Geopolitik bleibt preistreibender Faktor – Heizöl erneut teurerDie Lage an den internationalen Ölmärkten bleibt angespannt. Geopolitische Krisen belasten, vor allem am Persischen Golf, aber auch in Russland. Aufgrund der angespannte Versorgungslage - vor allem am Produktmarkt - klettern die Ölpreise auf neue Hochstände. Marktfaktoren bleiben unverändert preisstützend In der Gesamtbetrachtung hat sich in den vergangenen Wochen nicht viel verändert: Die Ukraine [...]
Die Lage an den internationalen Ölmärkten bleibt angespannt. Geopolitische Krisen belasten, vor allem am Persischen Golf, aber auch in Russland. Aufgrund der angespannte Versorgungslage – vor allem am Produktmarkt – klettern die Ölpreise auf neue Hochstände.
Marktfaktoren bleiben unverändert preisstützend
In der Gesamtbetrachtung hat sich in den vergangenen Wochen nicht viel verändert: Die Ukraine nimmt bei ihren Drohnenangriffen weiterhin fast täglich Anlagen der russischen Energieinfrastruktur ins Visier; die Marktteilnehmer rechnen wieder verstärkt mit Leitzinserhöhungen im September und außerdem mit einem langwierigen Konflikt zwischen den USA und dem Iran.
„Wir haben seit Ende Februar so viele Wendungen erlebt, und jedes Mal, wenn wir dachten, wir kämen voran, wurde alles wieder zunichtegemacht“, beschreibt Ölmarktanalyst Chris Weston, Forschungsleiter bei der Pepperstone Group, die Entwicklung des anhaltenden Konfliktes, der wie eine Dauerschleife wirkt. Aus seiner Sicht sei man inzwischen wieder auf dem gleichen Stand wie zu Anfang des Jahres, als der Krieg Ende Februar begann.
Blockade in Hormus und russische Raffinerieausfälle lasten auf Produktvorräten
Dabei belastet vor allem die Blockade der Straße von Hormus den Ölmarkt. Insbesondere bei den Produkten macht sich die Exportunterbrechung inzwischen stark bemerkbar, zumal hier auch die geringen Raffineriekapazitäten in Russland das Problem verstärken. Dadurch ist der Gasölpreis, der für die inländischen Heizölpreise maßgeblich ist, gestern bis knapp an seinen bisherigen Jahreshöchststand aus dem April gestiegen.
Inlandspreise
Mit all diesen Voraussetzungen kennen die Heizölpreise im Bundesgebiet aktuell vor allem eine Richtung: nach oben. Im Vergleich zu gestern müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher heute auf Aufschläge in Höhe von ca. +3,25 bis +3,85 Euro pro 100 Liter einstellen.
Preisstatistik – Hochkochende US-Iran-Spannungen treiben Heizölpreise höherDie Streits und Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und den USA halten seit mittlerweile mehr als einem halben Jahr an und kochten in den vergangenen Tagen wieder hoch, als es mehrfach zu gegenseitigen Angriffen auf iranische und US-Schiffe kam. Die anhaltenden Spannungen sorgen für gedämpfte Friedenserwartungen und Sorgen vor fortlaufenden Knappheiten am Ölmarkt, was die Preise [...]
Die Streits und Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und den USA halten seit mittlerweile mehr als einem halben Jahr an und kochten in den vergangenen Tagen wieder hoch, als es mehrfach zu gegenseitigen Angriffen auf iranische und US-Schiffe kam. Die anhaltenden Spannungen sorgen für gedämpfte Friedenserwartungen und Sorgen vor fortlaufenden Knappheiten am Ölmarkt, was die Preise bei Öl und Produkten, darunter Heizöl, in den letzten Tagen steigen lies.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung Bei den kurzfristigen Preisentwicklungen für Heizöl kam es in den letzten Tagen zu deutlichen Anstiegen, als die USA und der Iran ihre gegenseitigen Offensiven wieder weiter hochgefahren haben. Heizölabnehmer in der Bundesrepublik müssen deshalb heute mit Preisanstiegen um durchschnittlich +1,64 Euro pro 100 Liter gegenüber Freitag, und +9,77 Euro zum Montag vor einer Woche rechnen. Die aktuell deutlich angespanntere Lage macht sich auch am Preisvergleich zu Anfang August bemerkbar, demgegenüber kosten 100 Liter aktuell +20,99 Euro mehr.
Langfristige Preisentwicklung Bei den langfristigen Preisentwicklungen bestätigen sich heute nochmal die deutlichen Preisanstiege im Vergleich zum späten Frühling. Gegenüber Anfang Juni, als sich die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten kurzzeitig etwas beruhigten, zahlen Heizölkäufer- und Käuferinnen aktuell +30,56 Euro Aufpreis. Mit Blick auf die vergangenen beiden Jahre kostet Heizöl pro 100 Liter aktuell +63,13 Euro mehr als vor einem Jahr, und +65,39 Euro mehr als im Spätsommer 2024.
Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Neue militärische Auseinandersetzungen zwischen Iran und USA Im laufenden US-Iran-Konflikt kam es am Wochenende zu mehreren Angriffen auf US-Marineschiffe und iranische Öltanker. Der Iran kündete daraufhin an, dass eine neue Sperrzone über die Straße von Hormus hinaus errichtet werden soll. Alle Schiffe die diese Zone betreten sollen dem Iran zufolge sanktioniert werden.
– Oman lehnt iranische Vorschläge zu Hormus-Öffnung ab In den letzten Wochen gab es mehrfach Gespräche zwischen dem Iran und Nachbarland Oman, um die Meerenge der Straße von Hormus gemeinsam zu öffnen und kontrollieren. Der Oman lehnte die vorgeschlagenen Kooperationen ab, unter anderem auch aufgrund geplanter Dienstleistungsgebühren und Sorgen vor US-Druck.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise? – Saudi Arabien meldet kaum veränderte Ölpreise Das staatliche saudische Ölunternehmen Saudi Aramco meldete vergangene Woche seine Preise für Oktoberlieferungen für weltweite Ölhändler. Diese blieben trotz der Spannungen der letzten Wochen weitgehend unverändert, was deutliche Zuversicht auf stabile, anhaltende Ölexporte Saudi Arabiens zeigt.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 07.09.2026
Heizölpreise dank leichter technischer Abwärtskorrektur an den Ölbörsen günstiger erwartetIm Vergleich zu vergangenem Freitag zeichnet sich an den Ölbörsen ein deutlicher Preisanstieg ab. Grund dafür ist hauptsächlich die erneute Eskalation, zu der es im Konflikt zwischen den USA und dem Iran am Wochenende kam. Eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht, allerdings kam es gestern Nachmittag an den Börsen zu einer technischen Abwärtskorrektur, infolge [...]
Im Vergleich zu vergangenem Freitag zeichnet sich an den Ölbörsen ein deutlicher Preisanstieg ab. Grund dafür ist hauptsächlich die erneute Eskalation, zu der es im Konflikt zwischen den USA und dem Iran am Wochenende kam. Eine Entspannung ist derzeit nicht in Sicht, allerdings kam es gestern Nachmittag an den Börsen zu einer technischen Abwärtskorrektur, infolge derer die europäischen Kontrakte Brent und Gasoil geringfügig niedriger schlossen als noch am Vortag.
Markt befürchtet erneute Einmischung Israels in Konflikt
Der europäische Rohölkontrakt Brent erreichte am frühen Donnerstagnachmittag zunächst noch den höchsten Stand seit fast sechs Wochen, nachdem der israelische Verteidigungsminister Israel Katz Drohungen gegen den Iran aussprach.
Bereits am Mittwoch hatte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu während eines Besuchs einer traditionellen jüdischen Hochschule in Sderot im Hinblick auf die Bedrohung durch den Iran gesagt: „Sie [die Iraner, Anm. d. Red.] greifen alle an und bedrohen sie, aber nicht hier, denn sie wissen bereits, welche Folgen ein Angriff auf Israel hätte.“ Ein Angriff der Iraner auf Israel wäre „eine ihrer letzten Entscheidungen“, so Netanjahu.
Katz bließ gestern bei einer Zeremonie im Verteidigungsministerium im Vorfeld des jüdischen Neujahrsfestes, das am 11. September beginnt, ins selbe Horn. Während er einräumte, dass die wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran Wirkung zeigen würden, äußerte er Bedenken, dass der wirtschaftliche Druck Teheran zu „verzweifelten Maßnahmen“ verleiten könnte.
Sollten sich diese auch wieder gegen Israel richten, versicherte der Verteidigungsminister: „Jeder iranische Angriff auf Israel wird uns von allen Beschränkungen befreien. Wir werden die gesamte Infrastruktur, einschließlich der Energieinfrastruktur, angreifen und den Iran in die Steinzeit und in die Dunkelheit zurückversetzen“. Israel hatte Ende Februar zusammen mit den USA Angriffe auf Ziele im Iran durchgeführt, was zu Vergeltungsschlägen Irans sowie der faktischen Sperrung der Straße von Hormus geführt hatte.
Mitteldestillate bleiben nach US-Bestandsdaten unter Langzeithochs Während die Rohölkontrakte an den Ölbörsen in den USA und Europa gestern neue Mehrwochenhochs verzeichneten, blieb der europäische Mitteldestillatkontrakt Gasoil unter dem Mehrmonatshoch, das er am Mittwoch erreicht hatte. Dies dürfte auch mit dem wöchentlichen Ölmarktbericht zusammenhängen, den das US-Energieministerium (DOE) am späten Mittwochnachmittag herausgab.
Dieser zeigte für die Woche zum 28. August einen überraschenden – wenn auch nur leichten Anstieg der US-Destillatbestände -, und einen Rückgang der Nachfrage in dieser Produktkategorie. Zwar bleiben die Destillatvorräte jenseits des Atlantiks damit im saisonalen Vergleich immer noch auf einem extrem niedrigen Niveau, die Aufbauten sorgten jedoch in der aktuell angespannten Versorgungslage zumindest für eine Verschnaufpause.
Inlandspreise günstiger erwartet
Die leichte Abwärtskorrektur beim Preis des Gasoil-Kontrakts wirkt sich auch auf die Inlandspreise aus. So können die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet heute mit Abschlägen von bis zu -1,90 bis -2,50 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu gestern Morgen rechnen.