- Krisenlage bleibt angespannt – Ölpreise steigen wieder und ziehen Heizöl mit
Zuletzt hatte es an den internationalen Ölbörsen nach einer kleinen Verschnaufpause ausgesehen, da man am Markt auf eine diplomatische Annäherung hofft. Doch an der globalen Angebotsknappheit, die vor allem die Produktmärkte im Würgegriff hält, hat sich wenig geändert. Entsprechend orientieren sich die Preise heute schon wieder nach oben. Persischer Golf bleibt Risikogebiet Denn vor [...] - Preisstatistik – Exporteinschränkungen, Geopolitik und unsichere Friedensaussichten treiben Ölpreise hoch
Die anhaltenden geopolitischen Auseinandersetzungen und Spannungen, sowie die Exportausfälle Saudi Arabiens nach schweren Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz, sorgten in den letzten Tagen für weitere Preisanstiege. Heute gab es ein wenig Entspannung bei den Börsen, nachdem es am Wochenende zu Infos kam, dass US-Präsident Trump Gespräche mit dem iranischen Präsidenten in Betracht ziehen würde, diese Aussagen jedoch [...] - Ölmärkte aufgerieben zwischen Auseinandersetzungen und vermeintlicher Friedenssuche – Heizöl wird günstiger
Nachdem es zum Wochenbeginn erst zu deutlichen Preisanstiegen bei Öl und dessen Produkten gekommen ist, finden sich die geopolitischen Entwicklungen aktuell in einer Mischung wiederholter Konflikte und vorsichtiger Friedensfragen. Die Suche nach Konfliktlösungen, nicht nur im Nahen Osten sondern auch im Russland-Ukraine-Krieg, sorgte für vorsichtige Entspannung an den Ölbörsen, weshalb die Kurse von Rohöl und [...]

Zuletzt hatte es an den internationalen Ölbörsen nach einer kleinen Verschnaufpause ausgesehen, da man am Markt auf eine diplomatische Annäherung hofft. Doch an der globalen Angebotsknappheit, die vor allem die Produktmärkte im Würgegriff hält, hat sich wenig geändert. Entsprechend orientieren sich die Preise heute schon wieder nach oben.
Persischer Golf bleibt Risikogebiet
Denn vor allem die Lage am Persischen Golf bleibt angespannt, da eine Durchfahrt der Straße von Hormus weiterhin mit großem Risiko verbunden ist. Gleichzeitig gerät mit Saudi-Arabien der größte Ölproduzent in der Region immer mehr ins Fadenkreuz, da die iranisch gestützte Huthi-Miliz immer wieder Ziele im Königreich angreift.
Zuletzt hatte ein solcher Huthi-Angriff eine strategisch wichtige Ölpipeline getroffen, die Saudi-Arabien seit Kriegsausbruch genutzt hatte, um seine Ölexporte vom Persischen Golf ans Rote Meer umzuleiten. Doch nun ist das OPEC-Schwergewicht gezwungen, seine Ölmengen doch wieder in irgendeiner Form durch die Straße von Hormus zu befördern.
Ölströme bahnen sich ihren Weg
Und tatsächlich scheinen die Golfstaaten in den letzten Monaten immer mehr Mittel und Wege gefunden zu haben, die Kontrolle des Iran in der wichtigen Meerenge zu umgehen, denn aktuelle Handels- und Tankerdaten deuten darauf hin, dass sich das Öl aus dem Persischen Golf trotz Blockaden und Drohungen doch seinen Weg bahnt.
Am effektivsten scheinen dabei Tanker im sogenannten „Dark Mode“ zu sein, die bei der Durchfahrt ihre Transponder zur GPS-Verfolgung ausschalten, und so nahezu unbemerkt durch die Wasserstraße schlüpfen können. Außerdem nutzen die meisten Golfstaaten inzwischen Ship-to-Ship-Transfers, bei denen die Ware mehrfach hin- und her verladen wird.
Dieses Vorgehen hat mehrere Vorteile: Zum einen trägt auf diese Weise nicht ein einzelner Schiffsbetreiber das gesamte Risiko, zum anderen lässt sich so die Herkunft der Mengen verschleiern – eine Technik, die der Iran selbst in den letzten Jahren perfektioniert hatte, um den Sanktionen des Westens zu entgehen.
Saudi-Arabien exportiert wieder über Straße von Hormus
Für Saudi-Arabien scheinen diese verschiedenen Maßnahmen möglicherweise zu funktionieren. Denn auch wenn es keine gesicherten Daten über die tatsächlichen aktuellen Exportmengen durch die Straße von Hormus gibt, gehen einige Marktbeobachter davon aus, dass die saudischen Ausfuhren auf neue Mehrmonatshochs gestiegen sind. Belegen lässt sich das aktuell aber noch nicht.
Heizöl wieder teurer
Und da die Lage insgesamt von Unsicherheiten geprägt bleibt, legen die Ölpreise an den internationalen Handelsplätzen heute auch schon wieder zu. Entsprechend bleibt auch Heizöl teuer und Verbraucherinnen und Verbraucher im gesamten Bundesgebiet müssen sich auf Aufschläge von ca. +2,30 bis +2,90 Euro/100l im Vergleich zu gestern Morgen gefasst machen

Die anhaltenden geopolitischen Auseinandersetzungen und Spannungen, sowie die Exportausfälle Saudi Arabiens nach schweren Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz, sorgten in den letzten Tagen für weitere Preisanstiege. Heute gab es ein wenig Entspannung bei den Börsen, nachdem es am Wochenende zu Infos kam, dass US-Präsident Trump Gespräche mit dem iranischen Präsidenten in Betracht ziehen würde, diese Aussagen jedoch direkt mit Drohungen gegen das Land wieder etwas abschwächte.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Mit der Aussage des US-Präsidenten, dass er sich zu Gesprächen mit dem iranischen Präsidenten bereiterklären würde, gab es leichte Preisrückgänge bei den Ölbörsen und kurz darauf auch bei den Produkten. Die Heizölpreise in der Bundesrepublik sind damit aktuell durchschnittlich -2,56 Euro pro 100 Liter günstiger als am Freitag, und inmitten der Unsicherheiten und Preisanstiege der letzten Woche +0,56 Euro teurer als am Montag vor einer Woche. Verglichen mit vor einem Monat, zahlen Heizölkäufer aktuell durchschnittlich +28,52 Euro mehr.
Langfristige Preisentwicklung
Im langfristigen Preisvergleich bleiben die deutlichen Anstiege der Heizölpreise aufgrund des US-Israel-Iran-Konflikts im Fokus. Nach einer kurzen Beruhigungsphase im Frühsommer stiegen die Heizölpreise in den letzten Monaten erheblich an, Kunden müssen deshalb aktuell mit Preisaufschlägen über durchschnittlich +57,71 Euro gegenüber Ende Juni rechnen. Im Jahresvergleich zahlen Abnehmer aktuell +77,70 Euro mehr als vor einem Jahr, und +80,23 Euro mehr als im September 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
-Huthi-Bedrohung gegen Saudi Arabien nimmt zu
In den letzten Wochen nahmen die Angriffe der Huthi-Miliz gegen Saudi Arabien deutlich zu, wobei die zentrale Ost-West-Pipeline beschädigt und damit die Exporte Saudi Arabiens erheblich eingeschränkt wurden. Auch saudische Häfen und Raffinerien wurden in den letzten Wochen häufiger zum Angriffsziel der Miliz.
– Saudi Aramco streicht Öllieferungen nach Europa
Infolge der Angriffe und scharfen Exporteinschränkungen meldete die saudisch-staatliche Ölgesellschaft Saudi Aramco, dass ihre Rohölexporte nach Europa für September und eventuell auch Oktober abgestoppt werden.
– Ukraine fährt weiter Angriffe auf russische Ölanlagen
Trotz einem angesprochenen Angriffsstopp auf Energieanlagen zwischen der Ukraine und Russland, hält sich keine der beiden Seiten offiziell an das Vorhaben, angeblich da es noch keine klaren Abkommen dazu gibt. Dabei kam es vergangene Woche zu umfassenden ukrainischen Angriffen auf russische Ölanlagen.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Trump erwägt Treffen mit iranischem Präsidenten
In einem Telefonat mit Journalisten erwähnte der US-Präsident, er könnte „möglicherweise“ am Rande der UN-Generalversammlung diese Woche ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massoud Peseschkian halten. Dennoch drohte er dem Land direkt mit weiteren Auseinandersetzungen, sollten sie ihre Aggressionen beibehalten.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 21.09.2026

Nachdem es zum Wochenbeginn erst zu deutlichen Preisanstiegen bei Öl und dessen Produkten gekommen ist, finden sich die geopolitischen Entwicklungen aktuell in einer Mischung wiederholter Konflikte und vorsichtiger Friedensfragen. Die Suche nach Konfliktlösungen, nicht nur im Nahen Osten sondern auch im Russland-Ukraine-Krieg, sorgte für vorsichtige Entspannung an den Ölbörsen, weshalb die Kurse von Rohöl und dessen Produkten aktuell leicht sinken.
China stößt Friedensfrage im Iran an
Die chinesische Regierung in Peking bat in einem direkten Appell an den Iran, die Konflikte zurückzufahren und stärker an einer diplomatischen Friedensfindung zu arbeiten. In der selben, direkten Anfrage wurde außerdem darum gebeten, dass die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz gestoppt werden sollen, die schon früher viel vom Iran unterstützt wurden. Vertreter der iranischen Hauptstadt erklärten, dass eine baldige Friedensfindung stark vom Verhalten der USA abhängig wäre.
Dass ein echter Frieden nicht einfach aus einer einzelnen Bitte kommen kann, wird dadurch unterstrichen, dass die iranische Revolutionsgarde gestern einen Angriff auf einen Öltanker meldete, der ihrer Meldung zufolge ohne Freigabe die Straße von Hormus passieren wollte. „Die illegale Durchfahrt durch die Straße von Hormus führt zu nichts anderem als zur Zerstörung des betreffenden Schiffes“, so die iranische Marine. Damit ist mehr als eindeutig, dass es noch deutlich mehr Anstrengungen bedarf, bevor es zum Frieden im Nahen Osten kommen kann.
USA kündigt Sanktionen gegen Russland an, Moskau warnt vor Folgen
Parallel zu den Konflikten im Nahen Osten kam aus den USA die Meldung zu einem neuen Sanktionspaket gegen Russland, sowie Käufer von russischem Öl und dessen Produkten. Das neue Gesetz soll es den Vereinigten Staaten nach Freigabe des US-Präsidenten ermöglichen, Strafzölle auf Länder zu erheben, die russische Ölwaren importieren. Auch sollen bereits bestehende Sanktionen auf weitere russische Unternehmen und Schiffe ausgeweitet werden, um diese Instanzen gezielt aus Dollarsystemen auszuschließen und Moskau so direkt finanziell zu treffen.
Kreml-Sprecher Dmitry Peskov meldete sich am Donnerstagnachmittag zu den angekündigten Sanktionen zu Wort und erklärte, dass diese die „Bemühungen um eine Friedensregelung in der Ukraine zweifellos erschweren“ würden. Die Aussagen sowohl aus Russland als auch dem Nahen Osten machen es mehr als deutlich, dass es bis zu einem Frieden in den aktuellen Konflikten noch viele Bemühungen brauchen wird. Es ist jedoch auch nicht abzuweisen, dass nach monatelangen Kämpfen ohne Verhandlungen zumindest wieder darüber nachgedacht wird, wie ein Frieden erreicht werden kann.
Preisrückgang bei Heizöl setzt sich fort
Die geopolitische Lage bleibt aufgeheizt und die Versorgung der Ölmärkte weltweit stark eingeschränkt. Dennoch entspannten sich die Märkte vor dem Wochenende zumindest ein bisschen, auch wenn es noch zu früh wär von „Optimismus“ zu sprechen. Für Heizölkäufer in Deutschland bedeuten die Entwicklungen heute jedoch erneute Preisnachlässe bei Heizöl. Diese liegen heute Vormittag bei Schätzungsweise -3,20 bis -3,80 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag. Die Preise sind jedoch weiterhin nur Momentaufnahmen und können sich, abhängig von geopolitischen und markttechnischen Entwicklungen jederzeit wieder ändern.