Weitere Tankerzwischenfälle in der Straße von Hormus – Ölpreise steigen wiederMit der Niederlage der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen hatte man am Markt neue Hoffnung geschöpft, dass der Druck auf die Trump-Regierung groß genug werden könnte, den Krieg mit dem Iran zu beenden. Allerdings bleibt der Weg bis dahin äußerst steinig und die Risikolage im Persischen Golf unverändert angespannt. Tankerzwischenfälle nehmen zu So kam es [...]
Mit der Niederlage der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen hatte man am Markt neue Hoffnung geschöpft, dass der Druck auf die Trump-Regierung groß genug werden könnte, den Krieg mit dem Iran zu beenden. Allerdings bleibt der Weg bis dahin äußerst steinig und die Risikolage im Persischen Golf unverändert angespannt.
Tankerzwischenfälle nehmen zu
So kam es in den letzten Tagen und Wochen wieder verstärkt zu Tankerzwischenfällen in der Region. Der Iran meldete am Donnerstag allein Schäden an drei weiteren Tankern. Nach Angaben der Revolutionsgarden liefen zwei Schiffe auf Seeminen, ein weiteres geriet in Brand. Eine unabhängige Bestätigung lag zunächst nicht vor.
Seit Sonntag haben nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit UKMTO mindestens fünf Schiffe Zwischenfälle gemeldet. Die Häufigkeit von Angriffen auf Frachtschiffe liegt damit weiterhin nahe dem bisherigen Höchststand: Im Oktober der Behörde zufolge 35 Schiffe getroffen worden – mehr als in jedem anderen Monat des Krieges.
Verhandlungen bleiben schwierig
Parallel beraten iranische Vertreter mit katarischen Vermittlern weiterhin über ein mögliches Ende der Konflikte. Zu den Streitpunkten zwischen Washington und Teheran gehören der Status der wichtigen Straße von Hormus, aber auch die US-Blockade iranischer Häfen, bestehende Sanktionen und das iranische Atomprogramm.
Ein Durchbruch bei den jüngsten Annäherungen ist bislang noch nicht geglückt, nach wie vor rechnen manche Marktbeobachter immer noch damit, dass ein amerikanischer Militärschlag auf den Iran bevorstehen könnte. Doch auch ohne einen solchen zeigen die Tankerzwischenfälle, dass die Risiken in der Region hoch bleiben.
Inlandspreise
Entsprechend haben auch die Ölpreise wieder zugelegt, was sich auch mit Aufschlägen bei den Inlandspreisen bemerkbar macht. Im Bundegebiet kosten 100 Liter Heizöl deshalb heute im Durschnitt etwa +3,80 bis +5,80 Euro mehr als gestern morgen.
Nachdem sich die Demokraten im US-Kongress bei den Zwischenwahlen am Dienstag wieder die Mehrheit sichern konnten, gaben die Rohölpreise an den Rohstoffbörsen gestern noch einmal deutlich nach. So verzeichnete der Nordsee-Rohölkontrakt Brent am gestrigen Mittwoch erstmals seit dem 1. September wieder einen Settlementpreis von weniger als 95 Dollar pro Barrel. Dies liegt vor allem an der Hoffnung, dass die Wahlschlappe der Republikaner den militärischen Handlungsspielraum von Präsident Trump stärker begrenzen wird und eine Lösung des Konflikts mit dem Iran auf diplomatischem Wege deutlich wahrscheinlicher werden könnte.
Markt hofft auf Ende des Iran-Kriegs auf dem Verhandlungsweg
Letzteres spiegelt sich besonders in einem Beitrag wider, den Vize-Präsident JD Vance auf der Kommunikationsplattform X nach den Zwischenwahlen veröffentlichte. Darin nannte er den Iran-Krieg als Grund für die Wahlschlappe. Jedes ehrliche Gespräch über den weiteren Kurs müsse bei dieser Erkenntnis ansetzen, so Vance.
Präsident Trump hatte gegenüber der Wirtschaftszeitung Financial Times bereits kurz vor den Zwischenwahlen angegeben, Washington plane direkt nach den Zwischenwahlen keine Militärschläge gegen den Iran. Vielmehr wollte Trump den Verhandlungen mit Teheran nach den Midterms noch etwas Zeit geben. Nichts destotrotz seien kleinere Schläge auf die am Pickaxe Mountain vermutete unterirdische Atomanlage denkbar.
Einstufung des US-Zwischenwahlergebnisses durch Iran nun von Bedeutung Die Frage ist aber nun auch, wie das Ergebnis der US-Zwischenwahlen in Teheran interpretiert wird. „Die Ergebnisse der US-Wahlen machen eine Einigung für Trump dringlicher, für den Iran aber nicht einfacher“, erklärt diesbezüglich Ebtesam al-Ketbi, Präsidentin des Emirates Policy Center in Abu Dhabi. Erkenne der Iran, dass Trump ein „Abkommen brauche, aber nicht irgendein Abkommen“, so könne sich eine Chance auf ein Kriegsende eröffnen. Werte Teheran das Ergebnis dagegen als Zeichen nachlassender US-Entschlossenheit, könnte dies den Iran erneut dazu ermutigen, die Lage wieder militärisch eskalieren zu lassen, so die Expertin.
Heizöl etwas günstiger erwartet Nach dem starken Preisrückgang der vergangenen Tage starten die Ölfutures an den Rohstoffbörsen heute Morgen erst einmal wieder eine Aufwärtskorrektur. Diese fiel bislang allerdings noch so zögerlich aus, dass sich bei den Inlandspreisen angesichts des gestrigen Preisrutsches an der ICE immer noch ein deutlicher Rückgang abzeichnet. So dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher in der Bundesrepublik heute Vormittag gegenüber Mittwochvormittag mit Preisnachlässen von -5,40 bis -6,80 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen. Diese Zahlen sind wie gewohnt jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich im volatilen Marktumfeld jederzeit wieder ändern.
München (ots) – Nach aktuellen ADAC Zahlen sind die Kraftstoffpreise gegenüber der Vorwoche gesunken. Ein Liter Super E10 kostet im Durchschnitt 2,041 Euro und damit 4,3 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel verbilligte sich um 2,9 Cent auf bundesweit durchschnittlich 2,260 Euro je Liter.
Der Ölpreis hat in den vergangenen Tagen stark nachgegeben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zum gestrigen Handelsschluss rund 104 US-Dollar und damit etwa zehn US-Dollar weniger als in der Vorwoche. Der deutliche Rückgang des Ölpreises ist aus Verbrauchersicht erfreulich und sollte sich auch an den Zapfsäulen bemerkbar machen. Zwar sind die Kraftstoffpreise binnen Wochenfrist gesunken, angesichts der Entwicklung des Rohölpreises sollten weitere Preisrückgänge jedoch möglich sein. Insbesondere Diesel ist mit einem Abstand von knapp 22 Cent je Liter zu Super E10 weiterhin auf einem sehr hohen Preisniveau.
Im Tagesverlauf fällt der bundesweite Durchschnittspreis für Super E10 kurz vor der täglichen Preiserhöhung um 12 Uhr zeitweise bereits unter die Marke von zwei Euro je Liter.
Kraftstoffpreise: Rückgang bei Benzin und Diesel
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken, denn dann sind die Spritpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.