US-Zentralkommando meldet Abschuss von fünf iranischen Öltankern – Heizölpreise leicht gestiegenDie Spannungen und Unsicherheiten rund um den Iran und die USA setzen sich seit mittlerweile mehr als 6 Monaten fort. Nach wiederholten, versuchten Angriffen des Iran auf US-Schiffe zerstörte das US-Zentralkommando CENTCOM fünf iranische Rohöltanker, was die Spannungen in der Meerenge "Straße von Hormus" weiter verschärfte. Damit nimmt der Schiffsverkehr in der Region weiter ab, [...]
Die Spannungen und Unsicherheiten rund um den Iran und die USA setzen sich seit mittlerweile mehr als 6 Monaten fort. Nach wiederholten, versuchten Angriffen des Iran auf US-Schiffe zerstörte das US-Zentralkommando CENTCOM fünf iranische Rohöltanker, was die Spannungen in der Meerenge „Straße von Hormus“ weiter verschärfte. Damit nimmt der Schiffsverkehr in der Region weiter ab, was anhaltende Sorgen vor möglichen Versorgungknappheiten verstärkt und in direkter Folge die Heizölpreise leicht steigen lies.
CENTCOM meldet Abschuss von fünf iranischen Öltankern Am Dienstagabend deutscher Zeit kam es zu mehreren Angriffen auf Öltanker südlich des Iran. kurz darauf bestätigte das US-Zentralkommando CENTCOM Angriffe auf insgesamt fünf iranische Öltanker. Die US-Streitkräfte hätten kurz zuvor die Besatzung aufgefordert, die Schiffe zu verlassen, bevor die Tanker „außer Gefecht gesetzt“ worden seien, hieß es in einer Mitteilung aus den USA. Kurz zuvor habe die iranische „Islamische Revolutionsgarde“ erfolglos versucht, einen US-Flugzeugträger und ein Raketensystem anzugreifen.
Teheran erweitert Drohungen gegen Schiffe im Persischen Golf In direkter Antwort zu den Angriffen auf die eigenen Schiffe setzte Teheran selbst Raketenschläge auf US-Anlagen in Jordanien ein. Ebenso setzte man eine Warnung aus, dass Besatzungen von Tankern in der Nähe von Kuwait und Bahrain ihre Schiffe „unverzüglich verlassen“ sollen, da sie in Kürze angegriffen werden. Kurz darauf meldeten die Revolutionsgarde Angriffe auf zwei US-Schiffe, acht Öltanker und zehn weitere „nicht kooperative Schiffe“ angegriffen, genauere Meldungen zu möglichen Schäden blieben jedoch bislang aus.
An den Ölbörsen sorgten die Eskalationen direkt für weitere Preisanstiege, da Märkte und Energieunternehmen ihre Erwartungen zu Lieferengpässen und Versorgungsschwierigkeiten weiter verlängern müssen. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge nahe der Insel Hormus, eines der wichtigsten Bindestücke im Schiffsverkehr aus dem Nahen Osten, nahm rund um die Angriffe und mit den neuen Drohungen wieder ab. Am Dienstag passierten nur sechs Frachter die Wasserstraße, vor Konfliktbeginn im Februar waren es in der Regel über 100 Schiffe je Tag.
Heizölpreise steigen leicht an
Die verstärkten Angriffe auf Schiffe im Nahen Osten, sowohl durch die USA als auch den Iran, sorgen am Weltmarkt für Sorgen vor einer stabilen Ölversorgung und lassen damit die Preise von Rohmaterial und Ölprodukten steigen. Dies trifft auch Heizölkäuferinnen und Käufer in der Bundesrepublik, die aktuell mit Preisaufschlägen um +0,40 bis +1,00 Euro pro 100 Liter Heizöl gegenüber Dienstagvormittag rechnen müssen. Diese Zahlen sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich je nach geopolitischen Entwicklungen jederzeit ändern.
Geopolitik bleibt preistreibender Faktor – Heizöl erneut teurerDie Lage an den internationalen Ölmärkten bleibt angespannt. Geopolitische Krisen belasten, vor allem am Persischen Golf, aber auch in Russland. Aufgrund der angespannte Versorgungslage - vor allem am Produktmarkt - klettern die Ölpreise auf neue Hochstände. Marktfaktoren bleiben unverändert preisstützend In der Gesamtbetrachtung hat sich in den vergangenen Wochen nicht viel verändert: Die Ukraine [...]
Die Lage an den internationalen Ölmärkten bleibt angespannt. Geopolitische Krisen belasten, vor allem am Persischen Golf, aber auch in Russland. Aufgrund der angespannte Versorgungslage – vor allem am Produktmarkt – klettern die Ölpreise auf neue Hochstände.
Marktfaktoren bleiben unverändert preisstützend
In der Gesamtbetrachtung hat sich in den vergangenen Wochen nicht viel verändert: Die Ukraine nimmt bei ihren Drohnenangriffen weiterhin fast täglich Anlagen der russischen Energieinfrastruktur ins Visier; die Marktteilnehmer rechnen wieder verstärkt mit Leitzinserhöhungen im September und außerdem mit einem langwierigen Konflikt zwischen den USA und dem Iran.
„Wir haben seit Ende Februar so viele Wendungen erlebt, und jedes Mal, wenn wir dachten, wir kämen voran, wurde alles wieder zunichtegemacht“, beschreibt Ölmarktanalyst Chris Weston, Forschungsleiter bei der Pepperstone Group, die Entwicklung des anhaltenden Konfliktes, der wie eine Dauerschleife wirkt. Aus seiner Sicht sei man inzwischen wieder auf dem gleichen Stand wie zu Anfang des Jahres, als der Krieg Ende Februar begann.
Blockade in Hormus und russische Raffinerieausfälle lasten auf Produktvorräten
Dabei belastet vor allem die Blockade der Straße von Hormus den Ölmarkt. Insbesondere bei den Produkten macht sich die Exportunterbrechung inzwischen stark bemerkbar, zumal hier auch die geringen Raffineriekapazitäten in Russland das Problem verstärken. Dadurch ist der Gasölpreis, der für die inländischen Heizölpreise maßgeblich ist, gestern bis knapp an seinen bisherigen Jahreshöchststand aus dem April gestiegen.
Inlandspreise
Mit all diesen Voraussetzungen kennen die Heizölpreise im Bundesgebiet aktuell vor allem eine Richtung: nach oben. Im Vergleich zu gestern müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher heute auf Aufschläge in Höhe von ca. +3,25 bis +3,85 Euro pro 100 Liter einstellen.
Preisstatistik – Hochkochende US-Iran-Spannungen treiben Heizölpreise höherDie Streits und Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und den USA halten seit mittlerweile mehr als einem halben Jahr an und kochten in den vergangenen Tagen wieder hoch, als es mehrfach zu gegenseitigen Angriffen auf iranische und US-Schiffe kam. Die anhaltenden Spannungen sorgen für gedämpfte Friedenserwartungen und Sorgen vor fortlaufenden Knappheiten am Ölmarkt, was die Preise [...]
Die Streits und Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und den USA halten seit mittlerweile mehr als einem halben Jahr an und kochten in den vergangenen Tagen wieder hoch, als es mehrfach zu gegenseitigen Angriffen auf iranische und US-Schiffe kam. Die anhaltenden Spannungen sorgen für gedämpfte Friedenserwartungen und Sorgen vor fortlaufenden Knappheiten am Ölmarkt, was die Preise bei Öl und Produkten, darunter Heizöl, in den letzten Tagen steigen lies.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung Bei den kurzfristigen Preisentwicklungen für Heizöl kam es in den letzten Tagen zu deutlichen Anstiegen, als die USA und der Iran ihre gegenseitigen Offensiven wieder weiter hochgefahren haben. Heizölabnehmer in der Bundesrepublik müssen deshalb heute mit Preisanstiegen um durchschnittlich +1,64 Euro pro 100 Liter gegenüber Freitag, und +9,77 Euro zum Montag vor einer Woche rechnen. Die aktuell deutlich angespanntere Lage macht sich auch am Preisvergleich zu Anfang August bemerkbar, demgegenüber kosten 100 Liter aktuell +20,99 Euro mehr.
Langfristige Preisentwicklung Bei den langfristigen Preisentwicklungen bestätigen sich heute nochmal die deutlichen Preisanstiege im Vergleich zum späten Frühling. Gegenüber Anfang Juni, als sich die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten kurzzeitig etwas beruhigten, zahlen Heizölkäufer- und Käuferinnen aktuell +30,56 Euro Aufpreis. Mit Blick auf die vergangenen beiden Jahre kostet Heizöl pro 100 Liter aktuell +63,13 Euro mehr als vor einem Jahr, und +65,39 Euro mehr als im Spätsommer 2024.
Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Neue militärische Auseinandersetzungen zwischen Iran und USA Im laufenden US-Iran-Konflikt kam es am Wochenende zu mehreren Angriffen auf US-Marineschiffe und iranische Öltanker. Der Iran kündete daraufhin an, dass eine neue Sperrzone über die Straße von Hormus hinaus errichtet werden soll. Alle Schiffe die diese Zone betreten sollen dem Iran zufolge sanktioniert werden.
– Oman lehnt iranische Vorschläge zu Hormus-Öffnung ab In den letzten Wochen gab es mehrfach Gespräche zwischen dem Iran und Nachbarland Oman, um die Meerenge der Straße von Hormus gemeinsam zu öffnen und kontrollieren. Der Oman lehnte die vorgeschlagenen Kooperationen ab, unter anderem auch aufgrund geplanter Dienstleistungsgebühren und Sorgen vor US-Druck.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise? – Saudi Arabien meldet kaum veränderte Ölpreise Das staatliche saudische Ölunternehmen Saudi Aramco meldete vergangene Woche seine Preise für Oktoberlieferungen für weltweite Ölhändler. Diese blieben trotz der Spannungen der letzten Wochen weitgehend unverändert, was deutliche Zuversicht auf stabile, anhaltende Ölexporte Saudi Arabiens zeigt.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 07.09.2026