- Kohlenwasserstoffwirtschaft begrüßt Initiative der Regierung Strategiedialog zur Lage und Zukunft von Raffinerien und Infrastrukturen
Berlin (ots) Der von der Bundesregierung eingeleitete Strategiedialog zur Zukunft der Raffinerien und der Kohlenwasserstoffbranche in Deutschland bietet die Chance, die Versorgung mit Energien und Grundstoffen für Verkehr, Wärme und Industrie langfristig zu sichern. Dazu sagt Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer beim en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie: "Jetzt müssen die Voraussetzungen für Investitionen in bestehende [...] - IEA: Energiemärkte bleiben auch 2027 angespannt
Die geopolitischen Krisen der Welt haben das globale Angebot an Öl und Ölprodukten massiv unter Druck gesetzt und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Eine Aussicht auf schnelle Erholung gibt es dabei leider nicht, da sind sich die meisten Experten einig. Auch der Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, rechnet bis weit ins nächste [...] - Preisstatistik – Heizölpreise auf Wochensicht etwas gesunken – Geopolitische Risiken bleiben
Der Markt fragt sich zu Beginn der neuen Handelswoche weiterhin, ob der Konflikt zwischen den USA und dem Iran bald erneut eskalieren wird, oder ob sich die beiden Parteien doch noch auf diplomatischem Wege auf ein Abkommen einigen können. Vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten am 3. November ist eine Militäroperation der USA allerdings [...]

Berlin (ots) Der von der Bundesregierung eingeleitete Strategiedialog zur Zukunft der Raffinerien und der Kohlenwasserstoffbranche in Deutschland bietet die Chance, die Versorgung mit Energien und Grundstoffen für Verkehr, Wärme und Industrie langfristig zu sichern. Dazu sagt Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer beim en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie: „Jetzt müssen die Voraussetzungen für Investitionen in bestehende Standorte und deren Transformation dringend verbessert werden.“
Die Kohlenwasserstoffwirtschaft bildet die Grundlage für 52 Milliarden Euro Wertschöpfung pro Jahr und 584.000 Beschäftigte. Mineralöl ist der wichtigste Primärenergieträger in Deutschland. „Heimische Raffinerien und Infrastrukturen sind für eine verlässliche Versorgung mit Energie und Grundstoffen unverzichtbar. Das zeigt sich gerade in der globalen Energiekrise“, so Küchen. Auch künftig werden flüssige Kohlenwasserstoffe in großen Mengen benötigt: für die Luftfahrt, Teile des Straßenverkehrs sowie Industrien wie Chemie und Bauwirtschaft. Dazu kommt, dass flüssige Energieträger im Krisenfall und für die Verteidigung nicht zu ersetzen sind.
Küchen: „Die Sicherung und Modernisierung der Standorte sowie der Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Rohstoffen zum Erreichen der Klimaziele erfordern Investitionen im Milliardenbereich. Doch Überregulierung, politische Unsicherheit und Markteingriffe in die Preisbildung oder ein nicht verlässliches Steuersystem schwächen den Standort Deutschland.“ Kapazitäten werden abgebaut, Investitionen erfolgen in anderen Ländern. Das bedroht perspektivisch die bislang sichere Versorgung. Küchen: „Nötig sind weniger Bürokratie, verlässliche und technologieneutrale Regeln, tragfähige Märkte und geringere Einstiegsrisiken für klimaschonende Technologien. Nur wettbewerbsfähige Standorte können die Transformation stemmen.“ Klimaschutz müsse stärker industriepolitisch gedacht werden.
Kontraproduktiv seien auch branchenspezifische Verschärfungen des Wettbewerbsrechts, staatliche Preisregulierung und Pläne für eine sogenannte Übergewinnsteuer. „Schon die Diskussion verunsichert Investoren und erschwert die Mobilisierung des benötigten Kapitals.“ Stattdessen sei ein Maßnahmenpaket mit verlässlichen Geschäftsmodellen für CO2-neutrale Kohlenwasserstoffe und ein zügiger Ausbau der entsprechenden Infrastruktur erforderlich. „Einzelne Gesetzesanpassungen reichen nicht. Wir brauchen einen ganzheitlichen, sektorenübergreifenden Ansatz, eine Kohlenwasserstoff-Agenda. Deshalb ist es gut, dass der Strategiedialog alle relevanten Ministerien sowie die Bundesländer und Gewerkschaften einbezieht“, so Küchen.
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Die geopolitischen Krisen der Welt haben das globale Angebot an Öl und Ölprodukten massiv unter Druck gesetzt und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Eine Aussicht auf schnelle Erholung gibt es dabei leider nicht, da sind sich die meisten Experten einig. Auch der Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, rechnet bis weit ins nächste Jahr mit einem angespannten Markt.
Keine schnelle Rückkehr zu Vorkriegsniveau
Der Vorsitzende der in Paris ansässigen Institution rechnet nicht damit, dass die Energiemärkte 2027 zu ihrem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar zurückkehren werden. „Ich sehe leider keinen realistischen Weg, auf dem die Märkte im kommenden Jahr wieder das Niveau erreichen könnten, das sie vor Beginn dieses Krieges hatten“, sagte Birol am Montag auf einer Konferenz in Singapur.
„Die Ölpreise bewegen sich nahe der Marke von 120 Dollar je Barrel, und die Preise für Ölprodukte liegen sogar noch deutlich höher“, so der Ökonom. Für viele Länder habe ein solches Preisniveau erhebliche wirtschaftliche Folgen. Während einige europäische Länder damit noch zurecht kämen, belastete es in vielen Teilen der Welt die Handelsbilanz erheblich, fürchtet Birol.
Diesel-Markt bleibt extrem knapp
In Sachen Diesel-Versorgung hat der IEA-Chef aber auch für Europa keine besonders rosigen Aussichten. Der Winter könnte aus Sicht Birols schwierig werden. Wartungsarbeiten in Raffinerien weltweit, fehlende Gasexporte aus Russland, sowie die weitreichenden Folgen des Iran-Krieges, der wichtige Lieferanten wie Katar und die VAE dazu zwinge, die Exportmengen zu drosseln, werde die Gasmärkte auch weiterhin erheblich unter Druck setzen.
Birol erwartet aufgrund der aktuellen Ölkrise eine gewisse Wiederbelebung der Kernenergie. Der jüngsten IEA-Erhebung zufolge befinden sich weltweit Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 90 Gigawatt im Bau – so viele wie seit 40 Jahren nicht mehr.
Inlandspreise
Aufgrund der knappen Angebotslage bei Ölprodukten bleiben auch die Heizölpreise im Bundesgebiet auf grundsätzlich hohem Niveau. Heute sind die Preise im Vergleich zu gestern auch wieder gestiegen, so dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher im Vergleich zu Montag auf Aufschläge von ca. +3,10 bis +4,10 Euro pro 100 Liter einstellen müssen.

Der Markt fragt sich zu Beginn der neuen Handelswoche weiterhin, ob der Konflikt zwischen den USA und dem Iran bald erneut eskalieren wird, oder ob sich die beiden Parteien doch noch auf diplomatischem Wege auf ein Abkommen einigen können. Vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten am 3. November ist eine Militäroperation der USA allerdings eher unwahrscheinlich. So präsentieren sich auch die Heizölpreise zum Wochenstart im Vergleich zum Ende der vergangenen Woche etwas günstiger.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Auf kurze Sicht wirkt die vorerst ausbleibende Eskalation zwischen den USA und dem Iran preissenkend aus. So kostet Heizöl in der Bundesrepublik aktuell durchschnittlich -0,87 € weniger als vergangenen Freitag. Gegenüber vergangenem Montag ist das Mitteldestillat allerdings angesichts der weiterhin bestehenden geopolitischen Unwägbarkeiten immer noch +3,25 Euro pro 100 Liter teurer. Auf Monatssicht ist der Heizölpreis sogar um +4,06 Euro gestiegen.
Langfristige Preisentwicklung
Die langfristige Preisentwicklung zeigt unterdessen keine wirkliche Veränderung. Verglichen mit dem Preis von Ende Juli kosten 100 Liter Heizöl aktuell +33,71 Euro mehr. Beim Blick auf die Preisniveaus der entsprechenden Vorjahreszeitpunkte, zahlen Heizöl-Abnehmer aktuell +78,80 Euro mehr als vor einem Jahr, entsprechend einem Preiszuwachs von rund +84,3 %. Gegenüber Oktober 2024 kosten 100 Liter Heizöl aktuell +82,05 Euro mehr (+91,0 %).

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran verstärkt Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus
In den letzten Wochen hat der Iran seine Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus scharf angezogen. Dabei werden alle paar Tage Tanker oder andere Frachtschiffe in der Meerenge und Handelsstraße südlich des Iran beschädigt. Dies erschwert Ölexporte durch die Route im Zentrum des Nahen Ostens deutlich.
– Ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen nehmen wieder zu
Vor etwa 8 Tagen kündigte der US-Präsident eine vorübergehende Waffenruhe für Angriffe der Ukraine und Russland auf jeweilige Energieziele an. Nachdem Russland sich über mehrere Tage nicht daran gehalten hat, bestätigte die Ukraine, dass auch sie ihre Angriffe wieder hochfahren, und unterstrich dies mit neuen Schlägen gegen Raffinerien seit vergangenem Donnerstag.
Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– Trump: Keine Eskalation im Iran vor US-Zwischenwahlen
US-Präsident Trump bekräftigte am Wochenende erneut, die USA würden vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten keine Militäroperation im Iran durchführen. Die Zwischenwahlen („Midterms“) finden am 3. November 2026 statt. Wie die Strategie der Trump-Administration in Sachen Iran danach aussieht, bleibt allerdings weiterhin ungewiss.
– Russland lockert Diesel-Exportverbote
In den vergangenen Monaten fuhr Russland ein Exportverbot für Diesel infolge der anhaltenden Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien hoch. Seit einem Lieferabkommen mit den USA von vor zwei Wochen lockerte Russland die Exportstopps und bringt wieder Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt.
– IEA-Staaten wollen 100 Mio. Barrel Erdöl und Produkte aus Reserven freigeben
Bei einer Besprechung der Internationalen Energieagentur gaben mehrere Mitgliedsstaaten bekannt, dass sie gemeinsam 100 Mio. Barrel Rohöl und Ölprodukte aus ihren jeweiligen, staatlichen Reserven preiswert auf den Markt bringen wollen, um die Energiepreisanstiege abzufangen. Wann die „zeitnahen“ Freigaben genau erfolgen sollen, ist noch unklar.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 19.10.2026