Ölmärkte aufgerieben zwischen Auseinandersetzungen und vermeintlicher Friedenssuche – Heizöl wird günstigerNachdem es zum Wochenbeginn erst zu deutlichen Preisanstiegen bei Öl und dessen Produkten gekommen ist, finden sich die geopolitischen Entwicklungen aktuell in einer Mischung wiederholter Konflikte und vorsichtiger Friedensfragen. Die Suche nach Konfliktlösungen, nicht nur im Nahen Osten sondern auch im Russland-Ukraine-Krieg, sorgte für vorsichtige Entspannung an den Ölbörsen, weshalb die Kurse von Rohöl und [...]
Nachdem es zum Wochenbeginn erst zu deutlichen Preisanstiegen bei Öl und dessen Produkten gekommen ist, finden sich die geopolitischen Entwicklungen aktuell in einer Mischung wiederholter Konflikte und vorsichtiger Friedensfragen. Die Suche nach Konfliktlösungen, nicht nur im Nahen Osten sondern auch im Russland-Ukraine-Krieg, sorgte für vorsichtige Entspannung an den Ölbörsen, weshalb die Kurse von Rohöl und dessen Produkten aktuell leicht sinken.
China stößt Friedensfrage im Iran an
Die chinesische Regierung in Peking bat in einem direkten Appell an den Iran, die Konflikte zurückzufahren und stärker an einer diplomatischen Friedensfindung zu arbeiten. In der selben, direkten Anfrage wurde außerdem darum gebeten, dass die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz gestoppt werden sollen, die schon früher viel vom Iran unterstützt wurden. Vertreter der iranischen Hauptstadt erklärten, dass eine baldige Friedensfindung stark vom Verhalten der USA abhängig wäre.
Dass ein echter Frieden nicht einfach aus einer einzelnen Bitte kommen kann, wird dadurch unterstrichen, dass die iranische Revolutionsgarde gestern einen Angriff auf einen Öltanker meldete, der ihrer Meldung zufolge ohne Freigabe die Straße von Hormus passieren wollte. „Die illegale Durchfahrt durch die Straße von Hormus führt zu nichts anderem als zur Zerstörung des betreffenden Schiffes“, so die iranische Marine. Damit ist mehr als eindeutig, dass es noch deutlich mehr Anstrengungen bedarf, bevor es zum Frieden im Nahen Osten kommen kann.
USA kündigt Sanktionen gegen Russland an, Moskau warnt vor Folgen
Parallel zu den Konflikten im Nahen Osten kam aus den USA die Meldung zu einem neuen Sanktionspaket gegen Russland, sowie Käufer von russischem Öl und dessen Produkten. Das neue Gesetz soll es den Vereinigten Staaten nach Freigabe des US-Präsidenten ermöglichen, Strafzölle auf Länder zu erheben, die russische Ölwaren importieren. Auch sollen bereits bestehende Sanktionen auf weitere russische Unternehmen und Schiffe ausgeweitet werden, um diese Instanzen gezielt aus Dollarsystemen auszuschließen und Moskau so direkt finanziell zu treffen.
Kreml-Sprecher Dmitry Peskov meldete sich am Donnerstagnachmittag zu den angekündigten Sanktionen zu Wort und erklärte, dass diese die „Bemühungen um eine Friedensregelung in der Ukraine zweifellos erschweren“ würden. Die Aussagen sowohl aus Russland als auch dem Nahen Osten machen es mehr als deutlich, dass es bis zu einem Frieden in den aktuellen Konflikten noch viele Bemühungen brauchen wird. Es ist jedoch auch nicht abzuweisen, dass nach monatelangen Kämpfen ohne Verhandlungen zumindest wieder darüber nachgedacht wird, wie ein Frieden erreicht werden kann.
Preisrückgang bei Heizöl setzt sich fort Die geopolitische Lage bleibt aufgeheizt und die Versorgung der Ölmärkte weltweit stark eingeschränkt. Dennoch entspannten sich die Märkte vor dem Wochenende zumindest ein bisschen, auch wenn es noch zu früh wär von „Optimismus“ zu sprechen. Für Heizölkäufer in Deutschland bedeuten die Entwicklungen heute jedoch erneute Preisnachlässe bei Heizöl. Diese liegen heute Vormittag bei Schätzungsweise -3,20 bis -3,80 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag. Die Preise sind jedoch weiterhin nur Momentaufnahmen und können sich, abhängig von geopolitischen und markttechnischen Entwicklungen jederzeit wieder ändern.
Aramco arbeitet an Übergangslösung für Ost-West Pipeline – Fed erhöht Leitzinsen – Heizöl günstiger erwartetAn den Ölbörsen gaben die Rohölpreise am gestrigen Mittwoch nach, was nicht zuletzt an den am frühen Abend eingehenden Meldung lag, dass Saudi-Arabien die Ost-West Pipeline in den nächsten Tagen wieder nach und nach hochfahren wolle. Etwas später kam dann auch noch die Zinsanhebung in den USA hinzu, die nicht die letzte vor dem Jahreswechsel [...]
An den Ölbörsen gaben die Rohölpreise am gestrigen Mittwoch nach, was nicht zuletzt an den am frühen Abend eingehenden Meldung lag, dass Saudi-Arabien die Ost-West Pipeline in den nächsten Tagen wieder nach und nach hochfahren wolle. Etwas später kam dann auch noch die Zinsanhebung in den USA hinzu, die nicht die letzte vor dem Jahreswechsel gewesen sein könnte.
Saudi Aramco will wichtige Pipeline schrittweise wieder hochfahren Am vergangenen Freitag hatte der staatliche Energiekonzern Aramco mit der Ost-West Pipeline eine wichtige Alternativroute zur Straße von Hormus für die Exporte von seinen Ölfeldern im Osten des Landes vorübergehend abgeschaltet. Drohnenangriffe von irakischem Territorium aus, die auf die Anlage abgezielt hatten, waren der Grund dafür gewesen. Nachdem man anfangs noch befürchtete, die Pipeline könnte mehrere Wochen außer Betrieb bleiben, will die Aramco die Rohöltransporte über Anlage nun in den kommenden Tagen durch Übergangslösung wieder aufnehmen.
So hieß es aus informierten Kreisen, das Unternehmen wolle einen beschädigten Streckenabschnitt provisorisch zu umgehen, um erste Teilmengen transportieren zu können. Die vollständige Wiederinbetriebnahme der Pipeline wird nach Angaben des Insiders voraussichtlich allerdings rund sechs Wochen in Anspruch nehmen. Weder der Staatskonzern, noch das saudische Energieministerium äußerten sich bislang offiziell zu dem Vorgang. Die Auslastung der Pipeline, die an den Exportterminal Yanbu am Roten Meer angebunden ist, lag vor dem Angriff bei rund 7 Mio. B/T. Regierungsdaten zufolge beliefen sich die saudischen Rohölexporte im Juni aufgrund der beeinträchtigten Schifffahrt in der Straße von Hormus und der Seeblockade Saudi-Arabiens durch die Huthi-Miliz im Roten Meer aber gerade einmal auf knapp 4 Mio. B/T, nachdem sie im Mai sogar ein Rekordtief verzeichnet hatten.
US-Kraftstoffbestände erholen sich weiter – Fed erhöht Leitzinsen
Auch aus den USA kamen gestern einige Meldungen, die die Preise an den Ölbörsen sinken ließen. So meldete das US-Energieministerium (DOE) die zweite Woche infolge Aufbauten bei den Destillat- und Benzinbeständen, bevor die Federal Reserve am Abend wie erwartet eine Anhebung der Zinsen um 25 Basispunkte bekannt gab. Bei der Pressekonferenz zur Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC), gab Notenbankchef Kevin Warsh dann zudem Hinweise darauf, dass die gestrige Zinserhöhung nicht die einzige vor dem Jahresende bleiben könnte. Dies stützte nicht nur den US-Dollar, was die im Greenback gehandelten Ölfutures teurer für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten verteuerte, sondern ließ auch Sorgen über die Entwicklung der Konjunktur und der Ölnachfrage aufkommen.
Heizölpreise niedriger erwartet
Der Rückgang der Ölpreise an der Londoner Rohstoffbörse ICE wirkt sich auch auf die Inlandspreiserwartungen aus, wenngleich der Euro gegenüber dem Dollar am Mittwochabend deutlich Federn lassen musste. So können Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik derzeit gegenüber Mittwochvormittag mit Abschlägen von –2,20 bis -2,75 Euro pro 100 LiterHeizöl rechnen. Diese Zahlen sind Näherungswerte und Momentaufnahmen, und können sich im Tagesverlauf aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen jederzeit ändern.
München (ots) – Die Spritpreise an deutschen Tankstellen sind im Vergleich zu den vergangenen Wochen erneut deutlich gestiegen. Die aktuelle wöchentliche Auswertung des ADAC zeigt, dass Super E10 im bundesweiten Mittel um 4,1 Cent teurer ist als in der Vorwoche. Ein Liter kostet aktuell 2,300 Euro und hat damit ein neuerliches Allzeithoch erreicht. Auch in diesem Wochenvergleich fällt der Preisanstieg für Diesel sogar noch deutlicher aus. Für einen Liter müssen Autofahrer 10,1 Cent mehr bezahlen als vor einer Woche. Ein Liter Diesel kostet damit im bundesweiten Durchschnitt derzeit 2,422 Euro und liegt damit knapp unter dem Allzeithoch aus dem April 2026.
Die weiter steigenden Spritpreise hängen auch mit dem höheren Ölpreis zusammen. Aktuell kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent knapp 110 US-Dollar. Nach Ansicht des ADAC rechtfertigen der erneute Anstieg des Ölpreises sowie der Euro-Dollar-Wechselkurs das aktuelle Preisniveau an den Zapfsäulen jedoch nur teilweise.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Super E10: Der deutschlandweite Tagesdurchschnittspreis erreichte vier Tage nacheinander neue Höchststände, obwohl der Rohölpreis deutlich unter früheren Spitzenwerten liegt. Ende April kostete ein Barrel Brent ebenfalls rund 110 US-Dollar, Super E10 lag damals jedoch nur bei etwa 2,10 Euro je Liter. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist diese Entwicklung nur schwer nachvollziehbar. Aus Sicht des ADAC besteht daher insbesondere auf Raffinerie- und Großhandelsebene weiterer Erklärungsbedarf. Notwendig ist mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
ADAC: Allzeithoch bei Super E10 setzt sich fort / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf in der Regel am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend langsam wieder. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.