Heizölpreise dank leichter technischer Abwärtskorrektur an den Ölbörsen günstiger erwartetIm Vergleich zu vergangenem Freitag zeichnet sich an den Ölbörsen ein deutlicher Preisanstieg ab. Grund dafür ist hauptsächlich die erneute Eskalation, zu der es im Konflikt zwischen den USA und dem Iran am Wochenende kam. Eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht, allerdings kam es gestern Nachmittag an den Börsen zu einer technischen Abwärtskorrektur, infolge [...]
Im Vergleich zu vergangenem Freitag zeichnet sich an den Ölbörsen ein deutlicher Preisanstieg ab. Grund dafür ist hauptsächlich die erneute Eskalation, zu der es im Konflikt zwischen den USA und dem Iran am Wochenende kam. Eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht, allerdings kam es gestern Nachmittag an den Börsen zu einer technischen Abwärtskorrektur, infolge derer die europäischen Kontrakte Brent und Gasoil geringfügig niedriger schlossen als noch am Vortag.
Markt befürchtet erneute Einmischung Israels in Konflikt
Der europäische Rohölkontrakt Brent erreichte am frühen Donnerstagnachmittag zunächst noch den höchsten Stand seit fast sechs Wochen, nachdem der israelische Verteidigungsminister Israel Katz Drohungen gegen den Iran aussprach.
Bereits am Mittwoch hatte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu während eines Besuchs einer traditionellen jüdischen Hochschule in Sderot im Hinblick auf die Bedrohung durch den Iran gesagt: „Sie [die Iraner, Anm. d. Red.] greifen alle an und bedrohen sie, aber nicht hier, denn sie wissen bereits, welche Folgen ein Angriff auf Israel hätte.“ Ein Angriff der Iraner auf Israel wäre „eine ihrer letzten Entscheidungen“, so Netanjahu.
Katz bließ gestern bei einer Zeremonie im Verteidigungsministerium im Vorfeld des jüdischen Neujahrsfestes, das am 11. September beginnt, ins selbe Horn. Während er einräumte, dass die wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran Wirkung zeigen würden, äußerte er Bedenken, dass der wirtschaftliche Druck Teheran zu „verzweifelten Maßnahmen“ verleiten könnte.
Sollten sich diese auch wieder gegen Israel richten, versicherte der Verteidigungsminister: „Jeder iranische Angriff auf Israel wird uns von allen Beschränkungen befreien. Wir werden die gesamte Infrastruktur, einschließlich der Energieinfrastruktur, angreifen und den Iran in die Steinzeit und in die Dunkelheit zurückversetzen“. Israel hatte Ende Februar zusammen mit den USA Angriffe auf Ziele im Iran durchgeführt, was zu Vergeltungsschlägen Irans sowie der faktischen Sperrung der Straße von Hormus geführt hatte.
Mitteldestillate bleiben nach US-Bestandsdaten unter Langzeithochs Während die Rohölkontrakte an den Ölbörsen in den USA und Europa gestern neue Mehrwochenhochs verzeichneten, blieb der europäische Mitteldestillatkontrakt Gasoil unter dem Mehrmonatshoch, das er am Mittwoch erreicht hatte. Dies dürfte auch mit dem wöchentlichen Ölmarktbericht zusammenhängen, den das US-Energieministerium (DOE) am späten Mittwochnachmittag herausgab.
Dieser zeigte für die Woche zum 28. August einen überraschenden – wenn auch nur leichten Anstieg der US-Destillatbestände -, und einen Rückgang der Nachfrage in dieser Produktkategorie. Zwar bleiben die Destillatvorräte jenseits des Atlantiks damit im saisonalen Vergleich immer noch auf einem extrem niedrigen Niveau, die Aufbauten sorgten jedoch in der aktuell angespannten Versorgungslage zumindest für eine Verschnaufpause.
Inlandspreise günstiger erwartet
Die leichte Abwärtskorrektur beim Preis des Gasoil-Kontrakts wirkt sich auch auf die Inlandspreise aus. So können die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet heute mit Abschlägen von bis zu -1,90 bis -2,50 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu gestern Morgen rechnen.
München (ots) – Im Wochenvergleich entwickeln sich die Spritpreise in entgegengesetzte Richtungen. Wie aktuelle Zahlen des ADAC zeigen, kostet Super E10 im bundesweiten Mittel rund 2,183 Euro je Liter und bewegt sich damit wieder in Richtung des Allzeithochs aus dem März 2022. Damit steigt der Preis um 2,8 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Im selben Zeitraum sinkt der Preis für einen Liter Diesel hingegen leicht: Mit durchschnittlich 2,232 Euro je Liter kostet Diesel 1,6 Cent weniger als vor einer Woche.
Erneute militärische Schläge zwischen den USA und dem Iran sorgen für einen spürbaren Anstieg des Ölpreises. Die für Europa relevante Sorte Brent kostet derzeit rund 95 US-Dollar je Barrel, ein Aufschlag von etwa acht Prozent zur Vorwoche.
Der Anstieg des Ölpreises erklärt aus Sicht des ADAC jedoch nicht das aktuelle Niveau der Kraftstoffpreise. Auffällig ist die unterschiedliche Preisentwicklung von Benzin und Diesel. Trotz gestiegener Rohölnotierungen verteuert sich Super E10 deutlich, während Diesel sogar leicht günstiger wird. Das derzeitige Preisniveau lässt sich daher nicht allein mit den Entwicklungen am Rohölmarkt erklären. Nach Meinung des Clubs liegen die Kraftstoffpreise in Deutschland nach wie vor auf einem zu hohen Niveau.
Preisniveau aus Sicht des ADAC unverändert zu hoch
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf in der Regel am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend langsam wieder. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Erneute Eskalation im Konflikt zwischen USA und Iran lässt Heizölpreise weiter steigenDie erneute Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ließ die Rohölpreise an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks am frühen Mittwochmorgen weiter steigen, nachdem der Preis des europäischen Rohölkontrakts Brent gestern erstmals seit Ende Juli wieder kurzzeitig über 95 Dollar pro Barrel geklettert war. Unterdessen deuten Schätzungen zur Entwicklung der US-Ölbestände [...]
Die erneute Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ließ die Rohölpreise an den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks am frühen Mittwochmorgen weiter steigen, nachdem der Preis des europäischen Rohölkontrakts Brent gestern erstmals seit Ende Juli wieder kurzzeitig über 95 Dollar pro Barrel geklettert war. Unterdessen deuten Schätzungen zur Entwicklung der US-Ölbestände auf einen weiteren Rückgang der landesweiten Rohöl- und Destillatvorräte in der letzten August-Woche hin.
US-Streitkräfte führen wieder umfangreichere Militärschläge gegen Iran durch
Bereits am Wochenende hatten US-Streitkräfte erstmals seit Ende Juli wieder iranische Militärziele angegriffen, was Teheran umgehend mit Vergeltungsschlägen beantwortete. Hatte das Zentralkommando der US-Streitkräfte (CENTCOM) die Angriffe vom Wochenende noch als „begrenzte, präzise Aktion“ bezeichnet, hieß es in einer Pressemitteilung auf der CENTCOM-Homepage gestern, die US-Streitkräfte hätten am gestrigen Dienstag eine „Welle von Angriffen auf iranische Militärziele erfolgreich abgeschlossen“.
Diese Angriffswelle folgte „auf die jüngsten Angriffsversuche der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus und auf amerikanische Soldaten“, hieß es in der Pressemitteilung. In den letzten Tagen waren wieder zunehmend Angriffe auf Handelsschiffe in der wichtigen Meerenge gemeldet worden, darunter auch auf zwei große Öltanker (VLCCs), die mit saudischem Rohöl beladen gewesen sein sollen. Dabei ging man davon aus, dass der Iran die Schiffe beschoss.
Die jüngsten Entwicklungen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran weckten erneut die Befürchtung, dass die Schifffahrt in der Straße von Hormus, über die vor Beginn des Krieges täglich rund 21 Mio. Barrel Öl transportiert wurden, doch länger beeinträchtigt bleiben wird als erhofft. Auch wenn immer wieder Tanker durch die Meerenge gelangen, bleiben die Ölmengen, die über diese Route auf den Weltmarkt gelangen, immer noch stark reduziert.
US-Destillatbestände erneut niedriger erwartet
Unterdessen geht das American Petroleum Institute (API) davon aus, dass die landesweiten Rohölvorräte in den USA in der vergangenen Woche abgenommen haben. Auch bei den Destillatvorräten rechnet der größte Interessenverband der US-Ölindustrie mit einem leichten Rückgang (-0,3 Mio. Barrel), wodurch sich die im saisonalen Vergleich ohnehin extrem angespannte Versorgungslage in dieser Produktkategorie weiter verschärft hätte.
Die Analysten rechnen im Schnitt sogar noch mit stärkeren Bestandsabbauten bei den Destillaten (-1,9 Mio. Barrel). Sollte das US-Energieministerium heute um 16:30 Uhr den erwarteten Rückgang der Destillatvorräte bestätigen, dürfte dies die Preise der Produktkontrakte an den Ölbörsen (also auch Gasoil) weiter steigen lassen, was sich wiederum auf die Inlandspreise auswirken würde.
Inlandspreise legen weiter zu
Die jüngste Eskalation im US-iranischen Konflikt sowie die weiterhin angespannte Versorgungslage am weltweiten Kraftstoffmarkt sorgen bei den Inlandspreisen heute Morgen erneut für Aufwärtspotenzial. So müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet heute mit Aufschlägen von bis zu +7,35 bis +8,35 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern Morgen rechnen.