
Nachdem sich die Demokraten im US-Kongress bei den Zwischenwahlen am Dienstag wieder die Mehrheit sichern konnten, gaben die Rohölpreise an den Rohstoffbörsen gestern noch einmal deutlich nach. So verzeichnete der Nordsee-Rohölkontrakt Brent am gestrigen Mittwoch erstmals seit dem 1. September wieder einen Settlementpreis von weniger als 95 Dollar pro Barrel. Dies liegt vor allem an der Hoffnung, dass die Wahlschlappe der Republikaner den militärischen Handlungsspielraum von Präsident Trump stärker begrenzen wird und eine Lösung des Konflikts mit dem Iran auf diplomatischem Wege deutlich wahrscheinlicher werden könnte.
Markt hofft auf Ende des Iran-Kriegs auf dem Verhandlungsweg
Letzteres spiegelt sich besonders in einem Beitrag wider, den Vize-Präsident JD Vance auf der Kommunikationsplattform X nach den Zwischenwahlen veröffentlichte. Darin nannte er den Iran-Krieg als Grund für die Wahlschlappe. Jedes ehrliche Gespräch über den weiteren Kurs müsse bei dieser Erkenntnis ansetzen, so Vance.
Präsident Trump hatte gegenüber der Wirtschaftszeitung Financial Times bereits kurz vor den Zwischenwahlen angegeben, Washington plane direkt nach den Zwischenwahlen keine Militärschläge gegen den Iran. Vielmehr wollte Trump den Verhandlungen mit Teheran nach den Midterms noch etwas Zeit geben. Nichts destotrotz seien kleinere Schläge auf die am Pickaxe Mountain vermutete unterirdische Atomanlage denkbar.
Einstufung des US-Zwischenwahlergebnisses durch Iran nun von Bedeutung
Die Frage ist aber nun auch, wie das Ergebnis der US-Zwischenwahlen in Teheran interpretiert wird. „Die Ergebnisse der US-Wahlen machen eine Einigung für Trump dringlicher, für den Iran aber nicht einfacher“, erklärt diesbezüglich Ebtesam al-Ketbi, Präsidentin des Emirates Policy Center in Abu Dhabi. Erkenne der Iran, dass Trump ein „Abkommen brauche, aber nicht irgendein Abkommen“, so könne sich eine Chance auf ein Kriegsende eröffnen. Werte Teheran das Ergebnis dagegen als Zeichen nachlassender US-Entschlossenheit, könnte dies den Iran erneut dazu ermutigen, die Lage wieder militärisch eskalieren zu lassen, so die Expertin.
Heizöl etwas günstiger erwartet
Nach dem starken Preisrückgang der vergangenen Tage starten die Ölfutures an den Rohstoffbörsen heute Morgen erst einmal wieder eine Aufwärtskorrektur. Diese fiel bislang allerdings noch so zögerlich aus, dass sich bei den Inlandspreisen angesichts des gestrigen Preisrutsches an der ICE immer noch ein deutlicher Rückgang abzeichnet. So dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher in der Bundesrepublik heute Vormittag gegenüber Mittwochvormittag mit Preisnachlässen von -5,40 bis -6,80 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen. Diese Zahlen sind wie gewohnt jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich im volatilen Marktumfeld jederzeit wieder ändern.

München (ots) – Nach aktuellen ADAC Zahlen sind die Kraftstoffpreise gegenüber der Vorwoche gesunken. Ein Liter Super E10 kostet im Durchschnitt 2,041 Euro und damit 4,3 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel verbilligte sich um 2,9 Cent auf bundesweit durchschnittlich 2,260 Euro je Liter.
Der Ölpreis hat in den vergangenen Tagen stark nachgegeben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zum gestrigen Handelsschluss rund 104 US-Dollar und damit etwa zehn US-Dollar weniger als in der Vorwoche. Der deutliche Rückgang des Ölpreises ist aus Verbrauchersicht erfreulich und sollte sich auch an den Zapfsäulen bemerkbar machen. Zwar sind die Kraftstoffpreise binnen Wochenfrist gesunken, angesichts der Entwicklung des Rohölpreises sollten weitere Preisrückgänge jedoch möglich sein. Insbesondere Diesel ist mit einem Abstand von knapp 22 Cent je Liter zu Super E10 weiterhin auf einem sehr hohen Preisniveau.
Im Tagesverlauf fällt der bundesweite Durchschnittspreis für Super E10 kurz vor der täglichen Preiserhöhung um 12 Uhr zeitweise bereits unter die Marke von zwei Euro je Liter.

Kraftstoffpreise: Rückgang bei Benzin und Diesel
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken, denn dann sind die Spritpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Pressekontakt:
ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de
Original-Content von: ADAC, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/ Bildquelle: ADAC e.V.

Kurz vor den am Dienstag stattfindenden Zwischenwahlen in den USA gab es Meldungen auf geopolitischer Ebene, die für einiges an Durcheinander an den (Öl-)Börsen gesorgt haben. Ein kurzer, starker Preisrutsch konnte sich am Dienstagnachmittag nicht lange halten, sodass es nur zu einem kurzen Kursrutsch kam, der schnell wieder ausgeglichen wurde. Inmitten der abgeschlossenen US-Zwischenwahlen und geopolitischen Diskussionen bleibt die Lage an den Öl- und Energiebörsen damit weiterhin angespannt und unsicher.
Katar meldet Bewegung bei US-Iran-Verhandlungen
Am frühen Dienstagnachmittag machten unbestätigte Meldungen die Runde, dass die USA einem Entwurf einer Absichtserklärung zur Friedensfindung mit dem Iran zugestimmt habe. Auch wenn eine Bestätigung seitens der Vereinigten Staaten ausblieb, meldete auch Katar, dass es Bewegung bei den Verhandlungen gäbe und man wieder positiver gestimmt sei. Die Informanten erwarten eine Rückmeldung mit eventuellen Anpassungen innerhalb von zwei Tagen.
Die Reaktion auf die Meldung an den Börsen war kurz, aber stark, sodass die Rohölpreise für wenige Minuten um rund -4% abgestürzt sind. Knapp eine Halbe stunde später drehte sich der Kurs wieder, nachdem die Informationen auf Seiten der USA unbestätigt blieben, sodass das Kursminus bei Rohöl letztlich kaum mehr ins Gewicht fiel. Die Entwicklung zeigt jedoch deutlich, wie unsicher und volatil die Energiemärkte zurzeit sind, und wie schnell Informationen die Börsen beeinflussen können.
Demokraten gewinnen Mehrheit im Senat bei US-Zwischenwahlen
In der Nacht zum Dienstag fanden die US-Zwischenwahlen statt, bei denen das Repräsentantenhaus und ein großer Teil des US-Senats gewählt werden. Während noch nicht alle Stimmzettel endgültig ausgezählt wurden, zeigen die Vorabschätzungen, dass die Demokraten in allen Bereichen gegen die Republikaner und damit die Partei des aktuellen US-Präsidenten gewonnen haben.
Bei entsprechender Bestätigung der Ergebnisse im Tagesverlauf und nach allen Anpassungen auf Regierungsseite, dürfte es dem US-Präsidenten damit deutlich schwerer fallen, seine zuletzt sehr erratische, hektische Politik durchzuführen, die unter der republikanischen Senatsführung teils deutlich schneller freigegeben wurde, als es unter der demokratischen Seite möglich wäre.
Heizöl etwas günstiger erwartet
Inmitten der eher starken Volatilität am Ölmarkt gestern, kam es insgesamt dennoch zu leichten Kursverlusten bei den Rohöl- und Ölproduktbörsen. In direkter Folge wird heute Vormittag mit leichten Preisnachlässen beim Heizölpreis in der Bundesrepublik gerechnet. Aktuellen Vorhersagen zufolge dürften Heizölkäufer dadurch von Preisabschlägen über -1,00 bis -1,60 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag rechnen. Diese Zahlen sind wie gewohnt jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich im volatilen Marktumfeld jederzeit wieder ändern.