Unsicherheit und Kriegsangst prägen den ÖlmarktAn den Ölbörsen überwiegt weiterhin die Sorge um einen neuen Kriegsausbruch im Nahen Osten, nachdem Donald Trump mehrfach mit erneuten Angriffen nach den US-Zwischenwahlen am 3. November gedroht hatte. Gleichzeitig haben aber auch die diplomatischen Bemühungen wieder an Fahrt aufgenommen. Katar vermittelt neuen Vorschlag So hat etwa Katar, das neben Pakistan und Oman schon [...]
An den Ölbörsen überwiegt weiterhin die Sorge um einen neuen Kriegsausbruch im Nahen Osten, nachdem Donald Trump mehrfach mit erneuten Angriffen nach den US-Zwischenwahlen am 3. November gedroht hatte. Gleichzeitig haben aber auch die diplomatischen Bemühungen wieder an Fahrt aufgenommen.
Katar vermittelt neuen Vorschlag
So hat etwa Katar, das neben Pakistan und Oman schon seit Monaten als Vermittler zwischen den Kriegsparteien fungiert, offenbar schon am Sonntag einen Entwurf über ein neues Abkommen übermittelt, welches in Teheran aktuell geprüft wird. Es soll eine 7-Tage-Plan und „vertrauensbildende Maßnahmen“ enthalten. Konkreteres gab es bisher dazu nicht.
USA drängt auf Klärung der Atomfrage
Und auch die USA sind weiteren Gesprächen mit Teheran gegenüber nicht abgeneigt. Allerdings machte der US-Vizepräsident J.D. Vance gestern in einem Brief an den Chef des iranischen Sicherheitsrates nochmals klar, dass nur eine Einigung in der Atomfrage einen neuen US-Militärschlag abwenden könne.
Iran glaubt noch an Diplomatie
Irans Außenminister Abbas Aragtschi schrieb unterdessen in einem Beitrag auf der Kommunikationsplattform X, der Iran gebe der Diplomatie weiterhin eine Chance zum Erfolg. „Wir stehen weiterhin in engem und kontinuierlichem Kontakt mit Vermittlern, um Ideen zu prüfen, die die Umsetzung unseres 7-Tage-Plans […] gewährleisten können.“
Marktteilnehmer bleiben vorsichtig
An den Ölbörsen bleibt hingegen vor allem Verunsicherung spürbar. Die meisten Marktbeobachter rechnen auch weiterhin mit einem Militärschlag nach den US-Zwischenwahlen nächsten Dienstag und bleiben so lange in einer Abwartehaltung. Nachhaltige Preiskorrekturen nach unten erscheinen damit vor nächster Woche sehr unwahrscheinlich.
Inlandspreise in enger Spanne
Bei den Inlandspreisen ergeben sich heute im Vergleich zu gestern Vormittag immerhin leichte Abschläge im Bereich von -0,05 bis -1,05 Euro pro 100 Liter. Insgesamt bleibt der Heizölpreis im Bundesgebiet aber leider weiterhin auf hohem Niveau.
Kohlenwasserstoffwirtschaft begrüßt Initiative der Regierung Strategiedialog zur Lage und Zukunft von Raffinerien und InfrastrukturenBerlin (ots) Der von der Bundesregierung eingeleitete Strategiedialog zur Zukunft der Raffinerien und der Kohlenwasserstoffbranche in Deutschland bietet die Chance, die Versorgung mit Energien und Grundstoffen für Verkehr, Wärme und Industrie langfristig zu sichern. Dazu sagt Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer beim en2x - Wirtschaftsverband Fuels und Energie: "Jetzt müssen die Voraussetzungen für Investitionen in bestehende [...]
Berlin (ots) Der von der Bundesregierung eingeleitete Strategiedialog zur Zukunft der Raffinerien und der Kohlenwasserstoffbranche in Deutschland bietet die Chance, die Versorgung mit Energien und Grundstoffen für Verkehr, Wärme und Industrie langfristig zu sichern. Dazu sagt Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer beim en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie: „Jetzt müssen die Voraussetzungen für Investitionen in bestehende Standorte und deren Transformation dringend verbessert werden.“
Die Kohlenwasserstoffwirtschaft bildet die Grundlage für 52 Milliarden Euro Wertschöpfung pro Jahr und 584.000 Beschäftigte. Mineralöl ist der wichtigste Primärenergieträger in Deutschland. „Heimische Raffinerien und Infrastrukturen sind für eine verlässliche Versorgung mit Energie und Grundstoffen unverzichtbar. Das zeigt sich gerade in der globalen Energiekrise“, so Küchen. Auch künftig werden flüssige Kohlenwasserstoffe in großen Mengen benötigt: für die Luftfahrt, Teile des Straßenverkehrs sowie Industrien wie Chemie und Bauwirtschaft. Dazu kommt, dass flüssige Energieträger im Krisenfall und für die Verteidigung nicht zu ersetzen sind.
Küchen: „Die Sicherung und Modernisierung der Standorte sowie der Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Rohstoffen zum Erreichen der Klimaziele erfordern Investitionen im Milliardenbereich. Doch Überregulierung, politische Unsicherheit und Markteingriffe in die Preisbildung oder ein nicht verlässliches Steuersystem schwächen den Standort Deutschland.“ Kapazitäten werden abgebaut, Investitionen erfolgen in anderen Ländern. Das bedroht perspektivisch die bislang sichere Versorgung. Küchen: „Nötig sind weniger Bürokratie, verlässliche und technologieneutrale Regeln, tragfähige Märkte und geringere Einstiegsrisiken für klimaschonende Technologien. Nur wettbewerbsfähige Standorte können die Transformation stemmen.“ Klimaschutz müsse stärker industriepolitisch gedacht werden.
Kontraproduktiv seien auch branchenspezifische Verschärfungen des Wettbewerbsrechts, staatliche Preisregulierung und Pläne für eine sogenannte Übergewinnsteuer. „Schon die Diskussion verunsichert Investoren und erschwert die Mobilisierung des benötigten Kapitals.“ Stattdessen sei ein Maßnahmenpaket mit verlässlichen Geschäftsmodellen für CO2-neutrale Kohlenwasserstoffe und ein zügiger Ausbau der entsprechenden Infrastruktur erforderlich. „Einzelne Gesetzesanpassungen reichen nicht. Wir brauchen einen ganzheitlichen, sektorenübergreifenden Ansatz, eine Kohlenwasserstoff-Agenda. Deshalb ist es gut, dass der Strategiedialog alle relevanten Ministerien sowie die Bundesländer und Gewerkschaften einbezieht“, so Küchen.
Pressekontakt:
Rainer Diederichs, Alexander von Gersdorff
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IEA: Energiemärkte bleiben auch 2027 angespanntDie geopolitischen Krisen der Welt haben das globale Angebot an Öl und Ölprodukten massiv unter Druck gesetzt und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Eine Aussicht auf schnelle Erholung gibt es dabei leider nicht, da sind sich die meisten Experten einig. Auch der Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, rechnet bis weit ins nächste [...]
Die geopolitischen Krisen der Welt haben das globale Angebot an Öl und Ölprodukten massiv unter Druck gesetzt und die Ölpreise in die Höhe getrieben. Eine Aussicht auf schnelle Erholung gibt es dabei leider nicht, da sind sich die meisten Experten einig. Auch der Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, rechnet bis weit ins nächste Jahr mit einem angespannten Markt.
Keine schnelle Rückkehr zu Vorkriegsniveau
Der Vorsitzende der in Paris ansässigen Institution rechnet nicht damit, dass die Energiemärkte 2027 zu ihrem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar zurückkehren werden. „Ich sehe leider keinen realistischen Weg, auf dem die Märkte im kommenden Jahr wieder das Niveau erreichen könnten, das sie vor Beginn dieses Krieges hatten“, sagte Birol am Montag auf einer Konferenz in Singapur.
„Die Ölpreise bewegen sich nahe der Marke von 120 Dollar je Barrel, und die Preise für Ölprodukte liegen sogar noch deutlich höher“, so der Ökonom. Für viele Länder habe ein solches Preisniveau erhebliche wirtschaftliche Folgen. Während einige europäische Länder damit noch zurecht kämen, belastete es in vielen Teilen der Welt die Handelsbilanz erheblich, fürchtet Birol.
Diesel-Markt bleibt extrem knapp
In Sachen Diesel-Versorgung hat der IEA-Chef aber auch für Europa keine besonders rosigen Aussichten. Der Winter könnte aus Sicht Birols schwierig werden. Wartungsarbeiten in Raffinerien weltweit, fehlende Gasexporte aus Russland, sowie die weitreichenden Folgen des Iran-Krieges, der wichtige Lieferanten wie Katar und die VAE dazu zwinge, die Exportmengen zu drosseln, werde die Gasmärkte auch weiterhin erheblich unter Druck setzen.
Birol erwartet aufgrund der aktuellen Ölkrise eine gewisse Wiederbelebung der Kernenergie. Der jüngsten IEA-Erhebung zufolge befinden sich weltweit Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 90 Gigawatt im Bau – so viele wie seit 40 Jahren nicht mehr.
Inlandspreise
Aufgrund der knappen Angebotslage bei Ölprodukten bleiben auch die Heizölpreise im Bundesgebiet auf grundsätzlich hohem Niveau. Heute sind die Preise im Vergleich zu gestern auch wieder gestiegen, so dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher im Vergleich zu Montag auf Aufschläge von ca. +3,10 bis +4,10 Euro pro 100 Liter einstellen müssen.