Naher Osten zwischen Konfliktspannungen und Versorgungssicherung gefangen – Heizöl teurerAn den Ölmärkten bleiben weiterhin die Auseinandersetzungen im Nahen Osten im Fokus der Marktteilnehmer. Dabei meldete Saudi Arabien gestern neue, geplante Zusammenarbeiten mit nahen Ländern um Lagerplatz für Ölreserven und Exportmengen zu kaufen und aufzubauen. Gleichzeitig zieht das Land Mitarbeiter aus seinen Standorten zurück, wenn diese nicht zwingend für Arbeiten vor Ort gebraucht werden. Am [...]
An den Ölmärkten bleiben weiterhin die Auseinandersetzungen im Nahen Osten im Fokus der Marktteilnehmer. Dabei meldete Saudi Arabien gestern neue, geplante Zusammenarbeiten mit nahen Ländern um Lagerplatz für Ölreserven und Exportmengen zu kaufen und aufzubauen. Gleichzeitig zieht das Land Mitarbeiter aus seinen Standorten zurück, wenn diese nicht zwingend für Arbeiten vor Ort gebraucht werden. Am markt bahnt sich damit eine gewisse Unruhe an, ob es bald zu schwerwiegenden Eskalationen im Nahen Osten rund um Saudi Arabien und den Iran kommen könnte.
Märkte besorgt vor Nahost-Evakuierungen – Zeichen für stärkere Eskalationen? Bereits gestern zeigten sich die ersten Unsicherheiten zum Fortgang des Nahostkonflikts, als die USA damit anfing, nicht-kritische Mitarbeiter von ihren Anlagen und Behörden rund um Saudi Arabien zurückzuziehen und zu evakuieren. Gestern räumte auch die Saudi Aramco ihre Firmenzentrale und erklärte Mitarbeitern, dass diese ihre Arbeiten von Zuhause oder extern ausführen sollen, sofern dies auch nur irgendwie möglich sei. Die Firmengebäude des saudisch-staatlichen Energiekonzern Saudi Aramco wurden in den letzten Tagen häufiger zum Ziel von Angriffen der Huthi-Miliz.
Dennoch lösen die plötzlichen Evakuierungen Unsicherheiten aus, da sie ohne eine gezielte Angriffsdrohung geschahen und mehr als eine Woche nach den ersten Angriffen auf entsprechende Bürogebäude begonnen. Trader und Analysten fürchten, dass es sich um Anzeichen eines baldigen Angriffs der USA auf den Iran und vielleicht sogar die Huthi halten könnte. Sollte sich die Sorge bestätigen, müsste mit erheblichen Anpassungen in den Ölexporten rund um den Nahen Osten sowie erheblichen Gefahrenzuschlägen bei den Transporten gerechnet werden, was die Preise am Markt weiter in die Höhe treiben könnte.
Gleichzeitig muss bedacht werden, dass dies bislang nur Marktspekulationen sind. Die Stimmung in den USA zur Entwicklung des Nahostkonflikts steht jedoch auf wackeligen Beinen. So wird an einem Tag gesagt, dass man sich mit möglichen Angriffen und Verschärfungen des Konflikts, aber auch mit Friedensverhandlungen bis nach den Midterm-Wahlen am 3. November gedulden will. Gleichzeitig ist auch bekannt, wie unerwartet und spontan der US-Präsident in solchen Situationen reagieren kann. Auch diese Unsicherheit trägt zu den unruhigen Marktentwicklungen bei.
Sorgen und Ungewissheit treiben Heizölpreise hoch Während noch nichts zu den kürzlichen Entwicklungen im Nahen Osten und insbesondere in Saudi Arabien sicher ist, bringt die Sorge vor Eskalationen einiges an Preisanstiegen mit sich. Dies betrifft auch die Kurse am deutschen Markt, weshalb Abnehmerinnen und Abnehmer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell mit Preisaufschlägen von +2,25 bis +3,25 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag rechnen müssen. Diese Preise sind jedoch nur Momentaufnahmen und können sich je nach Region und Entwicklung im Tagesverlauf weiter ändern.
Friedenssuche mit Russland, Eskalationssorgen in Nahost – Heizöl günstiger erwartetAn den Ölmärkten kam es gestern zeitweise zu deutlichen Preisrückgängen, als sich Aussagen zu Exporterholungen aus dem Nahen Osten und Stärkungen der Dieseltransporte Russlands häuften. Als sich kurz darauf Meldungen ergaben, dass man in Moskau bereit für Dreiergespräche mit Vertretern der USA und Ukraine bereit sei, kam wieder ein bisschen Hoffnung am Markt auf eine [...]
An den Ölmärkten kam es gestern zeitweise zu deutlichen Preisrückgängen, als sich Aussagen zu Exporterholungen aus dem Nahen Osten und Stärkungen der Dieseltransporte Russlands häuften. Als sich kurz darauf Meldungen ergaben, dass man in Moskau bereit für Dreiergespräche mit Vertretern der USA und Ukraine bereit sei, kam wieder ein bisschen Hoffnung am Markt auf eine Friedensfindung im Konflikt auf. Der daraus entstandene Preisrutsch hielt jedoch nicht lange an, da neue Sorgen zu Eskalationen im Nahostkonflikt zustande kamen.
Russland erklärt Bereitschaft zu Dreier-Gesprächen, Erfolg noch unklar Überraschenderweise kam es gestern zu Meldungen, dass sowohl die Ukraine als auch Russland zu direkten Gesprächen rund um den bisherigen Konflikt und die Friedenssuche bereit seien. Diese sollen aller Voraussicht nach zwischen Unterhändlern der Länder geführt werden, aber ohne dass die Informationen durch vermittelnde Länder weitergetragen sondern direkt zwischen den Konfliktparteien besprochen werden.
Ein neues Treffen könnte bereits im kommenden Monat stattfinden. Wie zielführend die Verhandlungen letztlich werden, ist aktuell nicht abzuschätzen und wird von Politikexperten derzeit ebenfalls mit Skepsis beäugt. So zeigten Friedensversuche in Form eines durch die USA ausgerufenen Angriffsstopps auf Energieanlagen zwischen Russland und der Ukraine Anfang Oktober keinen Erfolg, als Russland seine Angriffe weiter aufrecht hielt, bevor die Ukraine nach drei Tagen Pause ebenfalls wieder in die Offensive ging.
Analysten fürchten Eskalationen rund um den Iran
Während die Angriffe rund um den Iran sowie gegen Saudi-Arabien durch die jemenitische Huthi-Miliz weiter fortgesetzt werden, blicken Analysten und Experten unruhig auf die Reaktion der USA. So ließ das US-Außenministerium zuletzt alles nicht-notwendige Personal aus seinen Einrichtungen in der Region evakuieren, insbesondere Familienangehörige der stationierten Arbeiter und Soldaten. Ob es sich hierbei wirklich nur um eine Sicherheitsmaßnahme handelt, wird derzeit sehr genau beobachtet.
So kam es in der Vergangenheit bereits vor, dass nach solchen Rückziehungen von Personal umfassende, schwere Angriffe gegen entsprechend feindliche Parteien durchgeführt wurden. Analysten von ANZ Research befürchten deshalb, dass die jüngsten Entwicklungen darauf deuten, dass im Hintergrund mehr geplant werden könnte. „Spekulationen über gemeinsame Angriffspläne der USA und Israel nehmen zu“, fasste ANZ Research die Entwicklungen zusammen.
Spannungen zwischen Kriegssorgen und Friedenssuche – Heizöl wird günstiger Die Preise an den Ölbörsen finden sich aktuell in einem wilden Auf und Ab der geopolitischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten. Dabei kam es gestern Abend bei den Ölprodukt-Märkten zu deutlichen Preisrückgängen, die sich zwar im bisherigen Tagesverlauf verkleinerten, aber dennoch für Preisnachlässe bei Heizöl sorgen. In direkter Folge dürfen Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik heute mit Preisnachlässen über durchschnittlich -1,50 bis -2,50 Euro pro 100 Liter rechnen. Diese Preise sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich daher im Tagesverlauf und je nach Entwicklung am Weltmarkt jederzeit wieder ändern.
Friedensverhandlungen zwischen USA und Iran ausgebremst, weitere Tankertreffer gemeldet – Heizöl etwas günstigerNachdem erst Anfang der Woche Meldungen die Runde machten, nach denen der iranische Außenminister die USA nochmal auf eine mögliche, schnelle Öffnung der Straße von Hormus hinwies sofern man zeitnahe Friedensgespäche führen würde, gab es hier bereits neue Dämpfer aus dem Iran. So warte man erst darauf, dass Washington die Forderungen des Iran klar einhalte, [...]
Nachdem erst Anfang der Woche Meldungen die Runde machten, nach denen der iranische Außenminister die USA nochmal auf eine mögliche, schnelle Öffnung der Straße von Hormus hinwies sofern man zeitnahe Friedensgespäche führen würde, gab es hier bereits neue Dämpfer aus dem Iran. So warte man erst darauf, dass Washington die Forderungen des Iran klar einhalte, bevor es überhaupt zu neuen, direkten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran kommen soll. Am Ölmarkt sorgte dies für einen Dämpfer, der Preisnachlässe vom Dienstag direkt wieder nichtig macht.
Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus nehmen weiter zu Während die USA immer wieder davon berichten, dass sich der Schiffsverkehr durch die Meerenge und Handelsroute „Straße von Hormus“ weiter normalisiere und die Öltransporte bei 80% des Vorkriegsniveaus angekommen seien, geben Trackingdaten und Schadensmeldungen vieler Schiffe ein anderes Bild. So wurden in den vergangenen beiden Wochen mindestens 18 Tanker in der Region angegriffen und teils stärker beschädigt. Ebenso soll am Dienstag ein Tanker, laut iranisch-staatlicher IRIB-News, durch eine Seemine beschädigt worden sein, genaue Details zu dem Zwischenfall blieben jedoch aus.
Die Reihe an Zwischenfällen sollen laut Daten von Vortexa dafür sorgen, dass der Schiffsverkehr in der Meerenge zuletzt wieder deutlich abgenommen habe. So sollen in den ersten 20 Tagen des Oktober durchschnittlich etwa 9,1 Mio. Barrel Rohöl jeden Tag durch die Passage transportiert worden sein, deutlich weniger als von den USA gemeldet. Zwar könnte die Zahl einige unerfasste Schiffe ausschließen und damit Anfällig für Aufwärtskorrekturen sein, eine Angleichung zu den Angaben der USA wird dennoch als unwahrscheinlich gehalten.
Kriegs- und Versorgungsunsicherheiten bleiben, Heizöl etwas günstiger erwartet Nachdem es am Dienstagnachmittag sehr kurze aber starke Preisnachlässe gab, haben diese sich aufgrund der Nahost-Unsicherheiten und allgemeiner Marktvolatilität schnell wieder zurückgebildet. Damit werden bei den durchschnittlichen Heizölpreisen in der Bundesrepublik aktuell nur leichte Korrekturen erwartet, die für Abnehmer leichte Einsparungen über -0,10 bis -1,10 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Dienstagvormittag mit sich bringen können. Diese Preise sind jedoch nur Momentaufnahmen und können sich je nach geopolitischen und markttechnischen Entwicklungen schnell wieder ändern.