- Neue Schiffsangriffe im Nahen Osten – Experten erhöhen Ölpreisprognosen – Heizöl etwas günstiger
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran setzen sich weiter fort und zwingen die Ölpreise am Weltmarkt weiterhin nach oben. Gleichzeitig kam es gestern nochmal zu zwei Angriffen auf Schiffe im Nahen Osten, einmal von Seiten der Huthi-Miliz aus dem Jemen und durch die USA auf ein Schiff, welches auf einen iranischen Hafen zusteuerte [...] - US-Iran-Verhandlungen in Pattsituation – Heizöl deutlich teurer
Während die meisten Länder weltweit darauf warten, dass die Schifffahrt durch die Straße von Hormus lieber früher als später geöffnet wird, stehen die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wieder vor einer Pattsituation. Beide Länder wollen klare Voraussetzungen und Verpflichtungen von der jeweils anderen Seite erzwingen, die sich jedoch klar gegenseitig widersprechen. Dieses erneute [...] - Preisstatistik – Märkte warten auf klare Entwicklungen rund um Straße von Hormus
Die Heizölpreise finden sich aktuell wieder in einem regen Auf und Ab. Die unklaren Entwicklungen zur Öffnung der Schiffs-Handelsrouten im Nahen Osten sorgen für Unsicherheit bei den Marktteilnehmer, was nach moderaten Preisrückgängen am Monatsbeginn nun wieder für steigende Kosten im Kauf von Erdöl und dessen Produkten sorgt. Kurzfristige Heizölpreisentwicklung Nachdem es in der vergangenen Woche [...]

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran setzen sich weiter fort und zwingen die Ölpreise am Weltmarkt weiterhin nach oben. Gleichzeitig kam es gestern nochmal zu zwei Angriffen auf Schiffe im Nahen Osten, einmal von Seiten der Huthi-Miliz aus dem Jemen und durch die USA auf ein Schiff, welches auf einen iranischen Hafen zusteuerte und die US-Blockade durchbrechen wollte. Die Erdölpreise bleiben damit am Mittwochvormittag auf einem ähnlich hohen Niveau wie gestern, Heizöl wird etwas günstiger erwartet.
Neue Attacken auf Schiffe im Nahen Osten
Am späten Dienstagabend griff ersten Berichten zufolge die Huthi-Miliz aus dem Jemen ein ägyptisches Schiff an, welches auf dem Weg zur Straße von Bab el-Mandeb war. Dabei kamen mindestens 4 Menschen ums Leben. Die Wasserstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und stellt damit das wichtigste Bindeglied zwischen dem arabischen Meer und dem Mittelmeer dar. Genau dieses Bindeglied wird zurzeit von der Huthi-Miliz belagert, welche bis vor kurzem noch die Durchfahrt von Schiffen aus Saudi Arabien blockierten und nun scheinbar auch andere Schiffe angreifen.
Die USA haben ihrerseits zwei Hellfire-Raketen auf einen Frachter gefeuert, der unter der Flagge Panamas fährt und einen iranischen Hafen ansteuerte. Damit versuchte das Schiff, die US-Blockade zu durchbrechen, welche eine Passage und Verladung iranischer Waren strengstens verbietet. Aussagen des US-Militärs zufolge reagierte das Schiff nicht auf Aussagen zur Änderung des Kurses, weshalb zwei Raketen auf die Steuer- und Ruderanlagen gefeuert wurden um das Schiff so zum Anhalten zu zwingen. Ob dabei Crewleute verletzt wurden, ist nicht offiziell bekannt.
EIA korrigiert Ölpreiserwartungen nach oben
Die ständigen Spannungen und Auseinandersetzungen im Nahen Osten sorgten sowohl in der zweiten Julihälfte wie auch aktuell für deutlich gestiegene Öl- und Ölproduktpreise. In diesem Zusammenhang erhöhte die US-Energieinformationsbehörde EIA ihre Preiserwartungen für den Rest von 2026 und 2027 deutlich nach oben. Aktuell erwartet die US-Behörde einen Anstieg der Rohölpreise der Sorte Brent, die in Europa mit am weitesten vertreten ist, auf 85,21 Dollar pro Barrel im Durchschnitt für das dritte Quartal. Im Juli-Bericht lag die Einschätzung noch bei 74,03 Dollar. In ihrem Bericht geht die EIA davon aus, dass der Konflikt im Nahen Osten schnellstmöglich beendet wird.
Heizölpreis heute etwas günstiger erwartet
Nach den Eskalationen am Dienstagabend stoppten die Börsenkurse für Öl und Ölprodukte ihre starken Schwankungen ab und sitzen aktuell in relativ enger Spanne nahe dem Niveau von gestern Vormittag. Für Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in Deutschland bedeutet dies aktuell leichte Abschläge beim Kauf von Heizöl über durchschnittlich -0,55 bis -1,15 Euro pro 100 Liter. Diese Werte können aufgrund der unsicheren Marktlage jedoch jederzeit unterschiedlich starken Schwankungen und lokalen Abweichungen ausgesetzt sein.

Während die meisten Länder weltweit darauf warten, dass die Schifffahrt durch die Straße von Hormus lieber früher als später geöffnet wird, stehen die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wieder vor einer Pattsituation. Beide Länder wollen klare Voraussetzungen und Verpflichtungen von der jeweils anderen Seite erzwingen, die sich jedoch klar gegenseitig widersprechen. Dieses erneute Festfahren sorgte am Markt am Montagnachmittag für erhebliche Preisanstiege bei Rohöl und dessen Produkten.
USA und Iran setzen gegensätzliche Voraussetzungen für Friedensfindung
In einer Ankündigung am Wochenende erklärte die Regierung des Irak 6 Punkte die es bräuchte, um die Verhandlungen mit den USA wieder aufzunehmen und die Straße von Hormus zu öffnen – darunter der Abzug von US-Streitkräften aus der Golfregion im Nahen Osten, die Auflösung bestehender Wirtschaftssanktionen und die Auszahlung von Entschädigungen für Kriegsschäden.
Am Montagabend meldete dann US-Präsident Trump neue, eigene Voraussetzungen für eine Friedensfindung mit dem Iran, und verlangte darin selbst Entschädigungszahlungen, sowohl für die Familien von im Iran getöteten Demonstranten und für die Familien der Opfer eines Anschlags auf den US-Zerstörer USS Cole im Jahr 2000. Auch zu Schadenszahlungen an Libanon, Syrien und Gaza soll der Iran laut den USA verpflichtet werden. Dieser Punkt solle laut Donald Trump „nachdrücklich in alle künftigen Verhandlungen“ eingebracht werden.
Damit stehen die beiden Seiten in einer klaren Pattsituation und scheinen auch nicht so einfach auf die Reparationszahlungen verzichten zu wollen. Diese Unsicherheit sorgte am Montagnachmittag für eine gewisse Resignation am Ölmarkt und drastisch steigende Ölpreise, da viele Händler nun mit länger anhaltenden Blockaden der freien Durchfahrt der Straße von Hormus – die weiterhin wichtigste Öl-Transportroute aus dem Nahen Osten zum globalen Markt – rechnen.
Heizöl deutlich teurer erwartet
Die geopolitischen Spannungen ließen die Marktteilnehmer zum Wochenbeginn deutlich aufschrecken und verschärfen die bereits unsichere Lage zur Ölversorgung am Weltmarkt. Dies sorgt seit Montagnachmittag auch in der Bundesrepublik für erhebliche Preisanstiege bei Rohöl und dessen Produkten. In direkter Folge müssen Abnehmer von Heizöl aktuell mit deutlichen Aufschlägen rechnen. Diese liegen aktuellen Erwartungen zufolge zwischen +9,15 und +10,55 Euro pro 100 Liter gegenüber den Heizölpreisen von Montagvormittag.

Die Heizölpreise finden sich aktuell wieder in einem regen Auf und Ab. Die unklaren Entwicklungen zur Öffnung der Schiffs-Handelsrouten im Nahen Osten sorgen für Unsicherheit bei den Marktteilnehmer, was nach moderaten Preisrückgängen am Monatsbeginn nun wieder für steigende Kosten im Kauf von Erdöl und dessen Produkten sorgt.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Nachdem es in der vergangenen Woche erst wieder neue Zeichen auf mögliche Friedensannäherungen im US-Iran-Konflikt gab, blieb die Lage seitdem eher unübersichtlich und ohne klare Entwicklungen. Dies sorgte in den letzten Tagen und über das vergangene Wochenende für leichte Anstiege bei den Heizölpreisen. Dementsprechend kostet Heizöl aktuell +1,51 Euro mehr pro 100 Liter als vergangenen Freitag, ist dabei aber dennoch im deutschlandweiten Durchschnitt -1,48 Euro günstiger als vor einer Woche. Dennoch gab es im vergangenen Monat insgesamt deutliche Preisaufschläge, weshalb Heizölkäufer aktuell mit Preisaufschlägen von rund +10,75 Euro gegenüber Mitte Juli rechnen müssen.
Langfristige Preisentwicklung
Mit Blick auf die langfristigen Preisverläufe zeichnen sich aktuell leichte Aufschläge über durchschnittlich +2,26 Euro gegenüber der Preise vor drei Monaten zur Frühlingssaison ab. Schauen wir noch weiter in die Vergangenheit, zeichnet sich erneut ab, wie deutlich die Preisanstiege dieses Jahr aufgrund der anhaltenden Konflikte wirklich sind. So zahlen Käufer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell rund +45,04 Euro mehr als zur Sommersaison vergangenes Jahr, und durchschnittlich +39,56 Euro mehr als im Hochsommer im Jahr 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran stellt Bedingungen für Öffnung der Straße von Hormus
Ende letzte Woche kündigten Vertreter des Iran an, dass es eine Reihe Voraussetzungen gäbe, bevor man die Straße von Hormus wieder öffnen werde. Darunter fallen Abzüge aller US-Militärkräfte aus der Region um die Straße von Hormus sowie die Aufhebung von wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran.
– Huthi setzen Ölblockade Saudi-Arabiens fort
Die jemenitische Huthi-Miliz setzte ihre Angriffe auf saudische Öltransporter und Ölraffinerien in den letzten Tagen weiter fort. Erst Wochenende kam es zu Angriffen auf eine Raffinerie im saudischen Dschaizan, was kurzzeitig zu Bränden führte. Die Anlage wurde bereits Ende Juli zum Ziel von Angriffen der Miliztruppen.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise?
– Ölexporte aus dem Nahen Osten im Juli stabil
Auch wenn die Ölexporte aus Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak und Kuwait derzeit deutlich unter den Vorjahreswerten liegen, konnten sie sich in den letzten Monaten wieder etwas stabilisieren. Im Juli lagen sie zwar noch immer -40 Prozent unter den Vorkriegswerten zu Jahresbeginn, aber dennoch +2 Prozent höher als im Juni.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 10.08.2026