US-Iran-Spannungen zur Straße von Hormus machen Druck am Ölmarkt – Heizöl wird teurerDie USA und der Iran setzen ihre Auseinandersetzungen rund um die "Freiheit" der Straße von Hormus fort und führen dabei immer wieder gegenseitige Angriffe auf US-Stützpunkte und iranische Waffen- und Verteidigungsanlagen fort. Die Exporte durch die Meerenge südlich des Iran stürzen in Befürchtung von Angriffen fast auf null und setzen die Ölbörsen unter Druck, da [...]
Die USA und der Iran setzen ihre Auseinandersetzungen rund um die „Freiheit“ der Straße von Hormus fort und führen dabei immer wieder gegenseitige Angriffe auf US-Stützpunkte und iranische Waffen- und Verteidigungsanlagen fort. Die Exporte durch die Meerenge südlich des Iran stürzen in Befürchtung von Angriffen fast auf null und setzen die Ölbörsen unter Druck, da die ersten Länder bereits wieder Versorgungsprobleme befürchten. Entsprechend kommt es zu umfassenden Preisanstiegen bei Öl und Ölprodukten.
USA droht dem Iran mit Angriffen auf Infrastruktur und Kraftwerk Das US-Militär hat gestern seine Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen wieder in Kraft gesetzt und in der Nacht zum Mittwoch neue Luftangriffe gegen iranische, militärische Ziele durchgeführt. Dabei soll es jedoch nicht bleiben – Der US-Präsident drohte gestern Abend mit Angriffen auf allgemeine, zivile Anlagen, darunter Kraftwerke und Brücken, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“.
Iran droht mit Erzwingung von Exportstopps im Nahen Osten Der Iran scheint sich von den Drohungen der USA jedoch nicht sonderlich beeindrucken zu lassen. So drohte auch die iranische Revolutionsgarde und kündigte an, sämtliche Ölexporte rund um die Straße von Hormus von Ländern wie Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu blockieren. Der Iran startete auch direkt Angriffe gegen diese Länder und die US-Stützpunkte in ihnen.
Ölmarkt unter Druck – Versorgungsängste werden wieder sichtbar Während die großen Energieinstitute für die Zukunft weiterhin mit einem Überangebot am Ölmarkt rechnen, stehen die asiatischen Märkte aktuell wieder vor einem deutlichen Versorgungsproblem. So bekam Indien in den letzten Monaten 30-40% seiner Ölimporte aus dem Nahen Osten, während Länder wie Südkorea und Pakistan üblicherweise mehr als 70% ihres Ölbedarfs mit Nahost-Exporten decken. Hier müssen nun wieder neue Importwege eröffnet und Partnerschaften geknüpft werden, um die Versorgung der Länder zu stützen. Das bringt aktuell erhebliche Preisanstiege am Ölmarkt.
Heizöl wird teuer
Die aktuellen Entwicklungen und Exporteinschränkungen durch aufgrund der US-Iran-Auseinandersetzungen treiben die Ölpreise nach oben, was sich direkt mit auf die Heizölpreise in der Bundesrepublik auswirkt. Käuferinnen und Käufer von Heizöl müssen deshalb heute mit deutlichen Preisaufschlägen gegenüber Dienstagvormittag rechnen, diese liegen aktuell bei durchschnittlich +3,70 bis +4,30 Euro pro 100 Liter.
Streit um Straße von Hormus – US-Seeblockade wieder aktivDie Hoffnung auf eine Entspannung am Persischen Golf schwindet. Nicht nur haben die Angriffe in der gesamten Region zugenommen, auch die US-Seeblockade gegen den Iran soll nun wieder eingerichtet werden. Der Iran hatte schon gestern erklärt, die Straße von Hormus sei geschlossen. Absichtserklärung quasi passé Damit sind so ziemlich alle Übereinkünfte wieder passé, auf [...]
Die Hoffnung auf eine Entspannung am Persischen Golf schwindet. Nicht nur haben die Angriffe in der gesamten Region zugenommen, auch die US-Seeblockade gegen den Iran soll nun wieder eingerichtet werden. Der Iran hatte schon gestern erklärt, die Straße von Hormus sei geschlossen.
Absichtserklärung quasi passé
Damit sind so ziemlich alle Übereinkünfte wieder passé, auf die sich Washington und Teheran in der Absichtserklärung von Juni geeinigt hatten. Ob es weitere Verhandlungen geben wird, ist unklar. Eigentlich hatten sich beide Länder bereit erklärt, eine 60-tägige Waffenruhe einzuhalten, während der dann ein endgültiges Friedensabkommen ausgehandelt werden sollte.
Die Chancen darauf stehen allerdings schlecht, denn vor allem die Unstimmigkeiten über die Straße von Hormus hatten zuletzt deutlich zugenommen. So besteht der Iran darauf, Transitgebühren für die Passage durch die global bedeutende Meerenge zu erheben. Dies wurde bis gestern von Washington unter Berufung auf die Freiheit internationaler Gewässer scharf verurteilt.
Donald Trump reaktiviert Seeblockade und phantasiert von „Servicegebühr“
Allerdings scheint Donald Trump inzwischen eine neue Strategie zu verfolgen. Nicht nur hat er gestern angekündigt, die Seeblockade gegen den Iran wieder einzuführen, die vor dem vorläufigen Abkommen gegolten hatte. Auch sollen nun statt dem Iran die USA die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen und als „Hüter“ der Meerenge fungieren.
Doch damit nicht genug: In einem Social Media Post brachte der US-Präsident zudem eine „Servicegebühr“ ins Spiel, die dann an die USA gezahlt werden müsse, und zwar in Höhe von 20% des jeweiligen Warenwertes. Was Donald Trump in seinem Post als „fair“ bezeichnet, könnte für einen vollbeladenen Supertanker Gebühren von bis zu 30 Mio. Dollar bedeuten. Genauere Details zu Trumps Plänen gibt es wie üblich nicht, das Weiße Haus hüllt sich bisher in Schweigen.
Inlandspreise machen Satz nach oben
An den Ölbörsen haben Trumps Kommentare aber durchaus Spuren hinterlassen, denn dass Öl tendenziell wieder teurer würde, sollte es erneut zu einer dauerhaften Blockade oder zu einer Schutzgebühr in Höhe von 20% kommen, kann sich jeder ausrechnen. Entsprechend steigen auch die Inlandspreise heute wieder, so dass mit starken Aufschlägen von +9,30 bis +10,30 pro 100 Liter im Vergleich zu Montag gerechnet werden muss.
Preisstatistik – Auseinandersetzungen am Persischen Golf nehmen zu, treiben Preise nach obenIn den letzten Tagen nahmen die Spannungen zwischen den USA und dem Iran rund um die (See-)Straße von Hormus wieder deutlich zu, während weiterhin Russlands Ölindustrie durch die Ukraine angegriffen und schwer beschädigt wird. Das sorgt auf internationaler Ebene für deutliche Preisanstiege bei Öl und Ölprodukten, und trifft auch den deutschen Heizölmarkt entsprechend deutlich. Kurzfristige [...]
In den letzten Tagen nahmen die Spannungen zwischen den USA und dem Iran rund um die (See-)Straße von Hormus wieder deutlich zu, während weiterhin Russlands Ölindustrie durch die Ukraine angegriffen und schwer beschädigt wird. Das sorgt auf internationaler Ebene für deutliche Preisanstiege bei Öl und Ölprodukten, und trifft auch den deutschen Heizölmarkt entsprechend deutlich.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Mit den wachsenden Auseinandersetzungen rund um die Straße von Hormus im Nahen Osten, werden der Schiffsverkehr eingeschränkt und die Risikoaufschläge für Frachten in der Region deutlich angehoben. Die Versorgungsrisiken lassen auch in Deutschland die Heizölpreise deutlich steigen. So kosten 100 Liter am heutigen Montagmorgen durchschnittlich +3,05 Euro mehr als vergangenen Freitag und +8,67 Euro mehr als vor einer Woche. Verglichen mit vor einem Monat zahlen Abnehmer in der Bundesrepublik derzeit Aufschläge von +9,26 Euro.
Langfristige Preisentwicklung Auf langfristige Sicht zeigen sich weiterhin die Änderungen zwischen den aktuellen Preisen und der Vor-Konfliktzeit im Nahen Osten. So ist Heizöl aktuell durchschnittlich -15,19 Euro günstiger als vor drei Monaten, als die hitzigste Phase des USA-Iran-Israel-Konflikts langsam abflachte. Blicken wir weiter zurück, zahlen Heizölkäufer in Deutschland derzeit rund +33,32 Euro mehr als zur Julimitte vergangenes Jahr, und +27,53 Euro mehr als vor zwei Jahren.
Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Neue Angriffe rund um den Persischen Golf In den letzten Tagen kam es mehrfach zu Angriffen auf Schiffe rund um die Straße von Hormus. Im Gegenzug zerstörte die USA iranische Anlagen, was Angriffe des Iran auf US-Stützpunkte und eine kuwaitische Ölanlage mit sich brachte.
– Erneuter Stillstand des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus
Mit den steigenden Aggressionen und Spannungen im Nahen Osten bremst auch der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten See-Handelsstraßen der Welt, deutlich ab. Das setzt den Markt unter Druck und schürt Sorgen vor kurzfristigen Versorgungsengpässen.
– Russland verhängt Exportverbot von Diesel
Die Ukraine verschärfte in den letzten Wochen drastisch ihre Angriffe auf russische Ölanlagen. Mittlerweile musste die Regierung in Moskau ein Exportverbot für Diesel ausrufen. Treibstoffmärkte auf der ganzen Welt befürchten deshalb Versorgungslücken und temporäre Anpassungen bestehender Handelsrouten.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise?
– Verhandlungen zwischen USA und Iran sollen fortgesetzt werden Trotz der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran will der US-Präsident weiterhin an Gesprächen mit dem Iran festhalten. Wann diese stattfinden sollen, und wie lösungsorientiert die Gespräche inmitten der aktuellen Konflikte laufen werden, bleibt abzuwarten.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 13.07.2026