Warten auf Klarheit bezüglich Schifffahrt in Straße von Hormus – Heizölpreise legen wieder zuDie Hoffnungen auf eine Einigung zwischen dem Iran und dem Oman über die Regelung der Schifffahrt in der Straße von Hormus und damit letztlich auch auf eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatte die Ölpreise zur Wochenmitte noch sinken lassen. Allerdings scheint es nun doch einige Stolpersteine zu geben, die der [...]
Die Hoffnungen auf eine Einigung zwischen dem Iran und dem Oman über die Regelung der Schifffahrt in der Straße von Hormus und damit letztlich auch auf eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatte die Ölpreise zur Wochenmitte noch sinken lassen. Allerdings scheint es nun doch einige Stolpersteine zu geben, die der freien Schifffahrt in der für den internationalen Energiehandel wichtigen Meerenge noch im Wege stehen.
Iran will Entschädigungszahlungen von Schiffen „feindlicher“ Länder
Demnach will der Iran Schiffen aus den USA und Israel die Fahrt durch die Straße von Hormus offenbar komplett verbieten und von als „feindlich“ eingestuften Staaten Entschädigungszahlungen von bis zu 20 % des Frachtwerts für die Durchfahrt verlangen. So hieß es zumindest in Berichten iranischer Staatsmedien unter Berufung auf den Vertrag zwischen Iran und Oman.
Unklar ist allerdings, wie genau der Iran das geforderte Verbot für amerikanische und israelische Schiffe auslegen würde. Die Anzahl an Handelsschiffen, die weltweit unter US-amerikanischer oder israelischer Flagge fahren, hält sich in Grenzen und seit Beginn des Krieges haben von diesen Schiffen nur die wenigsten den Persischen Golf angelaufen oder verlassen. Vorstellbar wäre, dass der Iran auch Reedereien mit US-amerikanischen oder israelischen Eigentümern beziehungsweise Investoren als mit diesen Ländern verbunden einstuft.
Washington dürfte Gebühren nicht zustimmen US-Präsident Donald Trump hatte erst diese Woche noch einmal verlauten lassen, dass er es nicht zulassen werde, dass der Iran Gebühren oder Abgaben für die Durchfahrt der Meerenge verlange. Auch Thomas Warrick, Senior Fellow beim Atlantic Council geht davon aus, dass die Bedingungen Irans in Washington nicht auf Zustimmung stoßen dürften: „Anstatt Zugeständnisse zu machen, erhöhen beide Seiten ihre Forderungen.“
So bestehen die USA weiterhin auf einer freien Durchfahrt durch die Straße von Hormus und fordern im Grunde genommen eine Rückkehr zum Zustand vor dem Krieg. Vorübergehende Routen durch die Meerenge würden weder Genehmigungen noch Zulassungen, Mautgebühren oder Abgaben unterliegen, erklärte ein US-Beamter am Donnerstag als Reaktion auf die Berichte über die jüngsten Vorschläge Teherans.
Dass Washington den Teheran doch gewähren lässt, ist auch insofern eher unwahrscheinlich, als Präsident Trump bereits zahlreiche Male erklärt hatte, die USA hätten den Iran bereits besiegt. Zugeständnisse wie die Einwilligung in Gebühren für die Passage der Straße von Hormus könnten die Republikaner bei den Zwischenwahlen („Midterms“) in den USA, die im November stattfinden, schließlich Wählerstimmen kosten.
Inlandspreise legen wieder zu Das Warten auf klare Verhältnisse im Hinblick auf Regelung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus ließ die Ölpreise an den Rohstoffbörsen in Europa und den USA im gestrigen Tagesverlauf wieder steigen. Hatte der Nordsee-Rohölkontrakt Brent gestern Morgen noch unter 80 Dollar pro Barrel notiert, so näherte er sich heute Morgen schon wieder der 85 Dollar-Marke an. Auch bei den Inlandspreisen machen sich die höheren Preise der Terminkontrakte bemerkbar, zumal gestern auch der Dollar gegenüber dem Euro wieder zulegen konnte. So müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet heute bei Heizöl im Vergleich zu gestern Morgen mit Aufschlägen von etwa +3,20 bis +4,20 Euro pro 100 Liter rechnen.
München (ots) – Die Kraftstoffpreise entwickeln sich erneut in gegensätzliche Richtungen. Während der Preis für Super E10 im Vergleich zur Vorwoche etwas gesunken ist, stieg der Dieselpreis weiter an. Dies zeigt die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland. So kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 2,128 Euro und damit 1,1 Cent weniger als vor einer Woche. Für einen Liter Diesel müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer aktuell im Schnitt 2,204 Euro bezahlen – das sind 1,4 Cent mehr.
Um rund fünf US-Dollar günstiger als in der Vorwoche ist Rohöl der Sorte Brent. Ein Barrel (159 Liter) kostet aktuell etwa 79 US-Dollar. Aus Sicht des ADAC ist der Rückgang des Benzinpreises vor dem Hintergrund des gesunkenen Rohölpreises nachvollziehbar, er fällt jedoch deutlich geringer aus als zu erwarten wäre. Nach Ansicht des Mobilitätsclubs liegt der Preis von Benzin, vor allem bemessen an der Entwicklung des Rohölpreises und des Euro-Dollar-Wechselkurses, seit mehreren Wochen auf einem zu hohen Niveau, so dass das Potenzial für Preissenkungen deutlich größer ist als mit dem aktuellen Rückgang geschehen.
Kraftstoffpreise im Wochenvergleich Bildquelle ADAC e.V.
Der Dieselpreis marschiert in die andere Richtung und ist zum sechsten Mal im Rahmen der wöchentlichen Auswertung höher als in der Woche zuvor. Die Entwicklung zeigt, dass ein sinkender Ölpreis nicht zwangsläufig unmittelbar zu niedrigeren Dieselpreisen führt, da insbesondere beim Selbstzünderkraftstoff noch andere Faktoren wie etwa seine größere Bedeutung über den Verkehrssektor hinaus oder auch die hohe Importabhängigkeit eine Rolle spielen.
Der ADAC empfiehlt den Autofahrerinnen und Autofahrern, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken, denn dann sind die Spritpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen danach langsam wieder ab. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.
Neue Friedenshoffnung in Nahost – Heizölpreise fallenErneut gibt es Hoffnungen auf ein Ende des festgefahrenen Konflikts im Nahen Osten. Schon seit Anfang der Woche hieß es immer wieder, dass Gespräche geführt würden, obwohl der Iran dies stehts bestritt. Doch nun scheint ein neuer Vorschlag der Vermittlernationen Katar, Pakistan und Oman auf dem Tisch zu liegen. 60 Tage freie Fahrt Der [...]
Erneut gibt es Hoffnungen auf ein Ende des festgefahrenen Konflikts im Nahen Osten. Schon seit Anfang der Woche hieß es immer wieder, dass Gespräche geführt würden, obwohl der Iran dies stehts bestritt. Doch nun scheint ein neuer Vorschlag der Vermittlernationen Katar, Pakistan und Oman auf dem Tisch zu liegen.
60 Tage freie Fahrt
Der Entwurf orientiert sich offenbar stark an dem im Juni ausgehandelten Interimsabkommen, das nur wenige Wochen hielt. Entsprechend ist eine 60 Tage geltende Regelung des Schiffsverkehrs in der wichtigen Straße von Hormus enthalten, während der es keine Gebühren oder sonstige Abgaben für die Durchfahrt der Passage geben soll.
Zudem sollen Schiffe, die in den Persischen Golf einlaufen, eine Route näher an der iranischen Küste nutzen, wohingegen auslaufende Schiffe in Koordination mit dem Iran die Fahrrinne nahe dem Oman nutzen sollen. Darüber hinaus sieht der Entwurf vor, dass der Iran und der Oman mit der Räumung der Minen in der mittleren Fahrrinne beginnen.
Ölpreise auf neuem Monatstiefstand
Ob die beiden Kriegsparteien sich tatsächlich auf den neuen Friedensvorschlag einlassen, bleibt abzuwarten. Am Ölmarkt greift allerdings jetzt schon wieder der Optimismus um sich und die börsengehandelten Ölpreise rutschten schon gestern auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juni.
Auch heute bleiben die Ölbörsen auf vergleichsweise niedrigem Niveau, auch, wenn sie die Abwärtsbewegung erst einmal nicht fortsetzen. Offenbar wollen die Marktteilnehmer doch erst einmal konkrete Ergebnisse im Nahen Osten sehen, bevor sie weiter auf fallende Preise setzen.
Inlandspreise günstiger als gestern
Bei den Inlandspreisen ergeben sich heute aber allein durch den gestrigen Preisrutsch an den Ölbörsen klare Abschläge im Vergleich zu gestern morgen. Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen damit im Bundesgebiet etwa -3,90 bis -4,90 Euro pro 100 Liter.