- Preisstatistik – Exporteinschränkungen, Geopolitik und unsichere Friedensaussichten treiben Ölpreise hoch
Die anhaltenden geopolitischen Auseinandersetzungen und Spannungen, sowie die Exportausfälle Saudi Arabiens nach schweren Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz, sorgten in den letzten Tagen für weitere Preisanstiege. Heute gab es ein wenig Entspannung bei den Börsen, nachdem es am Wochenende zu Infos kam, dass US-Präsident Trump Gespräche mit dem iranischen Präsidenten in Betracht ziehen würde, diese Aussagen jedoch [...] - Ölmärkte aufgerieben zwischen Auseinandersetzungen und vermeintlicher Friedenssuche – Heizöl wird günstiger
Nachdem es zum Wochenbeginn erst zu deutlichen Preisanstiegen bei Öl und dessen Produkten gekommen ist, finden sich die geopolitischen Entwicklungen aktuell in einer Mischung wiederholter Konflikte und vorsichtiger Friedensfragen. Die Suche nach Konfliktlösungen, nicht nur im Nahen Osten sondern auch im Russland-Ukraine-Krieg, sorgte für vorsichtige Entspannung an den Ölbörsen, weshalb die Kurse von Rohöl und [...] - Aramco arbeitet an Übergangslösung für Ost-West Pipeline – Fed erhöht Leitzinsen – Heizöl günstiger erwartet
An den Ölbörsen gaben die Rohölpreise am gestrigen Mittwoch nach, was nicht zuletzt an den am frühen Abend eingehenden Meldung lag, dass Saudi-Arabien die Ost-West Pipeline in den nächsten Tagen wieder nach und nach hochfahren wolle. Etwas später kam dann auch noch die Zinsanhebung in den USA hinzu, die nicht die letzte vor dem Jahreswechsel [...]

Die anhaltenden geopolitischen Auseinandersetzungen und Spannungen, sowie die Exportausfälle Saudi Arabiens nach schweren Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz, sorgten in den letzten Tagen für weitere Preisanstiege. Heute gab es ein wenig Entspannung bei den Börsen, nachdem es am Wochenende zu Infos kam, dass US-Präsident Trump Gespräche mit dem iranischen Präsidenten in Betracht ziehen würde, diese Aussagen jedoch direkt mit Drohungen gegen das Land wieder etwas abschwächte.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Mit der Aussage des US-Präsidenten, dass er sich zu Gesprächen mit dem iranischen Präsidenten bereiterklären würde, gab es leichte Preisrückgänge bei den Ölbörsen und kurz darauf auch bei den Produkten. Die Heizölpreise in der Bundesrepublik sind damit aktuell durchschnittlich -2,56 Euro pro 100 Liter günstiger als am Freitag, und inmitten der Unsicherheiten und Preisanstiege der letzten Woche +0,56 Euro teurer als am Montag vor einer Woche. Verglichen mit vor einem Monat, zahlen Heizölkäufer aktuell durchschnittlich +28,52 Euro mehr.
Langfristige Preisentwicklung
Im langfristigen Preisvergleich bleiben die deutlichen Anstiege der Heizölpreise aufgrund des US-Israel-Iran-Konflikts im Fokus. Nach einer kurzen Beruhigungsphase im Frühsommer stiegen die Heizölpreise in den letzten Monaten erheblich an, Kunden müssen deshalb aktuell mit Preisaufschlägen über durchschnittlich +57,71 Euro gegenüber Ende Juni rechnen. Im Jahresvergleich zahlen Abnehmer aktuell +77,70 Euro mehr als vor einem Jahr, und +80,23 Euro mehr als im September 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
-Huthi-Bedrohung gegen Saudi Arabien nimmt zu
In den letzten Wochen nahmen die Angriffe der Huthi-Miliz gegen Saudi Arabien deutlich zu, wobei die zentrale Ost-West-Pipeline beschädigt und damit die Exporte Saudi Arabiens erheblich eingeschränkt wurden. Auch saudische Häfen und Raffinerien wurden in den letzten Wochen häufiger zum Angriffsziel der Miliz.
– Saudi Aramco streicht Öllieferungen nach Europa
Infolge der Angriffe und scharfen Exporteinschränkungen meldete die saudisch-staatliche Ölgesellschaft Saudi Aramco, dass ihre Rohölexporte nach Europa für September und eventuell auch Oktober abgestoppt werden.
– Ukraine fährt weiter Angriffe auf russische Ölanlagen
Trotz einem angesprochenen Angriffsstopp auf Energieanlagen zwischen der Ukraine und Russland, hält sich keine der beiden Seiten offiziell an das Vorhaben, angeblich da es noch keine klaren Abkommen dazu gibt. Dabei kam es vergangene Woche zu umfassenden ukrainischen Angriffen auf russische Ölanlagen.
Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Trump erwägt Treffen mit iranischem Präsidenten
In einem Telefonat mit Journalisten erwähnte der US-Präsident, er könnte „möglicherweise“ am Rande der UN-Generalversammlung diese Woche ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massoud Peseschkian halten. Dennoch drohte er dem Land direkt mit weiteren Auseinandersetzungen, sollten sie ihre Aggressionen beibehalten.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 21.09.2026

Nachdem es zum Wochenbeginn erst zu deutlichen Preisanstiegen bei Öl und dessen Produkten gekommen ist, finden sich die geopolitischen Entwicklungen aktuell in einer Mischung wiederholter Konflikte und vorsichtiger Friedensfragen. Die Suche nach Konfliktlösungen, nicht nur im Nahen Osten sondern auch im Russland-Ukraine-Krieg, sorgte für vorsichtige Entspannung an den Ölbörsen, weshalb die Kurse von Rohöl und dessen Produkten aktuell leicht sinken.
China stößt Friedensfrage im Iran an
Die chinesische Regierung in Peking bat in einem direkten Appell an den Iran, die Konflikte zurückzufahren und stärker an einer diplomatischen Friedensfindung zu arbeiten. In der selben, direkten Anfrage wurde außerdem darum gebeten, dass die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz gestoppt werden sollen, die schon früher viel vom Iran unterstützt wurden. Vertreter der iranischen Hauptstadt erklärten, dass eine baldige Friedensfindung stark vom Verhalten der USA abhängig wäre.
Dass ein echter Frieden nicht einfach aus einer einzelnen Bitte kommen kann, wird dadurch unterstrichen, dass die iranische Revolutionsgarde gestern einen Angriff auf einen Öltanker meldete, der ihrer Meldung zufolge ohne Freigabe die Straße von Hormus passieren wollte. „Die illegale Durchfahrt durch die Straße von Hormus führt zu nichts anderem als zur Zerstörung des betreffenden Schiffes“, so die iranische Marine. Damit ist mehr als eindeutig, dass es noch deutlich mehr Anstrengungen bedarf, bevor es zum Frieden im Nahen Osten kommen kann.
USA kündigt Sanktionen gegen Russland an, Moskau warnt vor Folgen
Parallel zu den Konflikten im Nahen Osten kam aus den USA die Meldung zu einem neuen Sanktionspaket gegen Russland, sowie Käufer von russischem Öl und dessen Produkten. Das neue Gesetz soll es den Vereinigten Staaten nach Freigabe des US-Präsidenten ermöglichen, Strafzölle auf Länder zu erheben, die russische Ölwaren importieren. Auch sollen bereits bestehende Sanktionen auf weitere russische Unternehmen und Schiffe ausgeweitet werden, um diese Instanzen gezielt aus Dollarsystemen auszuschließen und Moskau so direkt finanziell zu treffen.
Kreml-Sprecher Dmitry Peskov meldete sich am Donnerstagnachmittag zu den angekündigten Sanktionen zu Wort und erklärte, dass diese die „Bemühungen um eine Friedensregelung in der Ukraine zweifellos erschweren“ würden. Die Aussagen sowohl aus Russland als auch dem Nahen Osten machen es mehr als deutlich, dass es bis zu einem Frieden in den aktuellen Konflikten noch viele Bemühungen brauchen wird. Es ist jedoch auch nicht abzuweisen, dass nach monatelangen Kämpfen ohne Verhandlungen zumindest wieder darüber nachgedacht wird, wie ein Frieden erreicht werden kann.
Preisrückgang bei Heizöl setzt sich fort
Die geopolitische Lage bleibt aufgeheizt und die Versorgung der Ölmärkte weltweit stark eingeschränkt. Dennoch entspannten sich die Märkte vor dem Wochenende zumindest ein bisschen, auch wenn es noch zu früh wär von „Optimismus“ zu sprechen. Für Heizölkäufer in Deutschland bedeuten die Entwicklungen heute jedoch erneute Preisnachlässe bei Heizöl. Diese liegen heute Vormittag bei Schätzungsweise -3,20 bis -3,80 Euro pro 100 Liter gegenüber Donnerstagvormittag. Die Preise sind jedoch weiterhin nur Momentaufnahmen und können sich, abhängig von geopolitischen und markttechnischen Entwicklungen jederzeit wieder ändern.

An den Ölbörsen gaben die Rohölpreise am gestrigen Mittwoch nach, was nicht zuletzt an den am frühen Abend eingehenden Meldung lag, dass Saudi-Arabien die Ost-West Pipeline in den nächsten Tagen wieder nach und nach hochfahren wolle. Etwas später kam dann auch noch die Zinsanhebung in den USA hinzu, die nicht die letzte vor dem Jahreswechsel gewesen sein könnte.
Saudi Aramco will wichtige Pipeline schrittweise wieder hochfahren
Am vergangenen Freitag hatte der staatliche Energiekonzern Aramco mit der Ost-West Pipeline eine wichtige Alternativroute zur Straße von Hormus für die Exporte von seinen Ölfeldern im Osten des Landes vorübergehend abgeschaltet. Drohnenangriffe von irakischem Territorium aus, die auf die Anlage abgezielt hatten, waren der Grund dafür gewesen. Nachdem man anfangs noch befürchtete, die Pipeline könnte mehrere Wochen außer Betrieb bleiben, will die Aramco die Rohöltransporte über Anlage nun in den kommenden Tagen durch Übergangslösung wieder aufnehmen.
So hieß es aus informierten Kreisen, das Unternehmen wolle einen beschädigten Streckenabschnitt provisorisch zu umgehen, um erste Teilmengen transportieren zu können. Die vollständige Wiederinbetriebnahme der Pipeline wird nach Angaben des Insiders voraussichtlich allerdings rund sechs Wochen in Anspruch nehmen. Weder der Staatskonzern, noch das saudische Energieministerium äußerten sich bislang offiziell zu dem Vorgang. Die Auslastung der Pipeline, die an den Exportterminal Yanbu am Roten Meer angebunden ist, lag vor dem Angriff bei rund 7 Mio. B/T. Regierungsdaten zufolge beliefen sich die saudischen Rohölexporte im Juni aufgrund der beeinträchtigten Schifffahrt in der Straße von Hormus und der Seeblockade Saudi-Arabiens durch die Huthi-Miliz im Roten Meer aber gerade einmal auf knapp 4 Mio. B/T, nachdem sie im Mai sogar ein Rekordtief verzeichnet hatten.
US-Kraftstoffbestände erholen sich weiter – Fed erhöht Leitzinsen
Auch aus den USA kamen gestern einige Meldungen, die die Preise an den Ölbörsen sinken ließen. So meldete das US-Energieministerium (DOE) die zweite Woche infolge Aufbauten bei den Destillat- und Benzinbeständen, bevor die Federal Reserve am Abend wie erwartet eine Anhebung der Zinsen um 25 Basispunkte bekannt gab. Bei der Pressekonferenz zur Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC), gab Notenbankchef Kevin Warsh dann zudem Hinweise darauf, dass die gestrige Zinserhöhung nicht die einzige vor dem Jahresende bleiben könnte. Dies stützte nicht nur den US-Dollar, was die im Greenback gehandelten Ölfutures teurer für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten verteuerte, sondern ließ auch Sorgen über die Entwicklung der Konjunktur und der Ölnachfrage aufkommen.
Heizölpreise niedriger erwartet
Der Rückgang der Ölpreise an der Londoner Rohstoffbörse ICE wirkt sich auch auf die Inlandspreiserwartungen aus, wenngleich der Euro gegenüber dem Dollar am Mittwochabend deutlich Federn lassen musste. So können Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik derzeit gegenüber Mittwochvormittag mit Abschlägen von –2,20 bis -2,75 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen. Diese Zahlen sind Näherungswerte und Momentaufnahmen, und können sich im Tagesverlauf aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen jederzeit ändern.