München (ots) – Pünktlich zum Start der heißen Phase des Sommerreiseverkehrs sind die Kraftstoffpreise noch einmal massiv gestiegen. Laut aktueller ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 2,083 Euro und damit 5,9 Cent mehr als in der Vorwoche. Fast doppelt so stark verteuerte sich Diesel-Kraftstoff: Der Preis für einen Liter liegt im Schnitt bei 2,070 Euro und damit um 11,7 Cent über dem Preis der Vorwoche. Beide Kraftstoffsorten sind somit wieder deutlich über der Marke von zwei Euro angelangt. Diesel ist aktuell nur noch 1,3 Cent günstiger als Super E10.
Laut ADAC ist die jüngste Verteuerung beim Tanken vor allem auf den in den vergangenen Tagen deutlich gestiegenen Ölpreis infolge der erneuten Eskalation im Nahen Osten zurückzuführen. Aktuell notiert Brent-Öl bei rund 85 US-Dollar, in der Vorwoche waren es etwa 75 US-Dollar. Dass der Preisaufschlag bei Diesel fast doppelt so stark ausfällt, liegt unter anderem daran, dass Diesel zu großen Teilen importiert werden muss und sein Preis in Krisenzeiten generell deutlich volatiler ist. Der jüngste Preisanstieg an den Zapfsäulen fällt nach Meinung des Mobilitätsclubs allerdings um einige Cent zu hoch aus, zumal er auf ein ohnehin schon deutlich überhöhtes Preisniveau trifft. Die bevorstehende Reisewelle mag ebenfalls eine gewisse Rolle für zulegende Kraftstoffpreise spielen.
Wer beim Tanken sparen will, sollte nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr mittags zur Tankstelle fahren, denn dann sind die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen danach langsam wieder ab. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
US-Iran-Spannungen zur Straße von Hormus machen Druck am Ölmarkt – Heizöl wird teurerDie USA und der Iran setzen ihre Auseinandersetzungen rund um die "Freiheit" der Straße von Hormus fort und führen dabei immer wieder gegenseitige Angriffe auf US-Stützpunkte und iranische Waffen- und Verteidigungsanlagen fort. Die Exporte durch die Meerenge südlich des Iran stürzen in Befürchtung von Angriffen fast auf null und setzen die Ölbörsen unter Druck, da [...]
Die USA und der Iran setzen ihre Auseinandersetzungen rund um die „Freiheit“ der Straße von Hormus fort und führen dabei immer wieder gegenseitige Angriffe auf US-Stützpunkte und iranische Waffen- und Verteidigungsanlagen fort. Die Exporte durch die Meerenge südlich des Iran stürzen in Befürchtung von Angriffen fast auf null und setzen die Ölbörsen unter Druck, da die ersten Länder bereits wieder Versorgungsprobleme befürchten. Entsprechend kommt es zu umfassenden Preisanstiegen bei Öl und Ölprodukten.
USA droht dem Iran mit Angriffen auf Infrastruktur und Kraftwerk Das US-Militär hat gestern seine Seeblockade gegen iranische Schiffe und Häfen wieder in Kraft gesetzt und in der Nacht zum Mittwoch neue Luftangriffe gegen iranische, militärische Ziele durchgeführt. Dabei soll es jedoch nicht bleiben – Der US-Präsident drohte gestern Abend mit Angriffen auf allgemeine, zivile Anlagen, darunter Kraftwerke und Brücken, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“.
Iran droht mit Erzwingung von Exportstopps im Nahen Osten Der Iran scheint sich von den Drohungen der USA jedoch nicht sonderlich beeindrucken zu lassen. So drohte auch die iranische Revolutionsgarde und kündigte an, sämtliche Ölexporte rund um die Straße von Hormus von Ländern wie Kuwait, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu blockieren. Der Iran startete auch direkt Angriffe gegen diese Länder und die US-Stützpunkte in ihnen.
Ölmarkt unter Druck – Versorgungsängste werden wieder sichtbar Während die großen Energieinstitute für die Zukunft weiterhin mit einem Überangebot am Ölmarkt rechnen, stehen die asiatischen Märkte aktuell wieder vor einem deutlichen Versorgungsproblem. So bekam Indien in den letzten Monaten 30-40% seiner Ölimporte aus dem Nahen Osten, während Länder wie Südkorea und Pakistan üblicherweise mehr als 70% ihres Ölbedarfs mit Nahost-Exporten decken. Hier müssen nun wieder neue Importwege eröffnet und Partnerschaften geknüpft werden, um die Versorgung der Länder zu stützen. Das bringt aktuell erhebliche Preisanstiege am Ölmarkt.
Heizöl wird teuer
Die aktuellen Entwicklungen und Exporteinschränkungen durch aufgrund der US-Iran-Auseinandersetzungen treiben die Ölpreise nach oben, was sich direkt mit auf die Heizölpreise in der Bundesrepublik auswirkt. Käuferinnen und Käufer von Heizöl müssen deshalb heute mit deutlichen Preisaufschlägen gegenüber Dienstagvormittag rechnen, diese liegen aktuell bei durchschnittlich +3,70 bis +4,30 Euro pro 100 Liter.
Streit um Straße von Hormus – US-Seeblockade wieder aktivDie Hoffnung auf eine Entspannung am Persischen Golf schwindet. Nicht nur haben die Angriffe in der gesamten Region zugenommen, auch die US-Seeblockade gegen den Iran soll nun wieder eingerichtet werden. Der Iran hatte schon gestern erklärt, die Straße von Hormus sei geschlossen. Absichtserklärung quasi passé Damit sind so ziemlich alle Übereinkünfte wieder passé, auf [...]
Die Hoffnung auf eine Entspannung am Persischen Golf schwindet. Nicht nur haben die Angriffe in der gesamten Region zugenommen, auch die US-Seeblockade gegen den Iran soll nun wieder eingerichtet werden. Der Iran hatte schon gestern erklärt, die Straße von Hormus sei geschlossen.
Absichtserklärung quasi passé
Damit sind so ziemlich alle Übereinkünfte wieder passé, auf die sich Washington und Teheran in der Absichtserklärung von Juni geeinigt hatten. Ob es weitere Verhandlungen geben wird, ist unklar. Eigentlich hatten sich beide Länder bereit erklärt, eine 60-tägige Waffenruhe einzuhalten, während der dann ein endgültiges Friedensabkommen ausgehandelt werden sollte.
Die Chancen darauf stehen allerdings schlecht, denn vor allem die Unstimmigkeiten über die Straße von Hormus hatten zuletzt deutlich zugenommen. So besteht der Iran darauf, Transitgebühren für die Passage durch die global bedeutende Meerenge zu erheben. Dies wurde bis gestern von Washington unter Berufung auf die Freiheit internationaler Gewässer scharf verurteilt.
Donald Trump reaktiviert Seeblockade und phantasiert von „Servicegebühr“
Allerdings scheint Donald Trump inzwischen eine neue Strategie zu verfolgen. Nicht nur hat er gestern angekündigt, die Seeblockade gegen den Iran wieder einzuführen, die vor dem vorläufigen Abkommen gegolten hatte. Auch sollen nun statt dem Iran die USA die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen und als „Hüter“ der Meerenge fungieren.
Doch damit nicht genug: In einem Social Media Post brachte der US-Präsident zudem eine „Servicegebühr“ ins Spiel, die dann an die USA gezahlt werden müsse, und zwar in Höhe von 20% des jeweiligen Warenwertes. Was Donald Trump in seinem Post als „fair“ bezeichnet, könnte für einen vollbeladenen Supertanker Gebühren von bis zu 30 Mio. Dollar bedeuten. Genauere Details zu Trumps Plänen gibt es wie üblich nicht, das Weiße Haus hüllt sich bisher in Schweigen.
Inlandspreise machen Satz nach oben
An den Ölbörsen haben Trumps Kommentare aber durchaus Spuren hinterlassen, denn dass Öl tendenziell wieder teurer würde, sollte es erneut zu einer dauerhaften Blockade oder zu einer Schutzgebühr in Höhe von 20% kommen, kann sich jeder ausrechnen. Entsprechend steigen auch die Inlandspreise heute wieder, so dass mit starken Aufschlägen von +9,30 bis +10,30 pro 100 Liter im Vergleich zu Montag gerechnet werden muss.