Volatilität und Unsicherheit am ÖlmarktDie börsengehandelten Rohölpreise sind in dieser Woche geprägt von Volatilität. Im Vorfeld der Zwischenwahlen in den USA, nach denen möglicherweise ein neuer Angriff auf den Iran geplant ist, überwiegt die Unsicherheit an den Ölmärkten, weshalb die Kurse stark schwanken. Insgesamt bleibt das Preisniveau - auch im Inland - deutlich erhöht. Angst vor neuen Angriffen [...]
Die börsengehandelten Rohölpreise sind in dieser Woche geprägt von Volatilität. Im Vorfeld der Zwischenwahlen in den USA, nach denen möglicherweise ein neuer Angriff auf den Iran geplant ist, überwiegt die Unsicherheit an den Ölmärkten, weshalb die Kurse stark schwanken. Insgesamt bleibt das Preisniveau – auch im Inland – deutlich erhöht.
Angst vor neuen Angriffen am Persischen Golf wächst
Zuletzt hatte es mehr und mehr Hinweise darauf gegeben, dass in Washington Vorbereitungen für eine neue, möglicherweise groß angelegte Angriffswelle mit israelischer Unterstützung laufen. Ob es tatsächlich dazu kommt, bleibt offen, doch am Ölmarkt preist man ein gewisses Risiko schon jetzt mit ein.
Denn die Folgen einer neuen militärischen Eskalation könnten weitreichend sein. Sollten etwa erneut Ölförderanlagen in den Anrainerstaaten am Persischen Golf beschädigt werden, würde dies die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen – und das, wo die Exportströme sich gerade wieder etwas normalisiert hatten.
Angebotslage bleibt knapp
Dabei bleibt die knappe Angebotssituation weltweit ein Problem, vor allem der Dieselmarkt ist weiterhin massiv unterversorgt. Für eine mögliche Entlastung sorgte hier gestern ein Bericht des Wall Street Journal, wonach die Ukraine auf Druck von Donald Trump ihre Angriffe auf russische Ölanlagen aussetzen will. Wie dauerhaft dieses Arrangement ist, bleibt jedoch abzuwarten.
Heizölpreise heute wieder etwas höher
Die Heizölpreise bleiben ebenfalls auf erhöhtem Niveau. Heute müssen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet auf Preisaufschläge in Höhe von +0,05 bis +1,05 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern früh einstellen.
Unsicherheit und Kriegsangst prägen den ÖlmarktAn den Ölbörsen überwiegt weiterhin die Sorge um einen neuen Kriegsausbruch im Nahen Osten, nachdem Donald Trump mehrfach mit erneuten Angriffen nach den US-Zwischenwahlen am 3. November gedroht hatte. Gleichzeitig haben aber auch die diplomatischen Bemühungen wieder an Fahrt aufgenommen. Katar vermittelt neuen Vorschlag So hat etwa Katar, das neben Pakistan und Oman schon [...]
An den Ölbörsen überwiegt weiterhin die Sorge um einen neuen Kriegsausbruch im Nahen Osten, nachdem Donald Trump mehrfach mit erneuten Angriffen nach den US-Zwischenwahlen am 3. November gedroht hatte. Gleichzeitig haben aber auch die diplomatischen Bemühungen wieder an Fahrt aufgenommen.
Katar vermittelt neuen Vorschlag
So hat etwa Katar, das neben Pakistan und Oman schon seit Monaten als Vermittler zwischen den Kriegsparteien fungiert, offenbar schon am Sonntag einen Entwurf über ein neues Abkommen übermittelt, welches in Teheran aktuell geprüft wird. Es soll eine 7-Tage-Plan und „vertrauensbildende Maßnahmen“ enthalten. Konkreteres gab es bisher dazu nicht.
USA drängt auf Klärung der Atomfrage
Und auch die USA sind weiteren Gesprächen mit Teheran gegenüber nicht abgeneigt. Allerdings machte der US-Vizepräsident J.D. Vance gestern in einem Brief an den Chef des iranischen Sicherheitsrates nochmals klar, dass nur eine Einigung in der Atomfrage einen neuen US-Militärschlag abwenden könne.
Iran glaubt noch an Diplomatie
Irans Außenminister Abbas Aragtschi schrieb unterdessen in einem Beitrag auf der Kommunikationsplattform X, der Iran gebe der Diplomatie weiterhin eine Chance zum Erfolg. „Wir stehen weiterhin in engem und kontinuierlichem Kontakt mit Vermittlern, um Ideen zu prüfen, die die Umsetzung unseres 7-Tage-Plans […] gewährleisten können.“
Marktteilnehmer bleiben vorsichtig
An den Ölbörsen bleibt hingegen vor allem Verunsicherung spürbar. Die meisten Marktbeobachter rechnen auch weiterhin mit einem Militärschlag nach den US-Zwischenwahlen nächsten Dienstag und bleiben so lange in einer Abwartehaltung. Nachhaltige Preiskorrekturen nach unten erscheinen damit vor nächster Woche sehr unwahrscheinlich.
Inlandspreise in enger Spanne
Bei den Inlandspreisen ergeben sich heute im Vergleich zu gestern Vormittag immerhin leichte Abschläge im Bereich von -0,05 bis -1,05 Euro pro 100 Liter. Insgesamt bleibt der Heizölpreis im Bundesgebiet aber leider weiterhin auf hohem Niveau.
Kohlenwasserstoffwirtschaft begrüßt Initiative der Regierung Strategiedialog zur Lage und Zukunft von Raffinerien und InfrastrukturenBerlin (ots) Der von der Bundesregierung eingeleitete Strategiedialog zur Zukunft der Raffinerien und der Kohlenwasserstoffbranche in Deutschland bietet die Chance, die Versorgung mit Energien und Grundstoffen für Verkehr, Wärme und Industrie langfristig zu sichern. Dazu sagt Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer beim en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie: "Jetzt müssen die Voraussetzungen für Investitionen in bestehende [...]
Berlin (ots) Der von der Bundesregierung eingeleitete Strategiedialog zur Zukunft der Raffinerien und der Kohlenwasserstoffbranche in Deutschland bietet die Chance, die Versorgung mit Energien und Grundstoffen für Verkehr, Wärme und Industrie langfristig zu sichern. Dazu sagt Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer beim en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie: „Jetzt müssen die Voraussetzungen für Investitionen in bestehende Standorte und deren Transformation dringend verbessert werden.“
Die Kohlenwasserstoffwirtschaft bildet die Grundlage für 52 Milliarden Euro Wertschöpfung pro Jahr und 584.000 Beschäftigte. Mineralöl ist der wichtigste Primärenergieträger in Deutschland. „Heimische Raffinerien und Infrastrukturen sind für eine verlässliche Versorgung mit Energie und Grundstoffen unverzichtbar. Das zeigt sich gerade in der globalen Energiekrise“, so Küchen. Auch künftig werden flüssige Kohlenwasserstoffe in großen Mengen benötigt: für die Luftfahrt, Teile des Straßenverkehrs sowie Industrien wie Chemie und Bauwirtschaft. Dazu kommt, dass flüssige Energieträger im Krisenfall und für die Verteidigung nicht zu ersetzen sind.
Küchen: „Die Sicherung und Modernisierung der Standorte sowie der Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Rohstoffen zum Erreichen der Klimaziele erfordern Investitionen im Milliardenbereich. Doch Überregulierung, politische Unsicherheit und Markteingriffe in die Preisbildung oder ein nicht verlässliches Steuersystem schwächen den Standort Deutschland.“ Kapazitäten werden abgebaut, Investitionen erfolgen in anderen Ländern. Das bedroht perspektivisch die bislang sichere Versorgung. Küchen: „Nötig sind weniger Bürokratie, verlässliche und technologieneutrale Regeln, tragfähige Märkte und geringere Einstiegsrisiken für klimaschonende Technologien. Nur wettbewerbsfähige Standorte können die Transformation stemmen.“ Klimaschutz müsse stärker industriepolitisch gedacht werden.
Kontraproduktiv seien auch branchenspezifische Verschärfungen des Wettbewerbsrechts, staatliche Preisregulierung und Pläne für eine sogenannte Übergewinnsteuer. „Schon die Diskussion verunsichert Investoren und erschwert die Mobilisierung des benötigten Kapitals.“ Stattdessen sei ein Maßnahmenpaket mit verlässlichen Geschäftsmodellen für CO2-neutrale Kohlenwasserstoffe und ein zügiger Ausbau der entsprechenden Infrastruktur erforderlich. „Einzelne Gesetzesanpassungen reichen nicht. Wir brauchen einen ganzheitlichen, sektorenübergreifenden Ansatz, eine Kohlenwasserstoff-Agenda. Deshalb ist es gut, dass der Strategiedialog alle relevanten Ministerien sowie die Bundesländer und Gewerkschaften einbezieht“, so Küchen.
Pressekontakt:
Rainer Diederichs, Alexander von Gersdorff
en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V.
Georgenstraße 24
10117 Berlin