- Abkommensfindung um Hormus geht weiter – Russland droht mit Eskalationen im eigenen Konflikt – Heizöl teurer
Die Ölmärkte wurden bereits in der Nacht zum Mittwoch davon überrascht, als Iran und Oman erste Schritte zu einem Abkommen meldeten, die eine Öffnung der Ölhandelsroute der Straße von Hormus besser ermöglichen würden. Während dies für Entlastung an den Ölbörsen sorgte, kündigte der russische Präsident an, den Konflikt mit der Ukraine weiter eskalieren zu lassen, [...] - Ölbörsen bisher unbeeindruckt von Washingtons „Operation wirtschaftlicher Außenseiter“ – Heizöl günstiger
Das US-Finanzministerium gab am gestrigen Montag die bereits vergangene Woche angekündigten Maßnahmen bekannt, mit denen der Iran wirtschaftlich isoliert werden soll. Das, was von Präsident Trump im Vorfeld als "wirtschaftlicher D-Day" für den Iran bezeichnet wurde, scheint allerdings für Teheran und auch den Ölmarkt bislang eher ein relativ unspektakulärer Tag gewesen zu sein. "Operation [...] - Preisstatistik – Geopolitische Spannungen halten Heizölpreise hoch
Die Konflikte im Nahen Osten sowie rund um Russland bleiben weiterhin die wichtigsten Treiber der Ölpreise am Weltmarkt. Dabei kämpfen die unschuldig involvierten Länder im Nahen Osten, insbesondere die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien und der Irak, um die Erhaltung der Ölexporte und verhindern so noch stärkere Anstiege der Ölpreise. Kurzfristige Heizölpreisentwicklung Bei den kurzfristigen [...]

Die Ölmärkte wurden bereits in der Nacht zum Mittwoch davon überrascht, als Iran und Oman erste Schritte zu einem Abkommen meldeten, die eine Öffnung der Ölhandelsroute der Straße von Hormus besser ermöglichen würden. Während dies für Entlastung an den Ölbörsen sorgte, kündigte der russische Präsident an, den Konflikt mit der Ukraine weiter eskalieren zu lassen, da die ukrainischen Angriffe auf russische Infrastrukturen zu großen Schaden anrichten, während Friedensgespräche „komplett festgefahren“ seien.
Iran bestätigt Rahmenabkommen zur Hormus-Öffnung mit Oman
Am frühen Mittwochmorgen bestätigte eine omanische Nachrichtenagentur ein Treffen der Außenminister des Iran und Oman. Diese haben dem Bericht zufolge einen grundsätzlichen Rahmen abgesteckt, nach welchem die Zusammenarbeit zur Öffnung der Straße von Hormus festgelegt werden soll. Während die Details sehr dünn blieben, erklärte ein iranischer Militärsprecher am Mittwochnachmittag, dass die Öffnung der Meerenge auch die Verteilung von Einnahmen durch die Seeroute beinhalten würde. Auf welche Art eine solche Einnahmengenerierung geschehen soll, wurde nicht erklärt.
Am selben Tag folgte eine Meldung der iranischen Regierung zum Abkommen mit dem Oman, jedoch hielt man sich hier mit Details zurück und erklärte lediglich, dass es nun Ideen gibt, die jedoch noch nicht klar festgelegt sind. Es sei jedoch zu bedenken, dass ein Abkommen nicht unbedingt eine sofortige Öffnung der Straße von Hormus beinhalten würde. Die Straße von Hormus ist die wichtigste Seeroute zwischen dem globalen Ölmarkt und dem Nahen Osten. Durch sie wurden vor Beginn des US-Iran-Konflikts knapp 20 Millionen Barrel Öl jeden Tag transportiert, fast ein fünftel des weltweiten Verbrauchs. Seit dem Konflikt zwischen USA und Iran ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge jedoch sehr stark eingeschränkt.
Putin droht mit Eskalation im Ukraine-Russland-Konflikt
Die Ukraine fuhr in diesem Jahr die Angriffe auf russische Ölstrukturen, allen voran Häfen und Raffinerien, deutlich hoch. Dabei fuhr auch Russland die Gegenangriffe auf Häfen und die ukrainische Hauptstadt Kiew deutlich hoch. Aussagen des russischen Präsidenten Vladimir Putin zufolge sollen die Angriffe nun jedoch weiter ausgeweitet und der Krieg mit der Ukraine stärker eskaliert werden. Wie, wurde nicht genannt, Analysten rechnen jedoch mit verstärkten Raketenangriffen auf ukrainische Strukturen. Dies könnte die Öl- und Ölproduktversorgung am Weltmarkt durch russische Exporte noch weiter einschränken, falls die möglicherweise verstärkten Angriffe entsprechende Gegenreaktionen der Ukraine mit sich bringen.
Heizölpreis in der Bundesrepublik legt zu
Während die Entwicklungen im Nahen Osten zuletzt auf Lockerungen im US-Iran-Konflikt hoffen ließen, sind sie noch lange keine Garantie auf eine Öffnung der Handelswege rund um die Nahostländer. Die Drohungen aus Russland verschärfen den Druck auf den Ölproduktmarkt zusätzlich, was weitere Preisanstiege an den Ölbörsen stütze. Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik müssen deshalb heute mit moderaten Aufschlägen zum Mittwochvormittag in Höhe von +2,40 bis +3,40 Euro pro 100 Liter rechnen. Aufgrund der allgemein unsicheren geopolitischen Entwicklungen können sich diese Zahlen jedoch jederzeit ändern.

Das US-Finanzministerium gab am gestrigen Montag die bereits vergangene Woche angekündigten Maßnahmen bekannt, mit denen der Iran wirtschaftlich isoliert werden soll. Das, was von Präsident Trump im Vorfeld als „wirtschaftlicher D-Day“ für den Iran bezeichnet wurde, scheint allerdings für Teheran und auch den Ölmarkt bislang eher ein relativ unspektakulärer Tag gewesen zu sein.
„Operation wirtschaftlicher Außenseiter“ erweitert Spielraum für Sekundärsanktionen
Das neue Maßnahmenpaket gegen den Iran, das von der US-Regierung den Titel „Operation wirtschaftlicher Außenseiter“ erhielt, stellt laut Mitteilung des US-Finanzministeriums „den Beginn einer nachhaltigen und systematischen Kampagne zur Schließung sämtlicher Finanzquellen, die den führenden staatlichen Unterstützer des Terrorismus finanzieren“ dar.
Dazu gehört unter anderem die Erweiterung des Spielraums für Sekundärsanktionen. Diese können von der zuständigen US-Behörde (Office of Foreign Assets Control, kurz: OFAC) nun gegen ausländische Personen verhängt werden die in den iranischen Wirtschaftssektoren Technologie, Digitale Vermögenswerte, Gold, Luft- und Schifffahrt tätig sind und diese unterstützen.
Sanktionsliste der USA wird länger
Darüber hinaus weitete das US-Finanzministerium seine Sanktionen auf 60 Organisationen, Einzelpersonen und Schiffe aus. So finden sich nun 5 weitere Unternehmen mit Verbindungen zum iranischen Ölhandel auf der Sanktionsliste der USA wieder sowie auch 5 Schiffe, die der iranischen Schattenflotte zugeordnet wurden.
China kommt zunächst gut weg
Zwar wurden der Sanktionsliste auch weitere chinesische Unternehmen hinzugefügt, Kreditinstitute aus dem Reich der Mitte waren allerdings auch diesmal nicht darunter. Bei der Bekanntgabe der Maßnahmen gab US-Finanzminister Scott Bessent auf die Frage, ob sein Ministerium bereit sei, auch gegen chinesische Banken vorzugehen: „Wenn sie Transaktionen ermöglichen und Teil des Ökosystems sind, das iranisches Öl in Geld, in Repression verwandelt, werden sie ins Visier genommen.“ Dass einige chinesische Banken dies tun, davon ist auszugehen, ist die Volksrepublik doch der Hauptabnehmer iranischen Öls.
Das US-Finanzministerium vermied es in seiner Mitteilung zur „Operation wirtschaftlicher Außenseiter“, die Länder, die ihre Geschäfte mit dem Iran beenden sollen, namentlich zu nennen. Stattdessen hieß es lediglich, die betroffenen Länder müssten ihre Geschäfte mit der Islamischen Republik in einem von den USA vorgegebenen Zeitrahmen beenden, um nicht den Ausschluss aus dem US-Finanzsystem zu riskieren. Wie groß dieser Zeitrahmen ist, ließ das Ministerium allerdings ebenfalls offen.
Heizöl günstiger erwartet
An der ICE rutschten die Kontrakte von Brent und Gasoil heute Morgen trotz der neuen US-Sanktionen gegen den Iran bereits unter die Vortagestiefs, nachdem sie bereits im gestrigen Tagesverlauf nachgegeben hatten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Bundesrepublik dürfen daher heute bei den Inlandspreisen ebenfalls mit einem Rückgang rechnen, die sich den aktuellen Erwartungen zufolge zwischen -4,15 und -5,15 Euro pro 100 Liter bewegen können. Diese Werte sind jedoch nur Momentaufnahmen und können aufgrund der unsicheren geopolitischen Lage jederzeit von Schwankungen betroffen sein.

Die Konflikte im Nahen Osten sowie rund um Russland bleiben weiterhin die wichtigsten Treiber der Ölpreise am Weltmarkt. Dabei kämpfen die unschuldig involvierten Länder im Nahen Osten, insbesondere die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien und der Irak, um die Erhaltung der Ölexporte und verhindern so noch stärkere Anstiege der Ölpreise.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Bei den kurzfristigen Preisentwicklungen kam es in den vergangenen Wochen zu einem moderaten Auf und Ab bei den Heizölpreisen, während die Schwankungen in den letzten Tagen relativ eng ausfielen. 100 Liter Heizöl kosten in der Bundesrepublik heute durchschnittlich -0,86 Euro weniger als vergangenen Freitag, während die Abweichung zum letzten Montag bei -0,21 Euro liegt. Blicken wir einen Monat zurück, zahlen Heizölabnehmer heute durchschnittlich etwa -0,69 Euro weniger als am 24. Juli.
Langfristige Preisentwicklung
Bei dem langfristigen Preisentwicklungen zeichnet sich weiter ab, wie deutlich die großen Konflikte dieses Jahr an den Ölpreisen rütteln. So zahlen Heizölkäufer in der Bundesrepublik heute durchschnittlich +16,38 Euro mehr als zur vergangenen Frühlingssaison vor drei Monaten, als besonders die Auseinandersetzungen im Nahen Osten sich zwischenzeitig etwas beruhigt hatten. Blicken wir weiter zurück, kostet Heizöl heute +49,45 Euro mehr als vor einem Jahr und +48,59 Euro mehr als im August 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran hält Straße von Hormus allgemein geschlossen
Einer der zentralen Punkte des US-Iran-Konflikts ist die Durchfahrtkontrolle in der Straße von Hormus. Hier will der Iran weiter einen eisernen Griff halten und nur Schiffe passieren lassen, die eindeutige Erlaubnis und etwaige Abkommen mit der iranischen Regierung haben, nicht-angemeldete Handelsschiffe sollen weiterhin ausgesperrt bleiben.
– Ukraine hält Angriffe gegen Russland aufrecht
Die Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine laufen weiter. Kiew versucht die russischen Öleinnahmen scharf einzuschränken, indem Ölexporthäfen und Raffinerien regelmäßig bei Angriffen beschädigt und in Folge außer Betrieb gesetzt werden. Dies sorgt jedoch auch am globalen Markt für Einschränkungen bei Ölprodukten.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise?
– Nahost-Länder suchen Umwege, um Ölexporte zu sichern
Während der bestehende US-Iran-Konflikt die Ölexporte im Nahen Osten stark einschränkt, kämpfen die nahen Länder darum, ihre Öllieferungen aufrecht zu halten. Dabei kommt es zu internationalen Zusammenarbeiten mit globalen Großlieferanten, Umleitungen von Öltransporten und Planungen zu Exportlinien, welche die umkämpfte Straße von Hormus umgehen.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 24.08.2026