Preisstatistik – Sinkende Heizölpreise; geopolitische Unsicherheit bleibt bestehenDas hin und her der Diplomatie-Versuche rund um den Nahen Osten und im Russland-Ukraine-Krieg setzt sich auch diese Woche weiter fort und hält die Kurse an den Ölbörsen entsprechend angespannt. Dabei kam es am Wochenende zu deutlichen Preisrückgängen, nachdem die USA Angriffe auf den Iran möglicherweise weiter verzögern will, die allgemeine Unsicherheit bleibt jedoch bestehen [...]
Das hin und her der Diplomatie-Versuche rund um den Nahen Osten und im Russland-Ukraine-Krieg setzt sich auch diese Woche weiter fort und hält die Kurse an den Ölbörsen entsprechend angespannt. Dabei kam es am Wochenende zu deutlichen Preisrückgängen, nachdem die USA Angriffe auf den Iran möglicherweise weiter verzögern will, die allgemeine Unsicherheit bleibt jedoch bestehen und zeigt sich in Form von teils deutlichen Schwankungen der Kurse an den Ölmärkten und beim Heizölpreis in Deutschland.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung Aus Gesprächen mit dem US-Präsidenten sickerte am Wochenende durch, dass weitere Angriffe gegen den Iran vorerst zurückgehalten werden sollen, und stattdessen diplomatische Lösungen priorisiert werden sollen. Die Meldung sorgte am frühen Montag für deutliche Preisrückgänge bei Heizöl, weshalb Heizöl in der Bundesrepublik pro 100 Liter aktuell durchschnittlich -4,15 Euro weniger kostet als vergangenen Freitag und -5,41 Euro weniger als vor einer Woche. Verglichen mit Anfang Oktober ist der durchschnittliche Kaufpreis aktuell dennoch +3,40 Euro höher als vor einem Monat.
Langfristige Preisentwicklung Die langfristigen Preisentwicklungen zeigen die Auswirkungen des seit Ende Februar laufenden Konflikt im Nahen Osten auf die Ölpreise deutlich an. Aufgrund der anhaltenden Versorgungsschwierigkeiten und Kriegssorgen kostet Heizöl in Deutschland aktuell durchschnittlich +35,86 Euro mehr als noch vor drei Monaten. Verglichen mit den Vorjahreswerten zahlen Abnehmer aktuell durchschnittlich +72,90 Euro mehr als vor einem Jahr, und +75,80 Euro mehr als Anfang November 2024.
Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Ukraine setzt Angriffe auf russische Ölanlagen fort Am Wochenende kam es zu einem „massiven Drohnenangriff“ auf Industrieunternehmen im Bezirk Kstowo in Russland. Dabei wurde eine der größten Ölraffinerien des Landes beschädigt. Genaue Angaben zu den Schäden und möglichen Produktionsausfällen sind derzeit nicht bekannt.
– Risikolage im Nahen Osten bleibt erhöht In der vergangenen Woche kam es weiterhin zu Angriffen auf Schiffe innerhalb der Straße von Hormus, bei denen wiederholt Frachter, unter anderem Öltanker, von Projektilen getroffen und teils beschädigt wurden. Die Lage bleibt angespannt , Öltransporte in der Region sind weiterhin von hohen Risikoaufschlägen betroffen.
Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– USA will Diplomatie mit Iran noch Zeit geben Ursprünglich hieß es aus Kreisen des Weissen Haus, dass endgültige Entscheidungen und eventuelle Angriffe gegen den Iran nach den Midterms am 3. November wieder hochgefahren werden sollen. Aktuellen Meldungen zufolge will Trump jetzt jedoch etwas zurückhaltender bleiben und auf erneuerte diplomatische Pläne setzen. Details sind bislang unbekannt.
– Russlands Ölprodukt-Exporte nehmen nach Ende von US-Strafzöllen zu Nachdem seitens der USA Mitte Oktober die Strafzölle gegen russisches Öl, dessen Produkte und den Import von ebenjenen Waren zeitweise abgestoppt wurde, stiegen die Exporte Russlands in der zweiten Oktoberhälfte deutlich an. Ob die Exporte inmitten anhaltender Angriffe der Ukraine so beibehalten werden können, ist derzeit unklar.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 02.11.2026
Volatilität und Unsicherheit am ÖlmarktDie börsengehandelten Rohölpreise sind in dieser Woche geprägt von Volatilität. Im Vorfeld der Zwischenwahlen in den USA, nach denen möglicherweise ein neuer Angriff auf den Iran geplant ist, überwiegt die Unsicherheit an den Ölmärkten, weshalb die Kurse stark schwanken. Insgesamt bleibt das Preisniveau - auch im Inland - deutlich erhöht. Angst vor neuen Angriffen [...]
Die börsengehandelten Rohölpreise sind in dieser Woche geprägt von Volatilität. Im Vorfeld der Zwischenwahlen in den USA, nach denen möglicherweise ein neuer Angriff auf den Iran geplant ist, überwiegt die Unsicherheit an den Ölmärkten, weshalb die Kurse stark schwanken. Insgesamt bleibt das Preisniveau – auch im Inland – deutlich erhöht.
Angst vor neuen Angriffen am Persischen Golf wächst
Zuletzt hatte es mehr und mehr Hinweise darauf gegeben, dass in Washington Vorbereitungen für eine neue, möglicherweise groß angelegte Angriffswelle mit israelischer Unterstützung laufen. Ob es tatsächlich dazu kommt, bleibt offen, doch am Ölmarkt preist man ein gewisses Risiko schon jetzt mit ein.
Denn die Folgen einer neuen militärischen Eskalation könnten weitreichend sein. Sollten etwa erneut Ölförderanlagen in den Anrainerstaaten am Persischen Golf beschädigt werden, würde dies die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen – und das, wo die Exportströme sich gerade wieder etwas normalisiert hatten.
Angebotslage bleibt knapp
Dabei bleibt die knappe Angebotssituation weltweit ein Problem, vor allem der Dieselmarkt ist weiterhin massiv unterversorgt. Für eine mögliche Entlastung sorgte hier gestern ein Bericht des Wall Street Journal, wonach die Ukraine auf Druck von Donald Trump ihre Angriffe auf russische Ölanlagen aussetzen will. Wie dauerhaft dieses Arrangement ist, bleibt jedoch abzuwarten.
Heizölpreise heute wieder etwas höher
Die Heizölpreise bleiben ebenfalls auf erhöhtem Niveau. Heute müssen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet auf Preisaufschläge in Höhe von +0,05 bis +1,05 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern früh einstellen.
Unsicherheit und Kriegsangst prägen den ÖlmarktAn den Ölbörsen überwiegt weiterhin die Sorge um einen neuen Kriegsausbruch im Nahen Osten, nachdem Donald Trump mehrfach mit erneuten Angriffen nach den US-Zwischenwahlen am 3. November gedroht hatte. Gleichzeitig haben aber auch die diplomatischen Bemühungen wieder an Fahrt aufgenommen. Katar vermittelt neuen Vorschlag So hat etwa Katar, das neben Pakistan und Oman schon [...]
An den Ölbörsen überwiegt weiterhin die Sorge um einen neuen Kriegsausbruch im Nahen Osten, nachdem Donald Trump mehrfach mit erneuten Angriffen nach den US-Zwischenwahlen am 3. November gedroht hatte. Gleichzeitig haben aber auch die diplomatischen Bemühungen wieder an Fahrt aufgenommen.
Katar vermittelt neuen Vorschlag
So hat etwa Katar, das neben Pakistan und Oman schon seit Monaten als Vermittler zwischen den Kriegsparteien fungiert, offenbar schon am Sonntag einen Entwurf über ein neues Abkommen übermittelt, welches in Teheran aktuell geprüft wird. Es soll eine 7-Tage-Plan und „vertrauensbildende Maßnahmen“ enthalten. Konkreteres gab es bisher dazu nicht.
USA drängt auf Klärung der Atomfrage
Und auch die USA sind weiteren Gesprächen mit Teheran gegenüber nicht abgeneigt. Allerdings machte der US-Vizepräsident J.D. Vance gestern in einem Brief an den Chef des iranischen Sicherheitsrates nochmals klar, dass nur eine Einigung in der Atomfrage einen neuen US-Militärschlag abwenden könne.
Iran glaubt noch an Diplomatie
Irans Außenminister Abbas Aragtschi schrieb unterdessen in einem Beitrag auf der Kommunikationsplattform X, der Iran gebe der Diplomatie weiterhin eine Chance zum Erfolg. „Wir stehen weiterhin in engem und kontinuierlichem Kontakt mit Vermittlern, um Ideen zu prüfen, die die Umsetzung unseres 7-Tage-Plans […] gewährleisten können.“
Marktteilnehmer bleiben vorsichtig
An den Ölbörsen bleibt hingegen vor allem Verunsicherung spürbar. Die meisten Marktbeobachter rechnen auch weiterhin mit einem Militärschlag nach den US-Zwischenwahlen nächsten Dienstag und bleiben so lange in einer Abwartehaltung. Nachhaltige Preiskorrekturen nach unten erscheinen damit vor nächster Woche sehr unwahrscheinlich.
Inlandspreise in enger Spanne
Bei den Inlandspreisen ergeben sich heute im Vergleich zu gestern Vormittag immerhin leichte Abschläge im Bereich von -0,05 bis -1,05 Euro pro 100 Liter. Insgesamt bleibt der Heizölpreis im Bundesgebiet aber leider weiterhin auf hohem Niveau.