
Die bereits angespannten Konflikte im Nahen Osten, sei es rund um den Iran aber auch zu den Auseinandersetzungen zwischen Saudi Arabien und der Huthi-Miliz haben diese Woche drastisch zugenommen. Händler rechnen damit, dass die Konsequenzen des Kriegs, wenn nicht sogar der Konflikt selbst, uns bestimmt noch das restliche Jahr und darüber hinaus begleiten werden. Die Preise an den Ölbörsen stiegen dabei gestern erheblich an, besonders, da die jemenitische Miliz ihren Einfluss auf das Rote Meer mit der gestrigen Übernahme des Hafen von Mokka ausgeweitet hat.
Huthi-Miliz übernimmt Hafen von Mokka – Ölmärkte werden nervös
Die politisch-religiöse Huthi Miliz im Jemen ist einer der wichtigsten Partner des Iran und steht seit Jahren im Konflikt mit Saudi Arabien für deren Einfluss im Bürgerkrieg innerhalb des Jemen. In Zusammenarbeit mit dem Iran hat die Miliz in den letzten Wochen ihre Angriffe gegen die Saudis und deren Ölindustrie erheblich hochgefahren. Seit Ende Juli blockiert die militärische Milizgruppe zudem die Durchfahrt von Schiffen und Waren aus Saudi Arabien durch die Meerenge von Bab el-Mandeb, eine enge Handelsroute im Südosten des Roten Meers, die als weltweit wichtige Handels- und Transportroute über den Suez-Kanal zum asiatischen Markt gilt.
Innerhalb der Ausweitung des jemenitischen Bürgerkriegs in den letzten Wochen gelang es der Huthi-Miliz gestern, den Hafen von Mokka im Westen des Jemen einzunehmen und damit einen weiteren, strategisch wichtigen Punkt in der Kontrolle der Meerenge von Bab el-Mandeb zu übernehmen. Damit sieht sich nicht nur Saudi Arabien deutlich stärker unter Druck gesetzt, deren Schiffe und Häfen zuletzt wiederholt von der Miliz angegriffen wurden, auch der globale Handel könnte erheblich eingeschränkt werden, falls die Huthi eine Durchfahrt durch das Rote Meer zugunsten des Iran komplett blockieren sollten.
Heizölpreise vor dem Wochenende erheblich gestiegen
Die Entwicklungen im Nahost-Konflikt und die Ausweitung des Einflusses der Huthi-Miliz ließ die Ölbörsen am Donnerstagnachmittag mit erheblichen Preisanstiegen bei Öl und dessen Produkten reagieren. Diese Kosten treffen unweigerlich auch die Heizölkäuferinnen und Käufer in der Bundesrepublik, die deshalb für Freitagvormittag mit Preisanstiegen über durchschnittlich +4,60 bis +5,60 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen müssen. Da die geopolitischen Entwicklungen in den letzten Tagen jedoch sehr unvorhersehbar sind, stellen diese Preise nur eine Momentaufnahme dar und können sich jederzeit wieder ändern.

Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeichnet sich immer noch keine Entspannung ab. Vielmehr scheint die Lage weiter zu eskalieren. Aktuellen Schätzungen des US-Energieministeriums zufolge dürfte es im laufenden Jahr angesichts der geringeren Angebotsmengen aus der Golfregion zu einem deutlichen Angebotsdefizit kommen. Für 2027 rechnet die Energy Information Administration (EIA) jedoch mit einem umfangreichen Überangebot.
Hormus: Iran droht Schiffen mit dauerhaftem Durchfahrverbot
Anfang der Woche hieß es aus dem Iran, die Islamische Republik werde eine Sperrzone vor der Straße von Hormus einführen. Am gestrigen Mittwoch drohte nun der Sprecher der Revolutionsgarden (Islamic Revolutionary Guards Corps, kurz: IRGC), dass jedes Schiff, das in diese Sperrzone einfahre, mit einem dauerhaften Durchfahrverbot für die Meerenge belegt werde. Unklar bleibt derweil noch, wo diese Sperrzone genau verlaufen soll. Dies werde noch bekannt gegeben, so der IRGC-Sprecher.
Darüber hinaus gab ein hochrangiger Vertreter der iranischen Regierung an, der Iran werde noch schärfere Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, sollten die USA ihre Angriffe auf iranisches Territorium sowie die Infrastruktur des Landes nicht beenden. Mittlerweile verfüge der Iran über genügend Raketen, um einen lang andauernden Konflikt auszutragen, so der Regierungsvertreter.
EIA korrigiert Preisprognosen für 2026 und 2027 nach oben
Angesichts der erneuten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie der weiterhin stark eingeschränkten Schifffahrt in der Straße von Hormus geht die EIA in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht für 2026 von einem Angebotsdefizit von knapp 2 Mio. B/T aus. Für 2027 rechnen die Experten dagegen mit einer Überversorgung von 4,9 Mio. B/T.
Die Preiserwartungen für die europäische Rohölsorte Brent und die US-Sorte WTI wurden von der EIA für dieses und das kommende Jahr nach oben korrigiert. So dürfte ein Barrel Brent 2026 mit durchschnittlich 91,01 Dollar etwa 4 Dollar mehr kosten, als es die EIA noch im August erwartet hatte. Für 2027 prognostiziert die Behörde zwar immer noch einen Preisrückgang, mit 73,74 Dollar pro Barrel dürfte Brent allerdings ebenfalls rund 4 Dollar mehr kosten als laut dem August-Bericht der EIA.
Heizölpreise teils etwas weicher erwartet
Während Brent gestern erstmals seit Ende Juli wieder oberhalb der 100 Dollar-Marke schloss, kletterte Gasoil zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang April. Heute Morgen kam der Gasoil-Kontrakt allerdings nicht über das Hoch von gestern hinaus. Stattdessen gab er zuletzt wieder leicht nach. Dies führt bei den Inlandspreisen dazu, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet derzeit teils noch mit leichten Abschlägen rechnen dürfen. Insgesamt werden die Preise bei –0,40 bis +0,20 Euro pro 100 Liter Heizöl gegenüber Mittwochvormittag erwartet. Diese Zahlen sind jedoch nur eine Momentaufnahme und können sich je nach geopolitischen Entwicklungen jederzeit ändern.

München (ots) –Im Vergleich zur Vorwoche sind die Spritpreise im bundesweiten Durchschnitt deutlich teurer geworden. Wie die aktuelle wöchentliche Auswertung des ADAC zeigt, kostet Super E10 im bundesweiten Mittel 2,259 Euro je Liter und damit 7,6 Cent mehr als in der Vorwoche. Bei Diesel fällt der Anstieg sogar noch größer aus, für einen Liter müssen Autofahrer fast 9 Cent mehr bezahlen als noch vor einer Woche. Ein Liter Diesel kostet damit aktuell im bundesweiten Durchschnitt aktuell 2,321 Euro.
Der neuerliche Anstieg hängt mit dem ebenfalls gestiegenen Ölpreis zusammen, der derzeit knapp unter 100 US-Dollar pro Barrel Brent liegt. Nach Ansicht des ADAC rechtfertigen Ölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs das aktuelle Preisniveau an den Zapfsäulen jedoch nur teilweise. Besonders auffällig ist, dass Super E10 immer neue Höchststände erreicht, obwohl der Rohölpreis weit von früheren Höchstwerten entfernt ist. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist diese Entwicklung nur schwer nachvollziehbar. Aus Sicht des ADAC besteht daher insbesondere auf Raffinerie- und Großhandelsebene weiterer Erklärungsbedarf. Deshalb braucht es mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

ADAC: Spritpreise steigen weiter / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7849 / Die Verwendung dieses Bildes für redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zulässig und dann auch honorarfrei. Veröffentlichung ausschließlich mit Bildrechte-Hinweis.
Der ADAC empfiehlt Autofahrerinnen und Autofahrern, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kraftstoffpreise im Tagesverlauf in der Regel am niedrigsten. Um 12 Uhr steigen sie stark an und fallen anschließend langsam wieder. Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Tankstellen bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Dort lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Pressekontakt:
ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de
Original-Content von: ADAC, übermittelt durch news aktuell
Quelle: https://www.presseportal.de/ Bildquelle: ADAC e.V.