Preisstatistik – Märkte warten auf klare Entwicklungen rund um Straße von HormusDie Heizölpreise finden sich aktuell wieder in einem regen Auf und Ab. Die unklaren Entwicklungen zur Öffnung der Schiffs-Handelsrouten im Nahen Osten sorgen für Unsicherheit bei den Marktteilnehmer, was nach moderaten Preisrückgängen am Monatsbeginn nun wieder für steigende Kosten im Kauf von Erdöl und dessen Produkten sorgt. Kurzfristige Heizölpreisentwicklung Nachdem es in der vergangenen Woche [...]
Die Heizölpreise finden sich aktuell wieder in einem regen Auf und Ab. Die unklaren Entwicklungen zur Öffnung der Schiffs-Handelsrouten im Nahen Osten sorgen für Unsicherheit bei den Marktteilnehmer, was nach moderaten Preisrückgängen am Monatsbeginn nun wieder für steigende Kosten im Kauf von Erdöl und dessen Produkten sorgt.
Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Nachdem es in der vergangenen Woche erst wieder neue Zeichen auf mögliche Friedensannäherungen im US-Iran-Konflikt gab, blieb die Lage seitdem eher unübersichtlich und ohne klare Entwicklungen. Dies sorgte in den letzten Tagen und über das vergangene Wochenende für leichte Anstiege bei den Heizölpreisen. Dementsprechend kostet Heizöl aktuell +1,51 Euro mehr pro 100 Liter als vergangenen Freitag, ist dabei aber dennoch im deutschlandweiten Durchschnitt -1,48 Euro günstiger als vor einer Woche. Dennoch gab es im vergangenen Monat insgesamt deutliche Preisaufschläge, weshalb Heizölkäufer aktuell mit Preisaufschlägen von rund +10,75 Euro gegenüber Mitte Juli rechnen müssen.
Langfristige Preisentwicklung Mit Blick auf die langfristigen Preisverläufe zeichnen sich aktuell leichte Aufschläge über durchschnittlich +2,26 Euro gegenüber der Preise vor drei Monaten zur Frühlingssaison ab. Schauen wir noch weiter in die Vergangenheit, zeichnet sich erneut ab, wie deutlich die Preisanstiege dieses Jahr aufgrund der anhaltenden Konflikte wirklich sind. So zahlen Käufer von Heizöl in der Bundesrepublik aktuell rund +45,04 Euro mehr als zur Sommersaison vergangenes Jahr, und durchschnittlich +39,56 Euro mehr als im Hochsommer im Jahr 2024.
Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran stellt Bedingungen für Öffnung der Straße von Hormus Ende letzte Woche kündigten Vertreter des Iran an, dass es eine Reihe Voraussetzungen gäbe, bevor man die Straße von Hormus wieder öffnen werde. Darunter fallen Abzüge aller US-Militärkräfte aus der Region um die Straße von Hormus sowie die Aufhebung von wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran.
– Huthi setzen Ölblockade Saudi-Arabiens fort
Die jemenitische Huthi-Miliz setzte ihre Angriffe auf saudische Öltransporter und Ölraffinerien in den letzten Tagen weiter fort. Erst Wochenende kam es zu Angriffen auf eine Raffinerie im saudischen Dschaizan, was kurzzeitig zu Bränden führte. Die Anlage wurde bereits Ende Juli zum Ziel von Angriffen der Miliztruppen.
Was spricht aktuell für sinkenden Preise?
– Ölexporte aus dem Nahen Osten im Juli stabil Auch wenn die Ölexporte aus Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak und Kuwait derzeit deutlich unter den Vorjahreswerten liegen, konnten sie sich in den letzten Monaten wieder etwas stabilisieren. Im Juli lagen sie zwar noch immer -40 Prozent unter den Vorkriegswerten zu Jahresbeginn, aber dennoch +2 Prozent höher als im Juni.
Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 10.08.2026
Warten auf Klarheit bezüglich Schifffahrt in Straße von Hormus – Heizölpreise legen wieder zuDie Hoffnungen auf eine Einigung zwischen dem Iran und dem Oman über die Regelung der Schifffahrt in der Straße von Hormus und damit letztlich auch auf eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatte die Ölpreise zur Wochenmitte noch sinken lassen. Allerdings scheint es nun doch einige Stolpersteine zu geben, die der [...]
Die Hoffnungen auf eine Einigung zwischen dem Iran und dem Oman über die Regelung der Schifffahrt in der Straße von Hormus und damit letztlich auch auf eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hatte die Ölpreise zur Wochenmitte noch sinken lassen. Allerdings scheint es nun doch einige Stolpersteine zu geben, die der freien Schifffahrt in der für den internationalen Energiehandel wichtigen Meerenge noch im Wege stehen.
Iran will Entschädigungszahlungen von Schiffen „feindlicher“ Länder
Demnach will der Iran Schiffen aus den USA und Israel die Fahrt durch die Straße von Hormus offenbar komplett verbieten und von als „feindlich“ eingestuften Staaten Entschädigungszahlungen von bis zu 20 % des Frachtwerts für die Durchfahrt verlangen. So hieß es zumindest in Berichten iranischer Staatsmedien unter Berufung auf den Vertrag zwischen Iran und Oman.
Unklar ist allerdings, wie genau der Iran das geforderte Verbot für amerikanische und israelische Schiffe auslegen würde. Die Anzahl an Handelsschiffen, die weltweit unter US-amerikanischer oder israelischer Flagge fahren, hält sich in Grenzen und seit Beginn des Krieges haben von diesen Schiffen nur die wenigsten den Persischen Golf angelaufen oder verlassen. Vorstellbar wäre, dass der Iran auch Reedereien mit US-amerikanischen oder israelischen Eigentümern beziehungsweise Investoren als mit diesen Ländern verbunden einstuft.
Washington dürfte Gebühren nicht zustimmen US-Präsident Donald Trump hatte erst diese Woche noch einmal verlauten lassen, dass er es nicht zulassen werde, dass der Iran Gebühren oder Abgaben für die Durchfahrt der Meerenge verlange. Auch Thomas Warrick, Senior Fellow beim Atlantic Council geht davon aus, dass die Bedingungen Irans in Washington nicht auf Zustimmung stoßen dürften: „Anstatt Zugeständnisse zu machen, erhöhen beide Seiten ihre Forderungen.“
So bestehen die USA weiterhin auf einer freien Durchfahrt durch die Straße von Hormus und fordern im Grunde genommen eine Rückkehr zum Zustand vor dem Krieg. Vorübergehende Routen durch die Meerenge würden weder Genehmigungen noch Zulassungen, Mautgebühren oder Abgaben unterliegen, erklärte ein US-Beamter am Donnerstag als Reaktion auf die Berichte über die jüngsten Vorschläge Teherans.
Dass Washington den Teheran doch gewähren lässt, ist auch insofern eher unwahrscheinlich, als Präsident Trump bereits zahlreiche Male erklärt hatte, die USA hätten den Iran bereits besiegt. Zugeständnisse wie die Einwilligung in Gebühren für die Passage der Straße von Hormus könnten die Republikaner bei den Zwischenwahlen („Midterms“) in den USA, die im November stattfinden, schließlich Wählerstimmen kosten.
Inlandspreise legen wieder zu Das Warten auf klare Verhältnisse im Hinblick auf Regelung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus ließ die Ölpreise an den Rohstoffbörsen in Europa und den USA im gestrigen Tagesverlauf wieder steigen. Hatte der Nordsee-Rohölkontrakt Brent gestern Morgen noch unter 80 Dollar pro Barrel notiert, so näherte er sich heute Morgen schon wieder der 85 Dollar-Marke an. Auch bei den Inlandspreisen machen sich die höheren Preise der Terminkontrakte bemerkbar, zumal gestern auch der Dollar gegenüber dem Euro wieder zulegen konnte. So müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet heute bei Heizöl im Vergleich zu gestern Morgen mit Aufschlägen von etwa +3,20 bis +4,20 Euro pro 100 Liter rechnen.
München (ots) – Die Kraftstoffpreise entwickeln sich erneut in gegensätzliche Richtungen. Während der Preis für Super E10 im Vergleich zur Vorwoche etwas gesunken ist, stieg der Dieselpreis weiter an. Dies zeigt die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland. So kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 2,128 Euro und damit 1,1 Cent weniger als vor einer Woche. Für einen Liter Diesel müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer aktuell im Schnitt 2,204 Euro bezahlen – das sind 1,4 Cent mehr.
Um rund fünf US-Dollar günstiger als in der Vorwoche ist Rohöl der Sorte Brent. Ein Barrel (159 Liter) kostet aktuell etwa 79 US-Dollar. Aus Sicht des ADAC ist der Rückgang des Benzinpreises vor dem Hintergrund des gesunkenen Rohölpreises nachvollziehbar, er fällt jedoch deutlich geringer aus als zu erwarten wäre. Nach Ansicht des Mobilitätsclubs liegt der Preis von Benzin, vor allem bemessen an der Entwicklung des Rohölpreises und des Euro-Dollar-Wechselkurses, seit mehreren Wochen auf einem zu hohen Niveau, so dass das Potenzial für Preissenkungen deutlich größer ist als mit dem aktuellen Rückgang geschehen.
Kraftstoffpreise im Wochenvergleich Bildquelle ADAC e.V.
Der Dieselpreis marschiert in die andere Richtung und ist zum sechsten Mal im Rahmen der wöchentlichen Auswertung höher als in der Woche zuvor. Die Entwicklung zeigt, dass ein sinkender Ölpreis nicht zwangsläufig unmittelbar zu niedrigeren Dieselpreisen führt, da insbesondere beim Selbstzünderkraftstoff noch andere Faktoren wie etwa seine größere Bedeutung über den Verkehrssektor hinaus oder auch die hohe Importabhängigkeit eine Rolle spielen.
Der ADAC empfiehlt den Autofahrerinnen und Autofahrern, nach Möglichkeit kurz vor 12 Uhr zu tanken, denn dann sind die Spritpreise im Tagesverlauf am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen danach langsam wieder ab. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es unter www.adac.de/tanken.