- Angriffe auf der Straße von Hormus nehmen wieder zu – Heizöl zum Donnerstag kaum verändert
Auch vor dem Start ins Wochenende sehen sich die Ölmärkte vor den gleichen Problemen wie im bisherigen Wochenverlauf - Bestehende Konflikte im Nahen Osten, Einschränkungen am Markt, Kritik und Drohungen zwischen den Ländern und zwischendrin ein knapper Ölmarkt mit unsicheren Preisschwankungen. Zusätzlich kam es am gestrigen Donnerstag zu iranischen Angriffen auf zwei Öltanker der Vereinigten [...] - Russland droht mit Konfiszierung von EU-Schiffen – Heizöl etwas günstiger
Der Mittwoch war abermals geprägt von gemischten Aussagen und Stimmungen an den Ölmärkten. So kamen zwischenzeitig Infos hoch, dass der Iran und die USA an Friedensverhandlungen festhalten und fortschreiten würden, was iranische Politiker am Nachmittag direkt noch dementierten. In Russland kam es weiterhin zu ukrainischen Angriffen auf Exportstrukturen, während sich die Abstimmungen in den USA [...] - Neue Schiffsangriffe im Nahen Osten – Experten erhöhen Ölpreisprognosen – Heizöl etwas günstiger
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran setzen sich weiter fort und zwingen die Ölpreise am Weltmarkt weiterhin nach oben. Gleichzeitig kam es gestern nochmal zu zwei Angriffen auf Schiffe im Nahen Osten, einmal von Seiten der Huthi-Miliz aus dem Jemen und durch die USA auf ein Schiff, welches auf einen iranischen Hafen zusteuerte [...]

Auch vor dem Start ins Wochenende sehen sich die Ölmärkte vor den gleichen Problemen wie im bisherigen Wochenverlauf – Bestehende Konflikte im Nahen Osten, Einschränkungen am Markt, Kritik und Drohungen zwischen den Ländern und zwischendrin ein knapper Ölmarkt mit unsicheren Preisschwankungen. Zusätzlich kam es am gestrigen Donnerstag zu iranischen Angriffen auf zwei Öltanker der Vereinigten Arabischen Emirate, während die USA andeuten, die Blockade iranischer Exporte noch lange aufrecht halten zu können und wollen.
Angriffe auf zwei Emirats-Tanker in der Straße von Hormus
Angaben des staatlichen Ölunternehmen ADNOC aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es am Donnerstag zu iranischen Angriffen auf zwei Öltanker des Unternehmens. Glücklicherweise gab es bei den Angriffen keine Verletzten und auch die allgemeine Gefahrenlage ist mittlerweile unter Kontrolle. Die Emirate verurteilten die Angriffe scharf, stellen sie immerhin einen „eklatanten Verstoß“ gegen Regeln des UN-Sicherheitsrats dar, welche die Freiheit der Schifffahrt auf internationalen Routen erklären.
Die Regierung aus Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Emirate, forderte dazu auf, dass der Iran seine Feinseligkeiten sofort beenden und für eine „vollständige und bedingungslose Öffnung der Straße von Hormus sorgen soll. Die Meerenge und Handelsstraße im Nahen Osten wird derzeit vom Iran und den USA in einem gegenseitigen Kampf kontrolliert, bei dem die USA alle iranischen Waren und Verladungen blockiert, und der Iran alle Schiffe angreift, die nicht nach iranischen Regeln ihre Exporte über iranische Schiffsrouten durchführt.
USA betont Aufrechthaltung der Blockade gegen den Iran
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte gestern gegenüber Journalisten, dass die USA ihre Blockade gegen iranische Transporte auf der Straße von Hormus auf unbestimmte Zeit aufrechthalten könnte. Da genau dieser Umstand einer der Kritikpunkte ist, weshalb der Iran seine Angriffe auf Schiffe in der Meerenge aufrecht hält, zeigt sich hier eine weitere Pattsituation in den Verhandlungen zwischen den UA und dem Iran.
Dennoch will die USA ihren Druck auf das Nahost-Land aufrecht halten, und deutete unter Finanzminister Scott Bessent neue Ankündigungen, Maßnahmen und Sanktionen gegen den Iran an, in einer Art, „wie sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolation eines Landes nie gesehen wurden“. Früher diese Woche erklärte US-Präsident Trump, dass man stärker auf wirtschaftliche Einschränkungen und Sanktionen gegen den Iran wechseln will, statt weitere militärische Eskalationen im Fokus zu halten.
Heizölpreise vor dem Wochenende kaum verändert
Die Unsicherheiten am Ölmarkt setzen sich weiter fort, wie schon seit mittlerweile mehr als 5 Monaten. Auch Heizöl wird dabei hin und her gerissen, findet sich aktuell jedoch auf ähnlichen Preisen wie am Donnerstagvormittag. Für Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik bedeutet dies heute nur leichte Abweichungen zwischen ±0,00 und -1,00 Euro pro 100 Liter gegenüber den Heizölpreisen von Donneratagvormittag. Durch die allgemeine Unsicherheit am Markt sind diese Angaben jedoch nur Momentaufnahmen, während es im Tagesverlauf zu starken Schwankungen kommen kann.

Der Mittwoch war abermals geprägt von gemischten Aussagen und Stimmungen an den Ölmärkten. So kamen zwischenzeitig Infos hoch, dass der Iran und die USA an Friedensverhandlungen festhalten und fortschreiten würden, was iranische Politiker am Nachmittag direkt noch dementierten. In Russland kam es weiterhin zu ukrainischen Angriffen auf Exportstrukturen, während sich die Abstimmungen in den USA zu neuen Russlandsanktionen fortsetzen. Nun will der russische Präsident stärker gegen die EU und ihren Kampf gegen Russlands Schiffe durchgreifen.
Russland droht mit Konfiszierung von EU-Schiffen
Seit dem Krieg zwischen der Ukraine und Russland nahmen Europa, wie auch die USA und Großbritannien, immer wieder Schiffe in ihre Sanktionsregister mit auf. Diese dürfen nach bestehenden Sanktionsgesetzen abgefangen und überprüft werden, und bei Zuwiderhandlung gegen Seefahrtsgesetze zeitweise aufgehalten und mit Strafen belegt werden, bevor sie nach entsprechenden Zahlungen wieder freigegeben werden. Dieses Jahr wurden so insgesamt neun russische Öltanker abgefangen, überprüft und teils erst unter Zahlung von Strafen freigegeben.
Russlands Regierung erklärt schon seit Jahren, dass die Sanktionsmethoden gegen ihre Waren- und Öltransporte rechtswidrig seien, und dass die Beschlagnahmung und Festhaltung der Schiffe „nicht weniger als Piraterie und Diebstahl“ sei. Um sich dagegen zu wehren, erklärte Russlands Präsident Vladimir Putin deshalb am Mittwoch, dass er selbst schlicht auf die gleiche Art gegen europäische Schiffe vorgehen könnte, wenn die EU weiterhin russische Schiffe kontrolliert und übernimmt.
Putin erklärte außerdem, dass seine Interventionen gegen EU-Schiffe jederzeit überall auf der Welt stattfinden könnten, nicht nur in den Gewässern, die Europa mit den eigenen Sanktionsgesetzen zu schützen versucht. Die russische Pazifik-Flotte bestätigte das Vorhaben bereits und machte deutlich, dass man die Kapazitäten und Möglichkeiten hätte, jederzeit gegen Schiffe „unfreundlicher Staaten“ vorzugehen.
Heizöl am Donnerstag etwas günstiger erwartet
Während die weltpolitischen Spannungen die Energie- und Ölmärkte weiter fest im Griff halten, blieben schärfere Eskalationen insgesamt aus. Entsprechend beruhigten sich auch die Preisentwicklungen, was leichte Rückgänge beim Heizölpreis am Donnerstagvormittag mit sich brachte. Diese liegen in der Bundesrepublik aktuell bei rund -0,90 bis -1,90 Euro pro 100 Liter, können sich aufgrund der allgemein unsicheren Entwicklungen am Weltmarkt jedoch jederzeit deutlich verändern.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran setzen sich weiter fort und zwingen die Ölpreise am Weltmarkt weiterhin nach oben. Gleichzeitig kam es gestern nochmal zu zwei Angriffen auf Schiffe im Nahen Osten, einmal von Seiten der Huthi-Miliz aus dem Jemen und durch die USA auf ein Schiff, welches auf einen iranischen Hafen zusteuerte und die US-Blockade durchbrechen wollte. Die Erdölpreise bleiben damit am Mittwochvormittag auf einem ähnlich hohen Niveau wie gestern, Heizöl wird etwas günstiger erwartet.
Neue Attacken auf Schiffe im Nahen Osten
Am späten Dienstagabend griff ersten Berichten zufolge die Huthi-Miliz aus dem Jemen ein ägyptisches Schiff an, welches auf dem Weg zur Straße von Bab el-Mandeb war. Dabei kamen mindestens 4 Menschen ums Leben. Die Wasserstraße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und stellt damit das wichtigste Bindeglied zwischen dem arabischen Meer und dem Mittelmeer dar. Genau dieses Bindeglied wird zurzeit von der Huthi-Miliz belagert, welche bis vor kurzem noch die Durchfahrt von Schiffen aus Saudi Arabien blockierten und nun scheinbar auch andere Schiffe angreifen.
Die USA haben ihrerseits zwei Hellfire-Raketen auf einen Frachter gefeuert, der unter der Flagge Panamas fährt und einen iranischen Hafen ansteuerte. Damit versuchte das Schiff, die US-Blockade zu durchbrechen, welche eine Passage und Verladung iranischer Waren strengstens verbietet. Aussagen des US-Militärs zufolge reagierte das Schiff nicht auf Aussagen zur Änderung des Kurses, weshalb zwei Raketen auf die Steuer- und Ruderanlagen gefeuert wurden um das Schiff so zum Anhalten zu zwingen. Ob dabei Crewleute verletzt wurden, ist nicht offiziell bekannt.
EIA korrigiert Ölpreiserwartungen nach oben
Die ständigen Spannungen und Auseinandersetzungen im Nahen Osten sorgten sowohl in der zweiten Julihälfte wie auch aktuell für deutlich gestiegene Öl- und Ölproduktpreise. In diesem Zusammenhang erhöhte die US-Energieinformationsbehörde EIA ihre Preiserwartungen für den Rest von 2026 und 2027 deutlich nach oben. Aktuell erwartet die US-Behörde einen Anstieg der Rohölpreise der Sorte Brent, die in Europa mit am weitesten vertreten ist, auf 85,21 Dollar pro Barrel im Durchschnitt für das dritte Quartal. Im Juli-Bericht lag die Einschätzung noch bei 74,03 Dollar. In ihrem Bericht geht die EIA davon aus, dass der Konflikt im Nahen Osten schnellstmöglich beendet wird.
Heizölpreis heute etwas günstiger erwartet
Nach den Eskalationen am Dienstagabend stoppten die Börsenkurse für Öl und Ölprodukte ihre starken Schwankungen ab und sitzen aktuell in relativ enger Spanne nahe dem Niveau von gestern Vormittag. Für Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in Deutschland bedeutet dies aktuell leichte Abschläge beim Kauf von Heizöl über durchschnittlich -0,55 bis -1,15 Euro pro 100 Liter. Diese Werte können aufgrund der unsicheren Marktlage jedoch jederzeit unterschiedlich starken Schwankungen und lokalen Abweichungen ausgesetzt sein.