Nahost-Durcheinander zwischen Friedenssuche, Angriffen und starken Exporten hält Märkte Volatil – Heizöl günstiger erwartetDie Ölmärkte sind hin und her gerissen zwischen guten, schlechten und neutralen Meldungen zu Öltransporten und Exporten aus dem Nahen Osten. Starke Exporte freuen die Anleger, Friedensbemühungen, wenn auch mit mäßigem Erfolg, lassen auf Besserung der Lage hoffen, aber neue Angriffe auf Schiffe nahe der umkämpften Meerenge der Straße von Hormus im Südwesten des Irans [...]
Die Ölmärkte sind hin und her gerissen zwischen guten, schlechten und neutralen Meldungen zu Öltransporten und Exporten aus dem Nahen Osten. Starke Exporte freuen die Anleger, Friedensbemühungen, wenn auch mit mäßigem Erfolg, lassen auf Besserung der Lage hoffen, aber neue Angriffe auf Schiffe nahe der umkämpften Meerenge der Straße von Hormus im Südwesten des Irans machen jegliche Positivität wieder hinfällig. Entsprechend kam es nach gestern im Laufe des Tages zu deutlichen Anstiegen der Preise an den Rohölbörsen.
Nahost-Ölexporte vermeintlich nahe Vorkriegsniveau
In den letzten Tagen kamen wiederholt Meldungen auf, dass die Menge der Öltransporte durch die Straße von Hormus nahezu wieder auf Vorkriegs-Niveau angekommen seien. Fast schon ironischerweise sorgt nun aber auch das für Probleme – Da die produzierenden Länder ihre Waren in sicherere Gewässer zur omanischen Küste bringen, sind mittlerweile derart viele Schiffe vor Ort, dass sie sich vereinzelt gegenseitig blockieren und Verladungen sowie Transporte abbremsen. Dennoch muss im Fazit gesagt werden – Die Ölexporte nehmen wieder zu, was den Markt deutlich entlastet.
Angriffe in der umkämpften Meerenge zuletzt deutlich zugenommen Aber auch die Angriffe auf Schiffe in der Wasserstraße südlich des Iran haben diese Woche wieder deutlich zugenommen. So gingen diese Woche Meldungen zu mindestens 5 verschiedenen Schiffen ein, die laut der maritimen Koordinierungs- und Sicherheitsstelle UKMTO in der Straße von Hormus von unbekannten, vermutlich aus dem Iran gefeuerten Angriffen und Projektilen getroffen wurden. Wie groß die Schäden an den Schiffen sind, ist noch unklar, dennoch machen die Meldungen deutlich, dass trotz zunehmendem Verkehr noch lange keine Sicherheit in der Meerenge herrscht.
USA plant Verstärkung der Militärpräsenz im Nahen Osten Angaben eines Regierungsvertreters der USA zufolge lässt das Pentagon derzeit einen dritten Flugzeugträger und 10.000 zusätzliche Marinesoldaten in Richtung des Nahen Osten verlegen. So soll der Handlungsspielraum erweitert werden, sollte es zu einer Ausweitung der Angriffe und weiteren Eskalationen kommen. Damit wären die Streitkräfte und Waffensysteme wieder auf einem Niveau wie im April, bevor sich die Lage im Spätfrühling etwas beruhigte. Die Märkte reagieren entsprechend nervös auf diese Entwicklungen, da sie klar entgegen möglicher Friedensfindungen im Nahen Osten verlaufen.
Gemischte Signale aus Nahost – Heizölpreis nimmt vorerst ab Die Ölbörsen und Märkte finden sich aktuell in einem deutlichen Durcheinander, zwischen stabilerer Versorgung, anhaltender Konfliktsorgen und unsicheren Entwicklungen. Dennoch gab es bei den Produkten seit Donnerstagvormittag deutliche Preisnachlässe, von denen Heizölkäufer aktuell profitieren können. So wird der durchschnittliche Heizölpreis in der Bundesrepublik aktuell mit deutlichen Abschlägen über -3,25 bis -4,85 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag erwartet. Dennoch sind die Preisentwicklungen aufgrund der anhaltenden, geopolitischen Anspannungen weiterhin unsicher, weshalb die Zahlen sich jederzeit ändern können.
München (ots) – Im bundesweiten Wochenvergleich haben sich sowohl Diesel als auch Benzin vergünstigt. Wie aktuelle Zahlen des ADAC zeigen, kostet ein Liter Super E10 rund 2,258 Euro und damit 0,9 Cent weniger als vergangene Woche. Im selben Zeitraum ist der Dieselpreis um 1,9 Cent gesunken und liegt im Schnitt bei 2,409 Euro.
Gleichzeitig ist der Ölpreis leicht gestiegen: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete gestern zum Handelsschluss rund 103 US-Dollar, nach knapp unter 100 US-Dollar in der Vorwoche. Das grundsätzlich weiterhin hohe Preisniveau lässt aus Sicht des ADAC trotz des leichten Ölpreisanstiegs Spielraum für niedrigere Kraftstoffpreise.
Mit der Senkung der Energiesteuer zum 1. Oktober ist laut ADAC davon auszugehen, dass die Kraftstoffpreise sukzessive um den Steuerentlastungsbetrag von 16,7 Cent je Liter sinken werden. Der ADAC fordert, dass die Steuersenkung im Laufe der ersten Oktobertage vollständig an die Verbraucher weitergegeben wird.
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken, denn dann sind die Spritpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend langsam wieder. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
USA geben Ölreserven aus strategischen Reserven frei – Heizöl günstiger erwartetNachdem die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran erneut ins Stocken geraten, gleichzeitig aber der Ölfluss aus dem Nahen Osten wieder als deutlich steigend gemeldet wird, kam es bei den Ölbörsen gestern zu teils deutlichen Kursrückgängen. Dennoch sind die Preise sehr hoch und stellen für Unternehmen und Bevölkerung eine deutliche Mehrbelastung dar. Hier will [...]
Nachdem die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran erneut ins Stocken geraten, gleichzeitig aber der Ölfluss aus dem Nahen Osten wieder als deutlich steigend gemeldet wird, kam es bei den Ölbörsen gestern zu teils deutlichen Kursrückgängen. Dennoch sind die Preise sehr hoch und stellen für Unternehmen und Bevölkerung eine deutliche Mehrbelastung dar. Hier will die USA ein wenig eingreifen und lässt Ölreserven aus den staatlichen Reserven zum Verkauf anbieten, um die Preise im Land zu drücken. Auch die EU führt hierzu Gespräche, scheint jedoch insgesamt entspannter zu sein.
USA gibt 40 Mio. Barrel aus strategischen Reserven frei Um gegen die hohen Energiepreise im Land vorzugehen, meldeten die USA gestern die Freigabe von bis zu 40 Mio. Barrel Rohöl aus den strategischen Reserven des Landes. So soll der Preisdruck im Land aufgrund der Kriegssituation im Nahen Osten und in Russland ausgebremst und die günstigere Versorgung mit Kraftstoffen in den Vereinigten Staaten gesichert werden. Interessenten können ihre Gebote bis zum 6. Oktober einreichen.
Bereits Mitte März beschlossen die Mitgliedsstaaten der internationalen Energieagentur, insgesamt 400 Mio. Barrel Öl aus den landeseigenen Reserven auf den Markt zu bringen, um dem Exporteinbruch der Nahostländer im Rahmen des USA-Israel-Iran-Konflikts gegen zu steuern. Die USA meldete damals Freigaben von insgesamt 172 Mio. Barrel, die gestern bestätigten Mengen würden die Freigaben des Landes nun vervollständigen.
IEA in Gesamtheit zögerlich zu Freigaben
Während die Vereinigten Staaten ihre Vorräte weiter öffnen, bleibt man in der EU und auch seitens des IEA-Chefs noch etwas verhaltener. Vor wenigen Wochen hat Frankreich noch darauf gepocht, dass es eine Versammlung der Nationen bräuchte, um weitere Öffnungen der strategischen Ölreserven zu besprechen. IEA-Chef Fatih Birol blieb gestern jedoch deutlich entspannter und erklärte, dass es den jeweiligen Mitgliedsländern zwar offen stehe, zur Öffnung der Reserven zu beraten, es gäbe jedoch bislang keine klaren Pläne zu einem solchen Vorhaben.
Börsenentspannung am Dienstag lässt Heizölpreise sinken Am Dienstag kam es an den Ölbörsen zu deutlichen Preisnachlässen, nachdem sich Informationen verdichteten, dass sich die Ölexporte aus dem Nahen Osten wieder deutlich stabilisieren. Die Lage ist dennoch mehr als entspannt und die Preise sehr hoch, dennoch können Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik heute mit leichten Preisnachlässen in Höhe von -0,95 bis -1,95 Euro pro 100 Liter rechnen. Aufgrund der stetigen Entwicklungen in Konflikt und Wirtschaft sind diese Preise jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich jederzeit ändern.