Nahost-Spannungen ziehen Rohölpreise nach oben – Heizöl etwas teurerAm Dienstagabend wurden die Ölbörsen erheblich wachgerüttelt, als die USA Angriffe auf iranische Verteidigungsstellungen und Schnellboote meldete. Die USA wollte so den Iran für dessen Angriffe auf Frachtschiffe nahe der Küste des Oman und der (See-)Straße von Hormus bestrafen. Der Iran verurteilt das Verhalten und droht mit noch schärferen Maßnahmen. In direkter Folge stiegen die [...]
Am Dienstagabend wurden die Ölbörsen erheblich wachgerüttelt, als die USA Angriffe auf iranische Verteidigungsstellungen und Schnellboote meldete. Die USA wollte so den Iran für dessen Angriffe auf Frachtschiffe nahe der Küste des Oman und der (See-)Straße von Hormus bestrafen. Der Iran verurteilt das Verhalten und droht mit noch schärferen Maßnahmen. In direkter Folge stiegen die Rohöl- und Ölproduktpreise zeitweise deutlich, die Produktpreise fielen jedoch am Mittwochmorgen schon wieder.
USA bestätigt Angriffe auf iranische Verteidigungssysteme Zwischen der Nacht zum Montag und Dienstagnachmittag hat der Iran, US-Medien zufolge, mindestens 4 Frachtschiffe beschossen und dabei teils schwer beschädigt. Die Regierung Teherans, also der Hauptstadt des Iran, drohte daraufhin, dass die Schifffahrt durch die Wasserstraße südlich des Iran nur gewährleistet werden könne, wenn die Schiffe aktiv nahe der iranischen Küste vorbeifahren würden. Als Antwort auf die iranischen Aggressionen griff das US-Militär eigenen Angaben zufolge mehr als 80 iranische Ziele an.
Angaben des US-Zentralkommandos zufolge richteten sich die Angriffe gezielt gegen iranische Luftverteidigungssysteme, andere militärische Anlagen und mehr als 60 Schnellboote der Islamischen Revolutionsgarde. Die Schläge seien dabei die „unmittelbar Reaktion“ der USA auf die Aggressionen des Iran gewesen. Gleichzeitig ließ die USA eine Sanktionsausnahme aufheben, die seit etwa drei Wochen den Verkauf und Kauf von iranischem Erdöl und dessen Produkten erlaubte.
Iran verurteilt US-Verhalten, kündigt „vernichtende Antwort“ an Als Antwort auf die US-Reaktionen kündigte der Iran eine „vernichtende Antwort“ an und sprach von einem „eklatanten Akt der Aggression“ seitens der Vereinigten Staaten. Das Nachrichtenportal Axios berichtete in diesem Zusammenhang, dass der Iran Drohnenangriffe auf Bahrain durchgeführt habe. Auch Kuwait meldete, dass ihre Waffensysteme auf eingehende Drohnen- und Raketenangriffe reagiert hätten.
Die Spannungen seitens des Iran und den USA sorgt am Markt für Unsicherheit in der Sicherheit der Ölexporte aus dem Nahen Osten. Diese laufen bislang zu großen Teilen durch die Straße von Hormus, die noch letztes Jahr die wichtigste Transportroute für knapp 20 Millionen Barrel Öl pro Tag war. Sollten die Konflikte um diese Handelsroute weiter eskalieren, könnte die weiterhin vorsichtige Schifffahrt in der Region weiter ausgebremst und eingeschränkt werden, und damit den Angebotsdruck am Markt weiter verschärfen.
Heizöl etwas teuer
Nachdem die Ölprodukt-Preise am Dienstag von deutlichen Schwankungen betroffen haben, konnten sie sich am Ende wieder fast auf das Niveau des Vortages senken. Entsprechend sind für Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik heute nur geringe Preisaufschläge um +0,25 bis +0,85 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag zu erwarten. Die angespannte Lage im Nahen Osten könnte jedoch jederzeit neue Preisentwicklungen mit sich bringen, die unerwartete Änderungen der Preise auslösen können.
Angriffe auf Handelsschiffe bestätigen Nahost-Unsicherheit – Heizöl moderat teurerAn den Ölmärkten bleibt die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus weiter im Fokus. Die Route zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, beide im Nahen Osten, ist eine der wichtigsten Handelsstraßen der Welt. Während die dortigen Frachtbewegungen vergangene Woche noch sicher und stetig wachsend waren, sorgten Angriffe auf Handelsschiffe am [...]
An den Ölmärkten bleibt die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus weiter im Fokus. Die Route zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, beide im Nahen Osten, ist eine der wichtigsten Handelsstraßen der Welt. Während die dortigen Frachtbewegungen vergangene Woche noch sicher und stetig wachsend waren, sorgten Angriffe auf Handelsschiffe am Montagabend und Dienstag für neue Sorgen, weshalb die Preise an den Ölbörsen einen leichten Anstieg erlebten.
Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus gemeldet Angaben des Nachrichtenportal Axios zufolge kam es am Montagabend zu einem iranischen Angriff auf zwei Handelsschiffe, als diese die Straße von Hormus, südlich der iranischen Küste, passierten. Der Iran bekannte sich bislang nicht zu den Angriffen. Der Vorfall setzt jetzt erneut Druck auf die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran aus, da als Teil der Abmachungen keine Angriffe mehr auf Schiffe in der Meerenge geführt werden sollen.
Kurz darauf wurde durch die britische Marinesicherheitseinheit UKMTO ein Angriff auf einen Öltanker vor der omanischen Küste gemeldet. Auch hier ist der genaue Täter unbekannt, ein Angriff des Iran wird jedoch auch hier für wahrscheinlich gehalten. In beiden Fällen zeigen die Schäden und der Beschuss klar, dass der Schiffsverkehr im Nahen Osten zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weiterhin große Risiken birgt.
Die US-Regierung meldete sich bislang noch nicht zu den Angriffen und gab auch noch keine Gegenangriffe auf den Iran, wie es in den letzten Wochen immer wieder der Fall nach solchen Entwicklungen war. Während die Verhandlungen zwischen beiden Ländern zuletzt schleppend verliefen, sollen sie beiden Seiten zufolge trotzdem konstruktiv gewesen sein. Die Schifffahrt bleibt dennoch unsicher und damit auch Versicherungs- und Risikoaufschläge für die Durchquerung der Meerenge, was direkte Anstiege des Ölpreises zur Folge hat.
Heizöl etwas teuer
Mit den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten und einigen Versorgungsunsicherheiten besonders im asiatischen Raum, stiegen die globalen Preise für Ölprodukte und damit auch die Kosten für Heizöl in Deutschland wieder etwas an. Abnehmer und Abnehmerinnen in der Bundesrepublik müssen deshalb heute mit leichten bis moderaten Aufschlägen zum Montag rechnen, diese liegen aktuellen Erwartungen zufolge bei +1,95 bis +2,95 Euro pro 100 Liter Heizöl.
Preisstatistik – Spannung und Nervosität bei Nahost-Verhandlungen bleiben – Preise im Auf und AbWährend sich die Rohölpreise auf Börsenseite in den letzten Wochen deutlich erholt haben, konnten die Preise für Ölprodukte, darunter Heizöl, sich noch nicht vollständig erholen. Die Versorgungslücken am Markt sind noch nicht vollständig geschlossen, während allgemeine Unsicherheiten zum Fortgang der US-Iran-Beziehungen weiter bestehen. Kurzfristige Heizölpreisentwicklung Der Markt für Ölprodukte ist weltweit weiter angespannt, was die [...]
Während sich die Rohölpreise auf Börsenseite in den letzten Wochen deutlich erholt haben, konnten die Preise für Ölprodukte, darunter Heizöl, sich noch nicht vollständig erholen. Die Versorgungslücken am Markt sind noch nicht vollständig geschlossen, während allgemeine Unsicherheiten zum Fortgang der US-Iran-Beziehungen weiter bestehen.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Der Markt für Ölprodukte ist weltweit weiter angespannt, was die Preise relativ hoch hält. Für deutsche Heizölkäufer bedeutete dies in den letzten Tagen wieder steigende Preise im Einkauf. So zahlen Abnehmer in der Bundesrepublik derzeit durchschnittlich +2,29 Euro mehr als vergangenen Freitag und +4,20 Euro mehr als vor einer Woche. Verglichen mit vor einem Monat sind dennoch deutliche Rabatte beim Heizölkauf zu melden, aktuell über durchschnittlich -6,07 Euro gegenüber den Einkaufspreisen von Anfang Juni.
Langfristige Preisentwicklung Die Preisabschläge werden besonders deutlich, wenn man auf die Heizölpreise zur Hochzeit des US-Iran-Israel Konflikts vor rund 3 Monaten blickt. Damit verglichen zahlen Heizölkäufer aktuell -45,80 Euro weniger. Im Vergleich zu den Vorjahren muss dennoch mit teils deutlichen Aufpreisen gerechnet werden. Diese liegen derzeit gegenüber Juli 2025 bei +26,13 Euro, und zu Juli 2024 bei +16,90 Euro.
Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran-USA-Gespräche inmitten Unsicherheiten und Nervosität Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Straße von Hormus und der freien Schifffahrt von und zum Persischen Golf laufen weiter. Wie lange sie andauern, und wann es zu Ergebnissen kommt, mit denen beide Seiten zufrieden sind, ist derzeit schwer abzuschätzen.
– Ukrainische Angriffe schwächen russische Öl- und Ölproduktindustrie
Ukraine fährt weiterhin seine Angriffe gegen die russische Ölindustrie, was die Ölverarbeitung und Exporte Russlands besonders für den asiatischen Markt deutlich einschränkt. Dadurch wird die globale Verfügbarkeit von Ölprodukten weiter eingeschränkt, was sich auch in Deutschland auf den Heizölpreis auswirkt.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise?
– Ölexporte aus dem Nahen Osten nehmen zu Die Exporte aus dem Nahen Osten laufen weiter an und steigen Woche für Woche, auch wenn sie noch nicht vollständig auf dem Niveau vor dem USA-Iran-Konflikt angekommen sind. Der Schiffsstau rund um den persischen Golf löst sich ebenfalls auf und macht den Warenverkehr wieder freier.
– Analysten rechnen mit Ölüberangebot Die Erholung der Rohölexporte, bei gleichzeitig sinkender Nachfrage nach dem Rohstoff durch China, könnte in den kommenden Monaten sogar zu einem Überangebot führen. Dieses würde die Preise von Öl und auch dessen Produkten weiterhin sinken lassen.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 06.07.2026