Schnelle Erholung der Nahost-Exporte, Treibstoffmarkt weiter angespannt – Heizöl teurerBei den Ölbörsen kam es zwischen Donnerstagnachmittag und Freitag zu leichten Anstiegen beim Erdölpreis. Das liegt jedoch weniger an Versorgungsproblemen, sondern an charttechnischen Marktbewegungen, die leichte Preiserhöhungen signalisieren. Insgesamt melden die Rohölmärkte deutliche Versorgungssicherheiten, da die Exporte aus dem Nahen Osten sich schneller erholen als in den letzten Monaten erwartet. Bei Ölprodukten ist die Lage [...]
Bei den Ölbörsen kam es zwischen Donnerstagnachmittag und Freitag zu leichten Anstiegen beim Erdölpreis. Das liegt jedoch weniger an Versorgungsproblemen, sondern an charttechnischen Marktbewegungen, die leichte Preiserhöhungen signalisieren. Insgesamt melden die Rohölmärkte deutliche Versorgungssicherheiten, da die Exporte aus dem Nahen Osten sich schneller erholen als in den letzten Monaten erwartet. Bei Ölprodukten ist die Lage derzeit noch angespannter, wobei auch hier Zeichen zur Besserung sichtbar werden.
Ölmarkt zeigt Kurs in Richtung Überversorgung Nachdem der Markt zwischen März und Mitte Juni deutliche Versorgungsengpässe im Rahmen des US-Iran-Israel-Konflikts fürchtete, scheinen die kurzfristigen Sorgen bei den Händlern schon wieder größtenteils beruhigt zu sein. Hauptgrund hierfür sind die rasant angestiegenen Exporte aus dem Nahen Osten. Kuwait und Saudi Arabien meldeten in den letzten Tagen, dass ihre Ölproduktionen und Exporte nur noch knapp unter den Mengen vom Jahresbeginn liegen, die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten sogar neue Allzeitrekorde in der Ölproduktion.
Mittlerweile sieht die Versorgung so gut aus, dass mehr und mehr Marktanalysten eine Überversorgung am Ölmarkt erwarten, sobald die Lieferströme und globalen Engpässe im Lauf der nächsten Monate gelöst und wiederaufgebaut werden. Analysten kürzten daraufhin bereits ihre Preiserwartungen für den Rohölmarkt für die kommenden Jahre, da die Erholungen vielerorts besser und schneller laufen, als zuletzt angenommen. Sicher ist trotzdem noch nichts, da die Lage im Nahen Osten sich genau so schnell wieder verhärten und die Versorgung der Ölmärkte damit kippen könnte.
Treibstoffmärkte in Zentral-Asien angespannt Auch wenn sich die Lage bei Rohöl zuletzt stabilisierte, bleibt der Treibstoffmarkt weiter angespannt, besonders im asiatischen Raum. Russland musste zuletzt zugeben, dass die Kraftstoffversorgung im eigenen Land stark destabilisiert ist, weshalb Exporte weiter eingeschränkt und sogar Importe von Diesel und Benzin im Raum stehen, was für Russland sehr unüblich ist. Diese Versorgungsschwierigkeiten schwappen mittlerweile auch aus Russland heraus und ins direkte Umland im Süden und Westen.
Zentralasien ist stark von russischen Kraftstoffexporten abhängig. Kirgisistan bezieht rund 93 Prozent seines Kraftstoffbedarfs aus Russland und sucht jetzt dringende Unterstützung von anderen Nachbarländern. Auch Kasachstan sieht die eigene Verarbeitung bedroht, da mitunter eine Aufbereitungsanlagen für kasachisches Erdgas, die in russischem Gebiet steht, von ukrainischen Drohnen schwer beschädigt wurde. Die Angebotsschwierigkeiten und entsprechende Änderungen bei Exporten und Transportrouten wirkt sich anteilig auf weite Teile der weltweiten Treibstoffexporte und entsprechende Preise aus.
Heizölpreise mit leichtem Plus erwartet Mit den kürzlichen Entwicklungen bei Ölprodukten und den leichten Anstiegen am Rohölpreis gibt es auch einen leichten Preisdruck auf Heizöl in der Bundesrepublik. Glücklicherweise für die Abnehmer sind die Preisanstiege jedoch nur gering, dennoch müssen Abnehmer von Heizöl mit durchschnittlichen Aufschlägen um +0,50 bis +1,10 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen.
München (ots) – Die Mineralölunternehmen haben das Ende des Tankrabatts zum 1. Juli vorweggenommen und die Kraftstoffpreise bereits am Vortag kräftig erhöht. Wie der ADAC mitteilt, kostete Super E10 am 30. Juni, dem letzten Tag des Tankrabatts, 1,923 Euro je Liter – das waren 6,2 Cent mehr als am Vortag. Noch deutlicher ist der Dieselpreis nach oben gesprungen: Für einen Liter mussten die Autofahrerinnen und Autofahrer gestern 1,859 Euro bezahlen und damit 7,5 Cent mehr als am Tag zuvor. Vor dem Hintergrund des seit Tagen insgesamt stabilen Rohölpreises und des ohnehin seit langem überteuerten Preisniveaus an den Zapfsäulen ist dieses Vorgehen aus Sicht des ADAC scharf zu kritisieren.
Auch im Vergleich mit den Kraftstoffpreisen der Vorwoche zeigt sich, wie stark die Ölkonzerne die Preise nach oben treiben – trotz unveränderter Rahmenbedingungen insbesondere beim Ölpreis und dem Wechselkurs von Euro zum US-Dollar. Danach ist der Preis für Super E10 binnen Wochenfrist um 10,6 Cent auf im Schnitt 1,923 Euro gestiegen. Diesel verteuerte sich seit der Vorwoche um 12,8 Cent auf 1,859 Euro.
Aus Sicht des ADAC verbieten sich angesichts der vorgezogenen Rücknahme des Tankrabatts aktuell weitere Preisanhebungen. Das Preisniveau bei beiden Sorten ist insbesondere seit dem Start des Österreich-Modells zumeist klar überhöht und der Tankrabatt wurde bereits vorzeitig von den Konzernen beendet. Eine erneute Verteuerung wäre damit nicht mehr gerechtfertigt.
Betrachtet man die Durchschnittpreise im Juni, sind die Kraftstoffpreise im Vergleich zum Mai spürbar gesunken – das zeigen die Zahlen des ADAC. So kostete Super E10 im Monatsmittel 1,870 Euro und damit 11,3 Cent weniger als im Vormonat. Diesel war im Juni im Monatsdurchschnitt mit 1,818 Euro je Liter sogar um 17,3 Cent billiger als im Mai. Der Rückgang der Spritpreise geht in erster Linie auf das Konto des gesunkenen Rohölpreises. Er fiel von knapp unter 100 US-Dollar zum Monatsanfang auf etwa 73 US-Dollar am 30. Juni. Im Mai hatte Brent-Öl häufig deutlich über der Marke von 100 US-Dollar notiert.
Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
Starker Nahost-Schiffsverkehr trifft auf geopolitische Unstimmigkeiten – Heizöl deutlich teurerZum Start in den Mittwoch ist das Bild an den Ölbörsen insgesamt gemischt. Während Rohöl selbst etwas günstiger ist als am Vortag, stiegen die Preise der Ölprodukte am Markt da die Versorgung deutlich empfindlicher und schneller von den aktuellen, weltpolitischen Unsicherheiten beeinflusst werden könnte. Die daraus folgende Sorge vor Engpässen macht sich aktuell bei fast [...]
Zum Start in den Mittwoch ist das Bild an den Ölbörsen insgesamt gemischt. Während Rohöl selbst etwas günstiger ist als am Vortag, stiegen die Preise der Ölprodukte am Markt da die Versorgung deutlich empfindlicher und schneller von den aktuellen, weltpolitischen Unsicherheiten beeinflusst werden könnte. Die daraus folgende Sorge vor Engpässen macht sich aktuell bei fast allen Ölprodukten, darunter auch Kraftstoffe und Heizöl, deutlich bemerkbar.
Nahost-Schiffsverkehr nimmt zu…
Die Sperre der Seeroute „Straße von Hormus“ ist seit etwa zwei Wochen für den Frachtverkehr aufgehoben. Zwar gab es vereinzelte Eskalationen, wie Angriffe auf mindestens je ein Frachtschiff und einen Öltanker, da dies jedoch Einzelfälle blieben, nahm der Verkehr in der Meerenge in den letzten Tagen wieder deutlich zu. Besonders für die asiatischen Länder ist das ein Segen, da diese teils mehr als 90% ihrer Ölversorgung aus dem Nahen Osten importierten.
Noch sind die Zahlen des Frachtverkehrs nicht auf dem Stand der Vorkriegszeit angekommen. Dafür sind die Unsicherheiten in der Region schlicht noch zu hoch, auch da es immer wieder zu kleinen, aber auch größeren, politischen Streitigkeiten zwischen dem Iran und den USA kommt. Andere Länder konnten dafür viele Schiffe durch die Meerenge bringen, die im Rahmen des Nahostkonflikts mit Fracht und Mannschaft in der Region „gefangen“ waren. Sollten die Spannungen aufhören, steht einem allgemein sicheren Frachtverkehr in der Region theoretisch nichts im Weg.
… politische Spannungen zwischen USA und Iran bleiben Ob die Spannungen wirklich aufhören, wird derzeit jedoch wieder mehr in Frage gestellt. Ursprünglich waren für Dienstagabend Gespräche zwischen hohen Vertretern der USA und des Iran geplant, um die Friedensverhandlungen weiter nach vorne zu bringen. Nachdem vergangenes Wochenende ein Schiff in der Straße von Hormus angegriffen wurde, und es daraufhin zu kurzen aber scharfen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran kam, verschloss sich das Nahost-Land vor zeitnahen, direkten Verhandlungen. Das schürt aktuell wieder die Unsicherheit zur Sicherheit beim Schiffsverkehr im Nahen Osten.
Trotzdem fanden gestern Gespräche statt, jedoch nur zwischen Washington und Katar und vermeintlich zwischen dem Iran und nicht näher genannten Vermittlern. Aktuell sieht es so aus, als wolle der Iran seinen Griff um die Straße von Hormus politisch festigen und für die Sicherheit und den Verkehr in der Meerenge Einflussträger sein, was die USA vermeiden will. Wann es wieder zu direkten Verhandlungen zwischen beiden Seiten kommen könnte, ist aktuell unbekannt.
Heizölpreise zwischen Dienstag und Mittwoch deutlich angestiegen
Die Unsicherheiten zu den Verhandlungen rund um den Iran und die USA lässt die Märkte nervös auf die Versorgung mit Rohölprodukten blicken, weshalb deren Preise am Dienstag teils deutlich angestiegen sind. Entsprechend deutliche Aufpreise müssen heute beim Kauf von Heizöl erwartet werden. Die Aufschläge liegen aktuellen Rechnungen zufolge bei +3,45 bis +4,45 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag