- Gestärkte Nahost-Ölexporte halten Preisrally im Zaum – Heizöl etwas teurer
Der US-Iran Konflikt und die Kämpfe um den Besitz der (See-)Straße von Hormus hielten die Ölexporte aus dem Nahen Osten die längste Zeit fest im Griff. Zwar sind die Öltransporte noch lange nicht vollständig erholt, dennoch fielen sie in den letzten Wochen deutlich stärker aus, als in den letzten Monaten. Diese gestärkte Versorgung half dabei, [...] - Abkommensfindung um Hormus geht weiter – Russland droht mit Eskalationen im eigenen Konflikt – Heizöl teurer
Die Ölmärkte wurden bereits in der Nacht zum Mittwoch davon überrascht, als Iran und Oman erste Schritte zu einem Abkommen meldeten, die eine Öffnung der Ölhandelsroute der Straße von Hormus besser ermöglichen würden. Während dies für Entlastung an den Ölbörsen sorgte, kündigte der russische Präsident an, den Konflikt mit der Ukraine weiter eskalieren zu lassen, [...] - Ölbörsen bisher unbeeindruckt von Washingtons „Operation wirtschaftlicher Außenseiter“ – Heizöl günstiger
Das US-Finanzministerium gab am gestrigen Montag die bereits vergangene Woche angekündigten Maßnahmen bekannt, mit denen der Iran wirtschaftlich isoliert werden soll. Das, was von Präsident Trump im Vorfeld als "wirtschaftlicher D-Day" für den Iran bezeichnet wurde, scheint allerdings für Teheran und auch den Ölmarkt bislang eher ein relativ unspektakulärer Tag gewesen zu sein. "Operation [...]

Der US-Iran Konflikt und die Kämpfe um den Besitz der (See-)Straße von Hormus hielten die Ölexporte aus dem Nahen Osten die längste Zeit fest im Griff. Zwar sind die Öltransporte noch lange nicht vollständig erholt, dennoch fielen sie in den letzten Wochen deutlich stärker aus, als in den letzten Monaten. Diese gestärkte Versorgung half dabei, größere Ausreißer bei der Preisentwicklung an den Rohölbörsen zu vermeiden.
Ölexporte aus dem Nahen Osten in den letzten Wochen deutlich erholt
Seit mittlerweile 6 Monaten hält der Konflikt mit dem Iran und der daraus entstandene Kampf um die Exportroute der Straße von Hormus an. Die Meerenge verbindet die Länder Iran, Irak, Kuwait, Saudi Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Arabischen Meer und damit dem Weltmarkt. Mit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran wurde die Meerenge jedoch von letzteren lange Zeit blockiert, um Ölexporte durch das Gewässer zu stoppen und so ein Druckmittel im Krieg zu haben.
Mittlerweile haben sich die ölexportierenden Länder jedoch an die Situation gewöhnt und nutzen alternative Routen und Liefermethoden, um ihre Fracht möglichst unerkannt durch die Meerenge oder gleich komplett um sie herum zu bringen. Mittels Shuttle-Schiffen, die große Ölmengen durch die Wasserstraße schleusen, und Pipelineumleitungen in nahe Länder und Hafenanlagen, konnten die Rohölexporte der Nahost-Golfregion auf insgesamt 15 bis 16 Millionen Barrel pro Tag gebracht werden. Vor der aktuellen Krise lagen sie bei rund 23 Millionen Barrel pro Tag, während sie zum Höhepunkt des Konflikts im Frühling deutlich unter 10 Millionen Barrel fielen.
Heizölpreise in Deutschland im Vergleich zu April 10 bis 15 Prozent günstiger
Trotz der sich stabilisierenden Ölexporte aus dem Nahen Osten fehlt natürlich dennoch Ware am Markt, während die Versorgung in manchen Ländern weiter deutlich eingeschränkt ist und besonders bei den Ölprodukten erheblich unter dem Bedarf am Ölmarkt zurück bleibt. Blickt man jedoch auf die frühen Wochen der aktuell laufenden Nahostkrise, sind die aktuellen Heizölpreise im Schnitt 10-15 Prozent günstiger als Ende März bis Anfang April. Ohne den Aufbau neuer Exportrouten und Verschleierungsmethoden laufender Öltransporte würden die aktuellen Preise vermutlich auch für den Endverbraucher deutlich höher ausfallen.
Heizölpreise etwas teurer vor dem Wochenende
Während die Märkte auf klare Entwicklungen zum Nahostkonflikt warten, und auf eine zeitnahe Friedensfindung und Wiedereröffnung aller Handelswege hoffen, sind die Preise an den Börsen weiter etwas angespannt. In direkter Folge sind die Heizölpreise in der Bundesrepublik heute etwas höher als noch am Donnerstagmorgen. Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik müssen daher mit leichten Preisaufschlägen von +0,85 bis +1,45 Euro pro 100 Liter rechnen. Diese Preise sind jedoch nur Näherungswerte, da die aktuellen geopolitischen Entwicklungen jederzeit schnelle Preisänderungen mit sich bringen können.

Die Ölmärkte wurden bereits in der Nacht zum Mittwoch davon überrascht, als Iran und Oman erste Schritte zu einem Abkommen meldeten, die eine Öffnung der Ölhandelsroute der Straße von Hormus besser ermöglichen würden. Während dies für Entlastung an den Ölbörsen sorgte, kündigte der russische Präsident an, den Konflikt mit der Ukraine weiter eskalieren zu lassen, da die ukrainischen Angriffe auf russische Infrastrukturen zu großen Schaden anrichten, während Friedensgespräche „komplett festgefahren“ seien.
Iran bestätigt Rahmenabkommen zur Hormus-Öffnung mit Oman
Am frühen Mittwochmorgen bestätigte eine omanische Nachrichtenagentur ein Treffen der Außenminister des Iran und Oman. Diese haben dem Bericht zufolge einen grundsätzlichen Rahmen abgesteckt, nach welchem die Zusammenarbeit zur Öffnung der Straße von Hormus festgelegt werden soll. Während die Details sehr dünn blieben, erklärte ein iranischer Militärsprecher am Mittwochnachmittag, dass die Öffnung der Meerenge auch die Verteilung von Einnahmen durch die Seeroute beinhalten würde. Auf welche Art eine solche Einnahmengenerierung geschehen soll, wurde nicht erklärt.
Am selben Tag folgte eine Meldung der iranischen Regierung zum Abkommen mit dem Oman, jedoch hielt man sich hier mit Details zurück und erklärte lediglich, dass es nun Ideen gibt, die jedoch noch nicht klar festgelegt sind. Es sei jedoch zu bedenken, dass ein Abkommen nicht unbedingt eine sofortige Öffnung der Straße von Hormus beinhalten würde. Die Straße von Hormus ist die wichtigste Seeroute zwischen dem globalen Ölmarkt und dem Nahen Osten. Durch sie wurden vor Beginn des US-Iran-Konflikts knapp 20 Millionen Barrel Öl jeden Tag transportiert, fast ein fünftel des weltweiten Verbrauchs. Seit dem Konflikt zwischen USA und Iran ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge jedoch sehr stark eingeschränkt.
Putin droht mit Eskalation im Ukraine-Russland-Konflikt
Die Ukraine fuhr in diesem Jahr die Angriffe auf russische Ölstrukturen, allen voran Häfen und Raffinerien, deutlich hoch. Dabei fuhr auch Russland die Gegenangriffe auf Häfen und die ukrainische Hauptstadt Kiew deutlich hoch. Aussagen des russischen Präsidenten Vladimir Putin zufolge sollen die Angriffe nun jedoch weiter ausgeweitet und der Krieg mit der Ukraine stärker eskaliert werden. Wie, wurde nicht genannt, Analysten rechnen jedoch mit verstärkten Raketenangriffen auf ukrainische Strukturen. Dies könnte die Öl- und Ölproduktversorgung am Weltmarkt durch russische Exporte noch weiter einschränken, falls die möglicherweise verstärkten Angriffe entsprechende Gegenreaktionen der Ukraine mit sich bringen.
Heizölpreis in der Bundesrepublik legt zu
Während die Entwicklungen im Nahen Osten zuletzt auf Lockerungen im US-Iran-Konflikt hoffen ließen, sind sie noch lange keine Garantie auf eine Öffnung der Handelswege rund um die Nahostländer. Die Drohungen aus Russland verschärfen den Druck auf den Ölproduktmarkt zusätzlich, was weitere Preisanstiege an den Ölbörsen stütze. Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik müssen deshalb heute mit moderaten Aufschlägen zum Mittwochvormittag in Höhe von +2,40 bis +3,40 Euro pro 100 Liter rechnen. Aufgrund der allgemein unsicheren geopolitischen Entwicklungen können sich diese Zahlen jedoch jederzeit ändern.

Das US-Finanzministerium gab am gestrigen Montag die bereits vergangene Woche angekündigten Maßnahmen bekannt, mit denen der Iran wirtschaftlich isoliert werden soll. Das, was von Präsident Trump im Vorfeld als „wirtschaftlicher D-Day“ für den Iran bezeichnet wurde, scheint allerdings für Teheran und auch den Ölmarkt bislang eher ein relativ unspektakulärer Tag gewesen zu sein.
„Operation wirtschaftlicher Außenseiter“ erweitert Spielraum für Sekundärsanktionen
Das neue Maßnahmenpaket gegen den Iran, das von der US-Regierung den Titel „Operation wirtschaftlicher Außenseiter“ erhielt, stellt laut Mitteilung des US-Finanzministeriums „den Beginn einer nachhaltigen und systematischen Kampagne zur Schließung sämtlicher Finanzquellen, die den führenden staatlichen Unterstützer des Terrorismus finanzieren“ dar.
Dazu gehört unter anderem die Erweiterung des Spielraums für Sekundärsanktionen. Diese können von der zuständigen US-Behörde (Office of Foreign Assets Control, kurz: OFAC) nun gegen ausländische Personen verhängt werden die in den iranischen Wirtschaftssektoren Technologie, Digitale Vermögenswerte, Gold, Luft- und Schifffahrt tätig sind und diese unterstützen.
Sanktionsliste der USA wird länger
Darüber hinaus weitete das US-Finanzministerium seine Sanktionen auf 60 Organisationen, Einzelpersonen und Schiffe aus. So finden sich nun 5 weitere Unternehmen mit Verbindungen zum iranischen Ölhandel auf der Sanktionsliste der USA wieder sowie auch 5 Schiffe, die der iranischen Schattenflotte zugeordnet wurden.
China kommt zunächst gut weg
Zwar wurden der Sanktionsliste auch weitere chinesische Unternehmen hinzugefügt, Kreditinstitute aus dem Reich der Mitte waren allerdings auch diesmal nicht darunter. Bei der Bekanntgabe der Maßnahmen gab US-Finanzminister Scott Bessent auf die Frage, ob sein Ministerium bereit sei, auch gegen chinesische Banken vorzugehen: „Wenn sie Transaktionen ermöglichen und Teil des Ökosystems sind, das iranisches Öl in Geld, in Repression verwandelt, werden sie ins Visier genommen.“ Dass einige chinesische Banken dies tun, davon ist auszugehen, ist die Volksrepublik doch der Hauptabnehmer iranischen Öls.
Das US-Finanzministerium vermied es in seiner Mitteilung zur „Operation wirtschaftlicher Außenseiter“, die Länder, die ihre Geschäfte mit dem Iran beenden sollen, namentlich zu nennen. Stattdessen hieß es lediglich, die betroffenen Länder müssten ihre Geschäfte mit der Islamischen Republik in einem von den USA vorgegebenen Zeitrahmen beenden, um nicht den Ausschluss aus dem US-Finanzsystem zu riskieren. Wie groß dieser Zeitrahmen ist, ließ das Ministerium allerdings ebenfalls offen.
Heizöl günstiger erwartet
An der ICE rutschten die Kontrakte von Brent und Gasoil heute Morgen trotz der neuen US-Sanktionen gegen den Iran bereits unter die Vortagestiefs, nachdem sie bereits im gestrigen Tagesverlauf nachgegeben hatten. Die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Bundesrepublik dürfen daher heute bei den Inlandspreisen ebenfalls mit einem Rückgang rechnen, die sich den aktuellen Erwartungen zufolge zwischen -4,15 und -5,15 Euro pro 100 Liter bewegen können. Diese Werte sind jedoch nur Momentaufnahmen und können aufgrund der unsicheren geopolitischen Lage jederzeit von Schwankungen betroffen sein.