- USA will an Friedensgesprächen mit dem Iran festhalten – Heizöl etwas günstiger erwartet
Während die Spannungen rund um die Straße von Hormus in den letzten Tagen erheblich zugenommen hatten, wollen die USA nun doch weiterhin an technischen Gesprächen und Friedensverhandlungen festhalten. Das dämpft die schlimmsten Sorgen vor weiteren Eskalationen und ließ die Preise an den Ölbörsen am Donnerstagabend deutlich sinken. US-Iran-Gespräche sollen fortgesetzt werden Einem US-Regierungsvertreter zufolge sollen [...] - Nahost-Eskalationen und Russlands Diesel-Exportstopps treiben Öl- und Produktpreise hoch
Der Mittwoch brachte eine Reihe Nachrichten, welche für deutliche Preisanstiege bei Rohöl und den Produkten sorgten. Nicht nur verschärften sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, als der US-Präsident ein Ende der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, auch Russland kündigte ein Exportverbot für Diesel an und setzte damit die bereits knapper versorgten Ölprodukt-Märkte [...] - Nahost-Spannungen ziehen Rohölpreise nach oben – Heizöl etwas teurer
Am Dienstagabend wurden die Ölbörsen erheblich wachgerüttelt, als die USA Angriffe auf iranische Verteidigungsstellungen und Schnellboote meldete. Die USA wollte so den Iran für dessen Angriffe auf Frachtschiffe nahe der Küste des Oman und der (See-)Straße von Hormus bestrafen. Der Iran verurteilt das Verhalten und droht mit noch schärferen Maßnahmen. In direkter Folge stiegen die [...]

Während die Spannungen rund um die Straße von Hormus in den letzten Tagen erheblich zugenommen hatten, wollen die USA nun doch weiterhin an technischen Gesprächen und Friedensverhandlungen festhalten. Das dämpft die schlimmsten Sorgen vor weiteren Eskalationen und ließ die Preise an den Ölbörsen am Donnerstagabend deutlich sinken.
US-Iran-Gespräche sollen fortgesetzt werden
Einem US-Regierungsvertreter zufolge sollen die technischen Friedensgespräche und Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran trotz der Auseinandersetzungen der letzten Tage weiterhin fortgesetzt werden. Einem saudischen Bericht vergangener Woche zufolge sollten die nächsten Gespräche zwischen Vertretern aus den Hauptstädten Teheran und Washington am 18. Juli stattfinden, das Datum wurde jedoch weder von iranischen, noch von US-Vertretern bestätigt, alternative Daten wurden bislang nicht genannt.
Die schiere Aussicht auf neue Gespräche ließ die Ölbörsen jedoch direkt deutlich entspannen, zeigt es doch, dass zumindest die USA weiterhin versuchen will den Konflikt beizulegen und die Schifffahrt durch den Nahen Osten zu sichern. Die Seeroute durch die Straße von Hormus, eine Wasserstraße südlich des Iran, ist eine der wichtigsten Handels- und Frachtrouten der ganzen Welt, durch welche in den letzten Jahren durchschnittlich 20% der täglichen Öltransporte geschickt wurden.
Unsicherheit zum freien Schiffsverkehr in der Straße von Hormus
Doch selbst wenn die Konflikte sich wieder beruhigen sollten bleibt die Frage, wie die Öltransporte fortgesetzt werden sollen. So ist der Iran erpicht darauf, die eigene, totale Kontrolle über die Meerenge im Süden des Landes zu erhalten und Zollgebühren für die Schifffahrt zu erheben, was aufgrund von internationalem Seerecht jedoch verboten wäre. Vertreter des Oman, südlich der Wasserstraße, wollen hingegen keine Zwangsmaut erheben sondern stattdessen Servicegebühren mit Dienstleistungen wie Leuchttürmen und See-Nothilfen auf der Handelsroute verbinden.
Während die USA und viele andere Nahost-Länder zuletzt noch darauf erpicht waren, den Verkehr in der Handelsstraße komplett frei zu halten, bleibt die Unsicherheit, ob ein solches Vorhaben aktuell möglich ist und letztlich durchgeführt wird, was ein großer Punkt der Spannungen zwischen den USA und dem Iran ist. Sollten die Friedensgespräche weiterlaufen, wird die Gebührenerhebung im Frachtverkehr durch die Straße von Hormus einer der größten Diskussionspunkte sein.
Heizölpreise etwas günstiger zum Wochenende
Die Aussagen aus den USA lassen die Ölmärkte ein bisschen entspannen und heben den Optimismus darauf, dass die Öltransporte aus dem Nahen Osten doch schnell wieder aufgenommen werden. Die Entspannung am Markt sorgt für leichte Preisrückgänge, weshalb Heizöl-Abnehmer in der Bundesrepublik derzeit mit leichten Preisabschlägen von durchschnittlich -0,35 bis -0,95 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag rechnen können.

Der Mittwoch brachte eine Reihe Nachrichten, welche für deutliche Preisanstiege bei Rohöl und den Produkten sorgten. Nicht nur verschärften sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran, als der US-Präsident ein Ende der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, auch Russland kündigte ein Exportverbot für Diesel an und setzte damit die bereits knapper versorgten Ölprodukt-Märkte weiter unter Druck. Umfassende Preisanstiege waren gestern, und sind auch heute noch, die Folge.
Konflikt zwischen USA und Iran eskaliert
Nachdem das US-Militär bereits am Dienstag Angriffe auf iranische Waffen- und Verteidigungsanlagen führte, setzte man die Offensive auch am Mittwoch fort. Teheran reagierte mit Gegenschlägen in Kuwait und Bahrain. Auslöser der Auseinandersetzungen der letzten Tage waren Angriffe auf Tanker nahe der Küste des Oman , südlich des Iran. Das US-Militärkommando CENTCOM betonte dabei ihr Ziel, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus südlich des Iran mit diesen Angriffen zu sichern.
Infolge der Eskalationen kam der Schiffverkehr in der für den globalen Handel wichtigen Handelsstraße fast komplett zum erliegen. Die wenigen beobachtbaren Frachtbewegungen zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman fanden fast ausschließlich nahe der iranischen Küste statt. Diesen Bereich gab die Regierung des Iran als sicher frei, erhebt dort jedoch gelegentlich Frachtgebühren und zeichnet alle Fracht- und Handelsdaten genau auf. Der sonst übliche, freie Handel ohne Abgaben ist auf dieser Route jedoch kaum bis gar nicht möglich.
Russland kündigt Diesel-Exportsperren an
In den letzten Wochen nahmen die Drohnenangriffe der Ukraine auf Russland enorm zu. Der Konflikt zwischen beiden Ländern begann 2014 mit der russischen Übernahme der Halbinsel Krim und eskalierte im Februar 2022 in einen umfassenden Krieg. Um die russischen Kassen zu leeren und die Versorgung russischer Streitkräfte zu behindern, fuhr die Ukraine in den letzten Monaten ihre Angriffe auf russische Raffinerien und Öltransporte drastisch hoch und sorgte damit wiederholt für Versorgungsknappheiten in einigen russischen Regionen.
Mittlerweile sind die Auswirkungen dieser Versorgungsprobleme so umfassend, dass Russland gestern ein komplettes Exportverbot für Diesel ankündigte. Ein Exportverbot für Benzin existiert ebenfalls schon seit einigen Monaten. Auch wenn die EU den Import von russischen Ölprodukten weitgehend verboten hat, ist der asiatische Markt sehr auf diese Waren angewiesen. Das mit der Exportsperre eingebrochene Angebot am Markt sorgt dementsprechend für scharfe Preisanstiege an den Ölprodukt-Börsen.
Starker Anstieg der Heizölpreise erwartet
Mit den Versorgungsschwierigkeiten seitens Russland und den Spannungen im Nahen Osten steigt der Druck auf die internationalen Energiemärkte. Auch am deutschen Heizölmarkt sorgt dies für deutliche Anstiege am Heizölpreis, weshalb Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik heute mit deutlichen Preisanstiegen über +4,65 bis +6,15 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen müssen. Diese Aufschläge können sich, abhängig von geopolitischen Entwicklungen, jedoch schnell und unerwartet wieder ändern.

Am Dienstagabend wurden die Ölbörsen erheblich wachgerüttelt, als die USA Angriffe auf iranische Verteidigungsstellungen und Schnellboote meldete. Die USA wollte so den Iran für dessen Angriffe auf Frachtschiffe nahe der Küste des Oman und der (See-)Straße von Hormus bestrafen. Der Iran verurteilt das Verhalten und droht mit noch schärferen Maßnahmen. In direkter Folge stiegen die Rohöl- und Ölproduktpreise zeitweise deutlich, die Produktpreise fielen jedoch am Mittwochmorgen schon wieder.
USA bestätigt Angriffe auf iranische Verteidigungssysteme
Zwischen der Nacht zum Montag und Dienstagnachmittag hat der Iran, US-Medien zufolge, mindestens 4 Frachtschiffe beschossen und dabei teils schwer beschädigt. Die Regierung Teherans, also der Hauptstadt des Iran, drohte daraufhin, dass die Schifffahrt durch die Wasserstraße südlich des Iran nur gewährleistet werden könne, wenn die Schiffe aktiv nahe der iranischen Küste vorbeifahren würden. Als Antwort auf die iranischen Aggressionen griff das US-Militär eigenen Angaben zufolge mehr als 80 iranische Ziele an.
Angaben des US-Zentralkommandos zufolge richteten sich die Angriffe gezielt gegen iranische Luftverteidigungssysteme, andere militärische Anlagen und mehr als 60 Schnellboote der Islamischen Revolutionsgarde. Die Schläge seien dabei die „unmittelbar Reaktion“ der USA auf die Aggressionen des Iran gewesen. Gleichzeitig ließ die USA eine Sanktionsausnahme aufheben, die seit etwa drei Wochen den Verkauf und Kauf von iranischem Erdöl und dessen Produkten erlaubte.
Iran verurteilt US-Verhalten, kündigt „vernichtende Antwort“ an
Als Antwort auf die US-Reaktionen kündigte der Iran eine „vernichtende Antwort“ an und sprach von einem „eklatanten Akt der Aggression“ seitens der Vereinigten Staaten. Das Nachrichtenportal Axios berichtete in diesem Zusammenhang, dass der Iran Drohnenangriffe auf Bahrain durchgeführt habe. Auch Kuwait meldete, dass ihre Waffensysteme auf eingehende Drohnen- und Raketenangriffe reagiert hätten.
Die Spannungen seitens des Iran und den USA sorgt am Markt für Unsicherheit in der Sicherheit der Ölexporte aus dem Nahen Osten. Diese laufen bislang zu großen Teilen durch die Straße von Hormus, die noch letztes Jahr die wichtigste Transportroute für knapp 20 Millionen Barrel Öl pro Tag war. Sollten die Konflikte um diese Handelsroute weiter eskalieren, könnte die weiterhin vorsichtige Schifffahrt in der Region weiter ausgebremst und eingeschränkt werden, und damit den Angebotsdruck am Markt weiter verschärfen.
Heizöl etwas teuer
Nachdem die Ölprodukt-Preise am Dienstag von deutlichen Schwankungen betroffen haben, konnten sie sich am Ende wieder fast auf das Niveau des Vortages senken. Entsprechend sind für Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik heute nur geringe Preisaufschläge um +0,25 bis +0,85 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag zu erwarten. Die angespannte Lage im Nahen Osten könnte jedoch jederzeit neue Preisentwicklungen mit sich bringen, die unerwartete Änderungen der Preise auslösen können.