Starker Nahost-Schiffsverkehr trifft auf geopolitische Unstimmigkeiten – Heizöl deutlich teurerZum Start in den Mittwoch ist das Bild an den Ölbörsen insgesamt gemischt. Während Rohöl selbst etwas günstiger ist als am Vortag, stiegen die Preise der Ölprodukte am Markt da die Versorgung deutlich empfindlicher und schneller von den aktuellen, weltpolitischen Unsicherheiten beeinflusst werden könnte. Die daraus folgende Sorge vor Engpässen macht sich aktuell bei fast [...]
Zum Start in den Mittwoch ist das Bild an den Ölbörsen insgesamt gemischt. Während Rohöl selbst etwas günstiger ist als am Vortag, stiegen die Preise der Ölprodukte am Markt da die Versorgung deutlich empfindlicher und schneller von den aktuellen, weltpolitischen Unsicherheiten beeinflusst werden könnte. Die daraus folgende Sorge vor Engpässen macht sich aktuell bei fast allen Ölprodukten, darunter auch Kraftstoffe und Heizöl, deutlich bemerkbar.
Nahost-Schiffsverkehr nimmt zu…
Die Sperre der Seeroute „Straße von Hormus“ ist seit etwa zwei Wochen für den Frachtverkehr aufgehoben. Zwar gab es vereinzelte Eskalationen, wie Angriffe auf mindestens je ein Frachtschiff und einen Öltanker, da dies jedoch Einzelfälle blieben, nahm der Verkehr in der Meerenge in den letzten Tagen wieder deutlich zu. Besonders für die asiatischen Länder ist das ein Segen, da diese teils mehr als 90% ihrer Ölversorgung aus dem Nahen Osten importierten.
Noch sind die Zahlen des Frachtverkehrs nicht auf dem Stand der Vorkriegszeit angekommen. Dafür sind die Unsicherheiten in der Region schlicht noch zu hoch, auch da es immer wieder zu kleinen, aber auch größeren, politischen Streitigkeiten zwischen dem Iran und den USA kommt. Andere Länder konnten dafür viele Schiffe durch die Meerenge bringen, die im Rahmen des Nahostkonflikts mit Fracht und Mannschaft in der Region „gefangen“ waren. Sollten die Spannungen aufhören, steht einem allgemein sicheren Frachtverkehr in der Region theoretisch nichts im Weg.
… politische Spannungen zwischen USA und Iran bleiben Ob die Spannungen wirklich aufhören, wird derzeit jedoch wieder mehr in Frage gestellt. Ursprünglich waren für Dienstagabend Gespräche zwischen hohen Vertretern der USA und des Iran geplant, um die Friedensverhandlungen weiter nach vorne zu bringen. Nachdem vergangenes Wochenende ein Schiff in der Straße von Hormus angegriffen wurde, und es daraufhin zu kurzen aber scharfen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran kam, verschloss sich das Nahost-Land vor zeitnahen, direkten Verhandlungen. Das schürt aktuell wieder die Unsicherheit zur Sicherheit beim Schiffsverkehr im Nahen Osten.
Trotzdem fanden gestern Gespräche statt, jedoch nur zwischen Washington und Katar und vermeintlich zwischen dem Iran und nicht näher genannten Vermittlern. Aktuell sieht es so aus, als wolle der Iran seinen Griff um die Straße von Hormus politisch festigen und für die Sicherheit und den Verkehr in der Meerenge Einflussträger sein, was die USA vermeiden will. Wann es wieder zu direkten Verhandlungen zwischen beiden Seiten kommen könnte, ist aktuell unbekannt.
Heizölpreise zwischen Dienstag und Mittwoch deutlich angestiegen
Die Unsicherheiten zu den Verhandlungen rund um den Iran und die USA lässt die Märkte nervös auf die Versorgung mit Rohölprodukten blicken, weshalb deren Preise am Dienstag teils deutlich angestiegen sind. Entsprechend deutliche Aufpreise müssen heute beim Kauf von Heizöl erwartet werden. Die Aufschläge liegen aktuellen Rechnungen zufolge bei +3,45 bis +4,45 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag
Ölpreise fast wieder auf Vorkriegsniveau – Lage am Golf bleibt unsicherObwohl die Verhandlungen zwischen den USA und Iran eher schwierig verlaufen, bleibt die für den Ölhandel so wichtige Straße von Hormus offenbar geöffnet. Entsprechend hat sich der Tankerstau der letzten Monate deutlich abgebaut und die Ölpreise sind von ihren Höchstständen zurückgekehrt. Ölpreise fast wieder auf Vorkriegsniveau Inzwischen haben die börsengehandelten Rohölpreise fast schon wieder [...]
Obwohl die Verhandlungen zwischen den USA und Iran eher schwierig verlaufen, bleibt die für den Ölhandel so wichtige Straße von Hormus offenbar geöffnet. Entsprechend hat sich der Tankerstau der letzten Monate deutlich abgebaut und die Ölpreise sind von ihren Höchstständen zurückgekehrt.
Ölpreise fast wieder auf Vorkriegsniveau
Inzwischen haben die börsengehandelten Rohölpreise fast schon wieder das Niveau erreicht, bei dem sie vor Kriegsausbruch handelten. Und auch der Preis für ein Barrel Gasoil, dem Produktkontrakt, der maßgeblich die Heizölpreise im Bundesgebiet mitbestimmt, hat den größten Teil seiner kriegsbedingten Aufschläge wieder wett gemacht.
Dennoch bleibt die Lage am Persischen Golf fragil. Viele Fragen sind nach wie vor ungeklärt und die USA und Iran zeigen sich überwiegend als nicht gerade kompromissbereit. Am Wochenende war es zudem wieder zu Kampfhandlungen und gegenseitigem Beschuss gekommen, weshalb die eigentlich für diese Woche geplanten Verhandlungen auf wackeligen Beinen stehen.
Schwierige Verhandlungen zwischen USA und Iran
Gestern machten widersprüchliche Meldungen die Runde, ob es überhaupt Verhandlungen geben würde und wenn ja, zwischen wem. Klar ist, dass die USA ihre Sondergesandten Steve Wittkoff und Jared Kushner nach Katar geschickt haben, da der Iran laut Donald Trump angeblich für heute um ein Gespräch gebeten habe.
Aus dem Iran hatte es zuvor geheißen, man werde zwar Gespräche führen, aber ausschließlich mit dem Oman. Dabei werde es um die Regulierung der Schifffahrt in der Straße von Hormus gehen. Teheran verfolgt den Plan, Transitgebühren für die Durchfahrt der Meerenge zu erheben, was von den meisten anderen Ländern strikt abgelehnt wird.
Heizöl mit leichten Aufschlägen
Die Inlandspreise starten heute mit leichten Aufschlägen in den Tag, bleiben aber insgesamt innerhalb der Seitwärtsbewegung, die sich seit Mitte Juni etabliert hat. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen heute mit Aufschlägen von ca. +0,45 bis +1,05 Euro/100l im Vergleich zu gestern Morgen rechnen.
Preisstatistik – Schlagabtausch im nahen Osten hält Märkte nervös – Preise im Auf und AbNeue Woche - Gleiches Spiel; Während die USA und der Iran weiterhin an Friedensverhandlungen festhalten wollen, meldete die USA Angriffe auf iranische Waffenstellungen, weshalb der Iran die Länder in der Umgebung angriff. Mittlerweile sollen die Waffen zwar wieder ruhen, wie nachhaltig diese Aussage ist, bleibt jedoch offen. Und genau das sorgt für Unsicherheiten und Spannungen [...]
Neue Woche – Gleiches Spiel; Während die USA und der Iran weiterhin an Friedensverhandlungen festhalten wollen, meldete die USA Angriffe auf iranische Waffenstellungen, weshalb der Iran die Länder in der Umgebung angriff. Mittlerweile sollen die Waffen zwar wieder ruhen, wie nachhaltig diese Aussage ist, bleibt jedoch offen. Und genau das sorgt für Unsicherheiten und Spannungen am Ölmarkt, weshalb es in den letzten Tagen immer wieder zu leichten Preisanstiegen kam. Dennoch liegen die Ölpreise weiter deutlich unter dem Niveau zum Konflikt-Höhepunkt.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Nachdem es am Wochenende zu US-Angriffen auf iranische Stellungen kam, stiegen die Ölpreise kurzzeitig etwas an, auch wenn der schlimmste Preisdruck bereits verflogen ist. Damit bleiben aktuell leichte Preisanstiege bei Heizöl in der Bundesrepublik, mit +1,00 Euro pro 100 Liter gegenüber Freitagnachmittag und +1,67 Euro zum Montag der Vorwoche. Dennoch sanken die Preise im Lauf des Juni moderat, weshalb im Vergleich zu Ende Mai durchschnittliche Abschläge von -4,96 Euro verzeichnet werden.
Langfristige Preisentwicklung Die langfristige Preisentwicklung zeigt erneut deutlich, wie stark die Preisschwankungen der letzten Monate waren. Verglichen mit Ende März, mit zur Hoch-Zeit des Iran-USA-Konflikts, zahlen Abnehmer von Heizöl heute -34,34 Euro weniger. Dennoch sind die aktuellen Preise deutlich höher als in den letzten Jahren: So zahlen Heizölkäufer heute durchschnittlich +23,78 Euro mehr als Ende Juni 2025, und +12,31 Euro mehr als Mitte 2024.
Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran-USA-Spannungen setzen sich fort Auch wenn der eigentliche Konflikt mit einem vorläufigen Friedensvertrag eigentlich beendet sein sollte, gibt es immernoch Spannungen zwischen den beiden Seiten, die erst am Wochenende in Angriffen ausuferten. Die Unsicherheit zu einem „echten Frieden“ bleibt.
– Ukrainische Angriffe schwächen russische Treibstoffversorgung
Die Angriffe der Ukraine gegen russische Ölanlagen sorgen mittlerweile für erhebliche Engpässe bei Benzin und anderen Kraftstoffen. Auch internationale Exporte sind davon betroffen, was das Angebot am Weltmarkt einschränkt und Preisanstiege stützt.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise?
– Ölexporte aus dem Nahen Osten nehmen zu Mit der Öffnung der Straße von Hormus setzen die Länder aus dem Nahen Osten wieder verstärkt auf die Seeroute für ihre Ölexporte. Damit steigt das Ölangebot insbesondere im asiatischen Raum. Wie sich dies inmitten der aktuellen Spannungen weiter entwickelt, muss abgewartet werden.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 29.06.2026