sehr viel aggressiver auf Angriffe gesetzt hat als in den letzten Tagen.
USA plant wirtschaftliche Isolierung des Iran Bereits früher diese Woche kündigte der US-Präsident eine umfassende wirtschaftliche Isolierung des Iran an, sollte das Land nicht zeitnah seine Angriffe auf Ölindustrien und Schiffe in und um die Straße von Hormus beenden und die Blockade von Transporten anderer Länder auflösen. Da der Iran hierzu noch nicht klein beigab, kündigte US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstagabend in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNBC an, dass am Montag klare Details zu den neuen Sanktions- und Isolationsplänen veröffentlicht werden sollen.
In einer ersten Zusammenfassung erklärte Bessent, dass die Isolationspläne auf Zusammenarbeit aller US-Verbündeten setzen, um unter gemeinsamer Koordination wirtschaftlichen Druck auf den Iran auszuüben. Auch eine indirekte Drohung rief er dabei mit aus: „Ihr seid entweder mit uns, oder gegen uns“, erklärte er, und rief dabei auf, dass auch China sich an die Vereinbarungen halten sollte, ohne genaue Details zu ebenjenen Vereinbarungen zu nennen.
China sieht eigene Wirtschaft und Ölversorgung in Gefahr
Die Regierung aus Peking rief schon vor der Veröffentlichung des Interviews mit CNBC dazu auf, dass die Konfliktparteien bitte dringlichst an einer Lösung auf diplomatischem Weg arbeiten sollten. „Sanktionen und Druck werden nicht dazu beitragen, das Problem zu lösen“, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums im Rahmen einer Pressekonferenz. China ist einer der größten Handels- und Wirtschaftspartner des Iran, und ist ebenso stark von iranischem Öl abhängig. Dementsprechend könnten Sanktionen und US-Sperren auch die Wirtschaft Chinas beeinflussen, was die Regierung in Peking vermeiden will.
Heizöl etwas günstiger erwartet
Das Auf und Ab der Ölpreise setzt sich weiter fort, während die Märkte immerhin ein wenig entspannter reagieren, jetzt wo die USA sich verstärkt auf wirtschaftliche Sanktionen statt direkte Angriffe gegen den Iran fokussiert. Im deutschen Heizölmarkt bringt diese indirekte Entspannung leichte Preisnachlässe, weshalb Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell mit Abschlägen um -0,85 bis -1,45 Euro pro 100 Liter rechnen können. Diese Werte sind jedoch nur Momentaufnahmen und können aufgrund der unsicheren geopolitischen Lage jederzeit von Schwankungen betroffen sein.
Lieferanten versuchen Ölexporte durch umkämpfte Meerenge fortzusetzen – Heizölpreise sinkenWährend der Konflikt rund um die Straße von Hormus und die wiederholten Auseinandersetzungen rund um die Öltransporte auf der Nahost-Wasserstraße sich seit fast 6 Monaten immer wieder fortsetzen und neu hochkochen, versuchen die Ölproduzenten der Region weiter, ihre Waren an den Mann bzw. die Konzerne zu bringen. Zwar sind die Öltransporte dabei deutlich niedriger als [...]
Während der Konflikt rund um die Straße von Hormus und die wiederholten Auseinandersetzungen rund um die Öltransporte auf der Nahost-Wasserstraße sich seit fast 6 Monaten immer wieder fortsetzen und neu hochkochen, versuchen die Ölproduzenten der Region weiter, ihre Waren an den Mann bzw. die Konzerne zu bringen. Zwar sind die Öltransporte dabei deutlich niedriger als zur Vorkriegszeit, sie reißen aber auch nicht komplett ab.
Irak, VAE und Saudi Arabien versuchen Ölexporte durch Hormus fortzusetzen Während die Kämpfe rund um die Meerenge der Straße von Hormus südlich des Iran fortgesetzt werden, versuchen die nahen Länder weiterhin, ihre Ölexporte durch den Wasserweg aufrecht zu halten. Besonders im Fokus stehen bei den großen Ölunternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Saudi Arabien Shuttle-Transporte, bei denen die Länder große Öltanker beladen, möglichst unentdeckt durch die Meerenge transportieren und dann in sichereren Gewässern nahe der omanischen Küste ihre Waren mittels Transfer auf Schiffe entsprechender Kunden weiterverladen.
Der Irak geht dabei nochmal einen anderen Weg und verkauft sein Öl gezielt an Handelsunternehmen und Ölgruppen der naheliegenden Länder zu besonders günstigen Preisen, sodass diese dann für den Export und die Sicherheit der Transporte verantwortlich sind. So bekommen beide Seiten ihre Einnahmen, die Handelsunternehmen und externen Konzerne müssen sich jedoch um Lieferung und Sicherheit kümmern, während der Irak sich verstärkt um die Produktion kümmern kann. Das System scheint Erfolg zu haben, in den ersten Augustwochen konnte das Land seine Ölexporte um mehr als +60% steigern.
Öltransporte durch die Straße von Hormus geschwächt, aber nicht stillstehend Wenn die aktuelle Lage etwas beweist, dann wie stur und resilient die Ölindustrie der Länder sein kann, um die Versorgung am Weltmarkt so gut wie möglich zu gewährleisten und entsprechende Gewinne dabei zu erzielen. Zwar sind die Öltransporte durch die Straße von Hormus aktuell, im Vergleich zur Vorkriegszeit, deutlich reduziert und die Märkte entsprechend unterversorgt, was immer wieder für Preisanstiege an den Börsen sorgt, von einem echten Lieferstopp kann jedoch nicht die Rede sein. Ob und wann die Situation sich jedoch wieder vollständig normalisiert, steht aktuell noch in den Sternen.
Preisnachlässe bei Heizöl erwartet Auch wenn der Konflikt rund um die Meerenge der Straße von Hormus bestehen bleibt, geben die Unternehmen ihr bestes, die Ölversorgung am Markt so gut wie möglich zu sichern. Damit hoffen die Märkte auf eine sich bessernde Versorgung bei Ölprodukten am internationalen Markt, was sich direkt auch auf die Heizölpreise in Deutschland auswirkt. Diese werden aktuell mit durchschnittlichen Abschlägen von -1,60 bis -2,60 Euro pro 100 Liter gegenüber Mittwochvormittag erwartet. Die Unsicherheit der aktuellen Marktentwicklungen kann jedoch jederzeit für Schwankungen und Änderungen sorgen, sodass diese Angaben nur als Momentaufnahme zu verstehen sind.
München (ots) –Das Niedrigwasser am Rhein sorgt in den angrenzenden Bundesländern für hohe Spritpreise. Das zeigen Daten des ADAC aus dem aktuellen Bundesländervergleich der Kraftstoffpreise. Besonders teuer sind Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Während Nordrhein-Westfalen insbesondere beim Diesel vorn liegt (2,254 Euro je Liter), steht Hessen bei Super E10 an der Spitze (2,164 Euro).
Welche Rolle das aktuelle Niedrigwasser spielt, zeigt ein Blick auf die günstigsten Bundesländer im ADAC Vergleich. Bei Super E10 liegen Mecklenburg-Vorpommern (2,078 Euro), Berlin (2,081 Euro) und Bayern (2,087 Euro) am unteren Ende der Preisskala. Ähnlich ist das Bild beim Diesel: Hier liegen Mecklenburg-Vorpommern bei 2,172 Euro sowie Berlin und Bayern bei jeweils 2,175 Euro. Die Raffinerien und Tanklager in diesen Regionen sind deutlich weniger von Transporten über den Rhein abhängig. Dadurch wirken sich die Folgen des Niedrigwassers dort weniger stark auf die Kraftstoffversorgung und die Preise aus. Für Bayern spielt dabei die Versorgung über die Transalpine Ölleitung aus dem Süden eine wichtige Rolle. In Berlin wirken sich zudem die hohe Tankstellendichte und der damit verbundene intensive Wettbewerb preisdämpfend aus. Die aktuellen Preisunterschiede zwischen den Bundesländern fallen deutlich stärker aus als dies üblicherweise der Fall ist.
Kraftstoffpreise: Bundesländer im Vergleich / August 2026
Der Vergleich der Bundesländer macht insgesamt deutlich, dass die logistischen Herausforderungen durch das Niedrigwasser Auswirkungen auf die Kraftstoffpreise haben. Dieser Sonderfaktor dürfte neben einem steigenden Ölpreis dazu beitragen, dass die Spritpreise bundesweit um einige Cent höher liegen.
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken, denn dann sind die Spritpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend langsam wieder. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.